Religion Sprüche
Sprüche über Religion
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Was soll der Blumenkranz am Halse, da ich doch keinen Hals habe? Was soll der Wohlgeruch des Räucherwerks, da ich doch keine Nase habe? Was soll Gesang und Tanz dem Ohre, da ich doch keine Ohren habe? Was soll die tiefe Verbeugung zu Füßen, da ich doch keine Füße habe?
Die Religion – und hier kommt vernünftige Überlegung der Geschichte zur Hilfe – ist also nur dazu da, uns in der anderen Welt das Heil zu sichern; da sie eine Angelegenheit des Glaubens ist, taugt sie nicht dazu, die Geister zu erleuchten.
Die religiöse Erregung ist ihrem Wesen nach immer die Sehnsucht, das Überweltliche klarer wahrzunehmen, um es inbrünstiger fühlen zu können.
Jeder Versuch, auf dem Wege des Räsonnements sich der Religion zu nähern, führt zu Absurditäten.
Die Zeit, in der man alles den Menschen durch Worte – seien es theologische oder fromme Worte – sagen könnte, ist vorüber; ebenso die Zeit der Innerlichkeit und des Gewissens und d.h. eben die Zeit der Religion überhaupt.
Die Religiösen sprechen von Gott, wenn menschliche Erkenntnis (manchmal schon aus Denkfaulheit) zu Ende ist oder wenn menschliche Kräfte versagen – es ist eigentlich immer der deus ex machina, den sie aufmarschieren lassen, entweder zur Scheinlösung unlösbarer Probleme oder als Kraft bei menschlichem Versagen, immer also in Ausnutzung menschlicher Schwäche bzw. an den menschlichen Grenzen.
Bei einem unwissenden und barbarischen Volk wird sie [die Religion] zu einem Instrument aller Greuel, und dieses ist um so gefährlicher, als es der Aberglaube heiligspricht; bei einem aufgeklärten und wissenden Volk kann sie zum Quell vieler Tugenden werden.
Wenn man die Gefahr vor Augen sieht oder der Mensch viele Leiden hat, so nimmt er seine Zuflucht zum Gebet.
Denn was soll mir Religion, wenn sie stocken bleibt?
Mönche sind diesseits des Paradieses weder im Frieden noch im Kriege von Nutzen oder eine Zierde.
Seltsam, dass die Menschen so gern für ihre Religion fechten und so ungern nach ihren Vorschriften leben.
Genau dort, wo die Biologie aufhört, beginnt jede Religion.
Katechismus! Eine gelehrte Religion ist an sich verdächtig.
Die Religion selbst ist eben darum so tief herabgesunken, weil sie bei den meisten Menschen als ein bloß überkommenes Erbstück im Gedächtniß haftet und nicht bis ins Herz und aus dem Herzen wieder, als eine schöne Blume der individuellen Menschheit, an das Licht gedrungen ist.
Der einzige echte Einwand gegen die christliche Religion lautet schlicht, dass sie eine beliebige Religion unter anderen ist.
Was mich Euch zum Christen macht, das macht Euch mir zum Juden!
In Gottes Namen fängt alles Unglück an.
Goldene Kirchen, hölzerne Herzen.
Wie viel hat doch der religiöse Mensch vor dem Philosophen voraus, da er mit dem Innersten der Natur in heiligen Personen menschlich verkehren kann.
Die Religionen haben ihr Dauerndes nicht bloß in der Gottesidee, sondern auch darin, dass sie in der Weltanschauung aller Zeiten den transzendenten Teil der Welt in Anerkennung erhalten, ohne welchen jede Weltanschauung falsch und seicht ist.