Religion Sprüche

Sprüche über Religion

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Die Anfänge einer Religion mögen den Diebstahl einer Münze, eines Hammels verhindert haben. Es kommt aber früher oder später ein Zeitpunkt, da um dieser selben Religion willen sich Hunderttausende von Menschen die Gurgel abschneiden oder auf dem Scheiterhaufen winden.

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Es gibt, die Religion sei, welche sie wolle, nur einen Gott, nur eine Tugend, nur eine Wahrheit, nur ein Glück. Du findest alles, wenn du der Stimme deines Herzens folgst.

Mendelssohn Bartholdy, A., Briefe. An seine Tochter Fanny, am 5. April 1819

Gebundenheit ist die Wurzel der Religion, Hingebung ihre Blüte.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Liebe, Kunst, Religion hüllen sich gern in das Gewand der Scham.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Religion zu haben ist Pflicht des Menschen gegen sich selbst.

Kant, Die Metaphysik der Sitten, 1797. Zweiter Teil. Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre

Wenn es keine Versprechungen gäbe, womit sollte die Religion bezahlen?

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Gottes Sache auf Erden verteidigen, natürlich zugunsten der andern, nicht gegen die andern!

Merian (Hg.), Trotzdem. 366 deutsche Gedanken und Gedichte, Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1926

Das Wesen jeder Religion besteht nur in der Antwort auf die Frage: wozu lebe ich und welches ist mein Verhältnis zu der mich umgebenden unendlichen Welt.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Religion ist die höchste Form der Liebe.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Die Religion hinterließ fast nichts als ihren zeremoniellen Teil, dem man als bequemstes, billigstes Andachtsmittel das Gebet entnimmt, da es meist nur Wünsche enthält.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Wenn man sich nur ein wenig frei über Religion und das Elend des Menschen ausläßt, läßt man sich ohne Widerstand unter die überlegenen Geister einreihen.

Vauvenargues, Unterdrückte Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Und es tut mir gut, etwas Schweres zu machen. Das hindert nichts daran, daß ich ein schreckliches Bedürfnis (soll ich das Wort sagen?) nach Religion habe. Dann gehe ich in die Nacht hinaus und male die Sterne…

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Die Philosophie ist nur für das Einzelwesen verantwortlich, die Religion für die Massen.

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Die christliche Religion ist die Religion des Leidens.

Feuerbach, Das Wesen des Christentums, 1841. Erster Teil. Das wahre, d. i. anthropologische Wesen der Religion. 6. Kapitel: Das Geheimnis des leidenden Gottes

Der Protestantismus ist eine Philologie, keine Religion.

Ball, Die Folgen der Reformation. Zur Kritik der deutschen Intelligenz, 1919

Der Quietismus ist die Heuchelei des perversen Mannes und die wahre Religion der liebevollen Frau.

Diderot, Über die Frauen, 1772

Den Fundamentalunterschied aller Religionen kann ich nicht, wie durchgängig geschieht, darin setzen, ob sie monotheistisch, polytheistisch, pantheistisch, oder atheistisch sind; sondern nur darin, ob sie optimistisch oder pessimistisch sind, d. h. ob sie das Dasein dieser Welt als durch sich selbst gerechtfertigt darstellen, mithin es loben und preisen, oder aber es betrachten als etwas, das nur als Folge unserer Schuld begriffen werden kann und daher eigentlich nicht sein sollte, indem sie erkennen, dass Schmerz und Tod nicht liegen können in der ewigen, ursprünglichen, unabänderlichen Ordnung der Dinge, in dem, was in jedem Betracht sein sollte.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum ersten Buch. Zweite Hälfte. Kapitel 17. Über das metaphysische Bedürfnis des Menschen

Religion ist Gefühls- nicht Verstandessache; die Religion ist die beste, die sich am wenigsten an das Gefühl wendet. Aus diesem Grunde halte ich die protestantische für die schlechteste.

Weber, Ohne Maulkorb. Gereimte Satiren, 1905

Gar viele sind stolz darauf, sich zu einer Religion zu bekennen, deren Gebote sie nicht befolgen.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Aus der Theologie wird man zur Philosophie, aus der Philosophie zur Religion geführt.

Mauthner (Hg.), Nachgelassene Schriften von Walter Calé, hg. von Fritz Mauthner, Berlin 1910

Religion und Moral können der Kraft des Temperaments einen Zügel anlegen; sie können sie nicht zerstören.

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