Religion Sprüche

Sprüche über Religion

530 Sprüche in dieser Kategorie

Einst ist nicht Jetzt Sonst war die Religion, ich gesteh's, die Stütze des Staates; Aber jetzt ist der Staat Stütze der Religion.

Feuerbach, Gedanken über Tod und Unsterblichkeit, Erstdruck 1830 (anonym). Satyrisch theologische Distichen, 1830

Wer da schreit: »Dem Volke muß die Religion erhalten bleiben«, lügt; gemeint ist: »Das Volk muß der Religion erhalten bleiben«.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Was soll mit den Zehn Geboten geschehen?In: Die Literarische Welt, 14.06.1929, Nr. 24 (Ignaz Wrobel)

Religion ist das als eine Lebensnotwendigkeit tief empfundene Gefühl der Abhängigkeit.

Gutzkow, Die Ritter vom Geiste. Roman in neun Büchern, 1851

Das zusammenfassende Urteil der Wissenschaft über die religiöse Weltanschauung lautet also: Während die einzelnen Religionen miteinander hadern, welche von ihnen im Besitz der Wahrheit sei, meinen wir, daß der Wahrheitsgehalt der Religion überhaupt vernachlässigt werden darf. Religion ist ein Versuch, die Sinneswelt, in die wir gestellt sind, mittels der Wunschwelt zu bewältigen, die wir infolge biologischer und psychologischer Notwendigkeiten in uns entwickelt haben. Aber sie kann es nicht leisten. Ihre Lehren tragen das Gepräge der Zeiten, in denen sie entstanden sind, der unwissenden Kinderzeiten der Menschheit.

Freud, Neue Folge der Vorlesungen zur Einführung in die Psychoanalyse, 1933. 35. Vorlesung: Über eine Weltanschauung

Verschiedenheit der Religionsmeinungen findet sich nur bei Alltagsmenschen; Leute von Geist haben nur eine Religion.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Weitere Religionsbetrachtungen eines einfältigen Laien

Religion ist reine Sache des Gemüts und der Phantasie, wie der Poesie, und man zerstört das Wesen beider, wenn man sie unter Vernunftregeln bringen will [...].

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Die Religion und die Religionen

Die Religion eine Sonntags-Affaire.

Lichtenberg, Sudelbuch L, 1796-1799. [L 368]

Ein Herrscher kann gar nicht genug Verachtung für die frivolen Streitigkeiten der Priester beweisen, und er kann nicht genug Aufmerksamkeit darauf verwenden, daß der Aberglaube und der religiöse Wahnsinn, den er in seinem Gefolge hat, sorgfältig vertilgt werden.

Friedrich II., Der Anti-Machiavel oder Widerlegung des Fürsten von Machiavelli (L'Antimachiavel ou Réfutation du Prince de Machiavel), 1740

"Rette deine Seele!" Des Katholiken charakteristisches Zeichen soll sein, daß er die Religion lebt. Nicht, daß er von ihr redet.

Kral (Hg.), Christliches Zitatenlexikon, hg. von Josef Kral, 1950. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des IGW Verlags

Religion ist ein Grundpfeiler in dem Bau eines Staates. Wenn sie jedoch zur Politik wird, ist sie die größte Feindin des Fortschritts und Gedeihens einer Nation.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Papst Alexander VI. sagte: "Jede Religion ist gut, die beste aber – die dümmste." Er sprach es aus, was alle Päpste vor und nach ihm dachten. "Rom kann nur herrschen, wenn die Welt dumm ist", stand als unumstösslicher Grundsatz in ihrer Seele geschrieben, und deshalb schickten sie ihre Apostel aus, welche die Menschheit systematisch verdummen mußten...

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Ich bin überzeugt, daß die christliche Religion seit Konstantin mehr Menschen vernichtet hat als es heute Einwohner in Europa gibt.

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Der weise und mutige Turenne hat die Religion geachtet – und unzählige, völlig unbedeutende Leute halten sich für genial und stark, weil sie sie mißachten.

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Was ist Religion: Sich in alle Ewigkeit weiter und höher entwickeln wollen.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1908

Endlich ist die Religion die höchste Humanität des Menschen [...].

Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, 4 Bde., 1784-91. Erster Teil. Viertes Buch. VI. Zur Humanität und Religion ist der Mensch gebildet

Wer seine Religion lobt, der hat keine.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

Keine Religion,… die sich auf Furcht gründet, wird unter uns geachtet.

Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 1821; erweitert 1829. 2. Buch, 1. Kapitel

Es ist unmöglich, dass ein Mensch ohne Religion seines Lebens froh werde.

Kant, Nachlass

Wenn die Religion im Lande wankt, so wankt sie nicht allein.

Schiller, Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung, 1788

Die Religion, ohne Wissenschaft, ist irgendwo ein bloßer, demohngeachtet jedoch unerschütterlicher Glaube; die Wissenschaft hebt allen Glauben auf und verwandelt ihn in Schauen.

Fichte, Die Anweisung zum seligen Leben, oder auch die Religionslehre (Vorlesungen), 1806. 5. Vorlesung

Wer Wissenschaft und Kunst besitzt, Hat auch Religion; Wer jene beiden nicht besitzt, Der habe Religion.

Goethe, J. W., Gedichte. Nachlese. Zahme Xenien, Kap. 9