Religion Sprüche

Sprüche über Religion

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Moralität und Religion sind absolut Eins; beides ein Ergreifen des Übersinnlichen, das erste durch Tun, das zweite durch Glauben.

Fichte, Appellation an das Publikum über die durch ein Kurf. Sächs. Konfiszationsreskript ihm beigemessenen atheistischen Äußerungen (Kurztitel: Appellation an das Publikum gegen die Anklage des Atheismus), 1799

Religion und Sittenlehre werden in unseren Betrachtungen unterschieden, in Wirklichkeit sind sie aber eins und dasselbe.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Die Basis der Staatsreligion ist die Gewalt, die Basis des Christentums ist die Liebe.

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Groß ist die Religion der Macht, aber größer ist die Religion der Liebe. Groß ist die Religion der unversöhnlichen Gerechtigkeit, aber größer ist die Religion der verzeihenden Barmherzigkeit.

Castelar, Reden

Religion: Das großeVielleicht.

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Es gibt in England sechzig verschiedene religiöse Sekten, aber alle in einer Brühe.

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Nicht durch Gelehrte und Philosophen, besonders nicht durch Skeptiker sind die großen Religionen, welche die Welt regiert haben und die riesigen Reiche, die sich von einer Hemisphäre zur andern erstreckten, geschaffen worden.

Le Bon, Psychologie der Massen (Psychologie des foules), 1895, deutsch von Rudolf Eisler, Leipzig 1912. Übersetzt von Rudolf Eisler

Wenn unsere Arbeit uns zu einem Ergebnis führt, das die Religion auf eine Menschheitsneurose reduziert und ihre großartige Macht in der gleichen Weise aufklärt wie den neurotischen Zwang bei den einzelnen unserer Patienten, so sind wir sicher, den stärksten Unwillen der bei uns herrschenden Mächte auf uns zu ziehen.

Freud, Der Mann Moses und die monotheistische Religion, 1939. III. Moses, sein Volk und die monotheistische Religion

Den Glauben, das religiöse Gefühl zu pflegen, überlassen wir der Kirche und stören sie darin nicht. Aber sie überlasse es dann auch uns, die Wissenschaft zu pflegen, die freie Wissenschaft, welche allein Wissenschaft ist. Das Ziel der Wissenschaft ist ja Wahrheit, und nur die Wahrheit kann uns frei machen.

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Die protestantischen Länder wurden später [im 16. Jhdt.] Stätten der »Geistesfreiheit«, nicht weil sie protestantisch, sondern insofern sie es nicht mehr mit Eifer waren.

Burckhardt, Historische Fragmente aus dem Nachlass, gesammelt von Emil Dürr, 1929

Laßt die Religion frei, und es wird eine neue Menschheit beginnen.

Schlegel, F., Fragmentensammlungen (Kritische Fragmente, Blüthenstaub, Athenäums-Fragmente, Ideen), 1797-98. Ideen [7]

Sammel eine Gruppe von Menschen auf der Grundlage ihrer starken religiösen Überzeugungen, und du hast einen – garantiert – morbiden Zustand, der sich in Kriminalität, Anomalitäten und Paranoia ausdrückt.

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Die Religionen behaupten ihre Idealität am ehesten, solange sie sich gegen den Staat leidend, protestierend verhalten. [...]

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum)

Religion: Tochter der Hoffnung und der Furcht, welche der Unwissenheit die Natur der Unbegreiflichkeit erklärt.

Bierce, Des Teufels Wörterbuch (The Cynic's Word Book), 1906 (1909 als »Devil’s Dictionary« in ›Collected Works‹, Vol. 7)

Der Mensch ohne Religion verarmt im Gemüt. Für diese Verarmung gibt es kein Heilmittel. Und besäßest du alle Schätze und blendenden Geist, dein Zustand wäre nur glänzendes Elend.

Leixner, Aus meinem Zettelkasten. Sprüche aus dem Leben für das Leben, 1896

Die religiösen Fehler sind gefährlich, die philosophischen nur lächerlich.

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Wenn Heiligkeiten sich in einem Menschen bekriegen, das setzt die fürchterlichsten Schlachten.

Gött, Zettelsprüche. Aphorismen, hg. von Volker Schupp und Reinhard Pietsch, Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. 1982

Religion und Mathematik sind nur verschiedene Ausdrucksformen derselben göttlichen Exaktheit.

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Religionen sind die Friedhöfe des Geistes. Man kann nicht den Lebendigen bei den Toten suchen.

Lhotzky, Vom Erleben Gottes, 1908

Napoleon und Cäsar, wären sie irgendwo einander begegnet, hätten gelächelt wie Auguren. Doch Christus und Mohammed, fürcht' ich, hätten einander ernst genommen.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927