Religion Sprüche

Sprüche über Religion

530 Sprüche in dieser Kategorie

Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Und zwar ist die Religion das Selbstbewußtsein und das Selbstgefühl des Menschen, der sich selbst entweder noch nicht erworben oder schon wieder verloren hat.

Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechts-Philosophie, 1843-44. Einleitung

Ohne die Religion heißt wesentlich gegen die Religion.

Internet

Alle Symbole, die dazu dienen, dem religiösen Gefühl Formen zu geben, sind unvollständig und es ist ihr Schicksal, wieder und wieder verworfen zu werden.

Internet

Religion muß immer unseren Willen erfassen, denn so gering auch unser Wille sein mag, stets ist er noch groß genug, um mit dem Willen Gottes vereinigt zu werden.

Internet

Wenn die Menschen trotz der Religion so schlecht sind, wie würde es ohne sie sein?

Internet

Ich denke, Religion selbst ist nur eine der Formen von Kultur. Und Judentum ist weder das eine noch das andere, sondern die nationale Schaffenskraft, die sich in der Vergangenheit als hauptsächlich religiöse Kultur ausdrückte. In dieser Form wird sich das Judentum auch in Zukunft ausdrücken. (Antwort Achad Ha'am in einem Brief von 1913 auf die Frage „Was ist Judentum?“).

Internet

Auch sind die sogenannten Religionsstreitigkeiten, welche die Welt so oft erschüttert und mit Blut bespritzt haben, nie etwas anderes, als Zänkereien um den Kirchenglauben gewesen.

Kant, Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, 1793. Drittes Stück. Der Sieg des guten Prinzips über das Böse, und die Gründung eines Reichs Gottes auf Erden

Die Irreligiösen sind religiöser, als sie es selbst wissen, und die Religiösen sind's weniger, als sie meinen.

Internet

Und um die Menschen in harter Knechtschaft zu halten, verbietet ihnen der Priester den Vernunftgebrauch. Der Priester ist ehrgeizig, aber der Ehrgeiz beim Laien ist ihm verhaßt; denn dieser durchkreuzt seine Pläne.

Internet

Religion, welche Form sie auch habe, ist als Unterpfand eines höheren Lebens eine unerläßliche Bedingung des menschlichen Daseins.

Internet

Die Religion ist die einzige Metaphysik, die das Volk imstande ist, zu verstehen und anzunehmen.

Joubert, Gedanken und Maximen, in: Die französischen Moralisten: Neue Folge. Galiani, Fürst von Ligne, Joubert, Dieterich Verlag 1940. Über Weisheit, Wahrheit und Irrtum

Es ist mehr Verwandtschaft zwischen Opium und Religion, als sich die meisten Menschen träumen lassen.

Heine, H., Gespräche. Zu Adolf Stahr, Oktober 1850

Die christliche Religion ist ein mächtiges Wesen für sich, woran die gesunkene und leidende Menschheit von Zeit zu Zeit sich immer wieder emporgearbeitet hat; und indem man ihr diese Wirkung zugesteht, ist sie über aller Philosophie erhaben und bedarf von ihr keiner Stütze.

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 4. Februar 1829

Eine Religion – scheint es – kann sich nur erhalten, wenn sie vieles tut, was sie verbietet, vieles unterlässt, was sie befiehlt.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Eine Religion nach der andern lischt aus, aber der religiöse Sinn, der sie alle erschuf, kann der Menschheit nie getötet werden.

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Drittes Kapitel. Über den Geist der Zeit. § 34

Alle Menschen, welche sich nicht auf irgend ein Waffenhandwerk verstehen – Mund und Feder als Waffen eingerechnet – werden servil: für solche ist die christliche Religion sehr nützlich, denn die Servilität nimmt darin den Anschein einer christlichen Tugend an und wird erstaunlich verschönert.

Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister, 2. erweiterte Auflage 1886 (EA: 1878). Erster Band. Drittes Hauptstück. Das religiöse Leben

Wer nicht sucht, wird bald nicht mehr gesucht.

Jean Paul, Bemerkungen über den Menschen, 1803-1817. Februar 1803

Religion ist tiefes Überzeugtsein, Daß dies Leben ein gebrechliches; Religion ist ahnendes Gebeugtsein Unter ein Unaussprechliches.

Ziel, Moderne Xenien. Ein Glaubensbekenntniß in Sprüchen und Strophen, 1889. Die Kirche und ihre Leute

Am wenigsten stützt Religion und Sittlichkeit auf Gründe; eben die Menge der Pfeiler verfinstert und verengt die Kirchen.

Jean Paul, Levana oder Erziehlehre, 2. Auflage 1811 (EA: 1807). Neuntes Kapitel. Über den Kinderglauben. § 74

Der Mensch ist der Anfang der Religion, der Mensch der Mittelpunkt der Religion, der Mensch das Ende der Religion.

Feuerbach, Das Wesen des Christentums, 1841. Erster Teil. Das wahre, d. i. anthropologische Wesen der Religion. 19. Kapitel: Der christliche Himmel oder die persönliche Unsterblichkeit

»Bleibe, schönes Mädchen!« ruft der Knabe, Rafft von seinem Lager sich geschwind: »Hier ist Ceres', hier ist Bacchus' Gabe; Und du bringst den Amor, liebes Kind! Bist vor Schrecken blaß! Liebe, komm und laß, Laß uns sehn, wie froh die Götter sind!« »Ferne bleib, o Jüngling! bleibe stehen; Ich gehöre nicht den Freuden an. Schon der letzte Schritt ist, ach! geschehen Durch der guten Mutter kranken Wahn, Die genesend schwur: Jugend und Natur Sei dem Himmel künftig untertan. Und der alten Götter bunt Gewimmel Hat sogleich das stille Haus geleert. Unsichtbar wirdeinernur im Himmel Und ein Heiland wird am Kreuz verehrt; Opfer fallen hier, Weder Lamm noch Stier, Aber Menschenopfer unerhört.« .....

Goethe, J. W., Gedichte. Ausgabe letzter Hand, 1827. Balladen. Aus: Die Braut von Korinth, 1797