Religion Sprüche – leben

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Wer die ungeheure Bedeutung der Religion unterschätzt, arbeitet trotz aller Aufklärung nur dem Aberglauben in die Hände, und mit dem Aufhören der Gottesfurcht beginnt die Entfesselung aller Leidenschaften.

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Alles kommt in der Religion aufs Tun an.

Kant, Der Streit der Facultäten, 1798

Einer fragt Bâyazîd, warum Himmel und Erde so seien, wie sie sind; warum die Erde stehe und der Himmel sich drehe. Bâyazîd antwortet: "Wir reden nicht über den Grund des Ganzen, daher suchen wir auch nicht nach dem Grunde für das Einzelne. Die Philosophie fragt nach den Gründen, darum hat sie keinen Anteil an der Religion Muhammeds. In dieser Religion und Gemeinde gibt es nichts, als die Dinge hinzunehmen, wie sie sind, und sich darein zu ergeben."

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Eine Religiosität, die keine Opfer bringt, ist keinen Pfennig wert.

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Die verschiedenen Religionen sind nur verschiedene Tore zu derselben Stadt.

Müller, F. M., Essays. Erster Band: Beiträge zur vergleichenden Religionswissenschaft, 2. vermehrte Auflage 1879. Vorrede

Die Religion ist ein Teil des Schicksals.

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Das Reich des Herrschers und der Gottesdienst sind wie zwei Brüder: Sooft das Reich erschüttert wird, kommen auch in den Gottesdienst Mängel; Kirchenfeinde und Unheilstifter kommen zum Vorschein. Und sooft der Gottesdienst mangelhaft wird, geht es im Reiche drunter und drüber.

Nizâm Ul-Mulk, Siyāsatnāma. Gedanken und Geschichten

Eure Religion wurde auf steinerne Tafeln geschrieben mit dem eisernen Finger eines zornigen Gottes, damit ihr sie nicht vergeßt. Das kann der Rote Mann nicht verstehen und nicht im Gedächtnis bewahren. Unsere Religion, das sind die Lebensformen unserer Väter, die Träume unserer alten Männer, die ihnen der Große Geist schickt, die Visionen unserer Häuptlinge. Und das ist in das Herz meines Volkes geschrieben.

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Wahre Religion besteht nicht nur in Worten, man muß sie in die Tat umsetzen.

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Jeder wird in der Religion seiner Eltern geboren, von Kindheit an in dieselbe eingeleitet, und nachher behält er sie bei und kann wegen der Geschäfte in der Welt nicht selbst sich aus dem Falschen derselben herausführen; hingegen ein böses Leben führen und das Falsche bis zur Zerstörung des echten Wahren bestätigen, dies verdammt. Denn wer in seiner Religion bleibt und an Gott, innerhalb der Christenheit aber an den Herrn glaubt und das Wort heilig hält und aus Religion nach den Vorschriften der zehn Gebote lebt, der schwört nicht auf das Falsche.

Swedenborg, Kurze Darstellung der Lehre der Neuen Kirche (Summaria expositio doctrinae Novae Ecclesiae), 1769

In der Religion kommt es nicht darauf an, daß man über vieles Klarheit, sondern daß man über eines Gewißheit hat.

Rittelmeyer, Menschen untereinander, Menschen füreinander, 1959 (EA: 1957)

Religionen sind nur die Flüsse, die zum Meer führen.

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Religion ist ein Prisma, von dessen sieben Farben sich jeder seine Lieblingsfarbe wählen mag, alle aber rühren nur voneinemSonnenstrahl.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Weitere Religionsbetrachtungen eines einfältigen Laien

Jede Religion ist eine Art Kreditanstalt; und keiner sieht das gerne angezweifelt, worauf er seinen Kredit gesetzt hat.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Auch die Religion kann ihr Versprechen (des Glücks) nicht halten. Wenn der Gläubige sich endlich genötigt findet, von ›Gottes unerforschlichem Ratschluß‹ zu reden, so gesteht er damit ein, daß ihm als letzte Trostmöglichkeit und Lustquelle im Leiden nur die bedingungslose Unterwerfung geblieben ist. Und wenn er zu dieser bereit ist, hätte er sich den Umweg wahrscheinlich sparen können.

Freud, Das Unbehagen in der Kultur, 1930

Das große Dennoch, das alle niederdrückenden Affekte besiegt, ist die Grundstimmung und das Ziel der Religion.

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Die Religion ist der Anker des Lebens.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)

Ob man mit einer Leiter, einem Seil oder einer Treppe auf das Dach des Hauses gelangt, ist nicht wichtig. Ebenso ist es mit den Religionen.

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Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenns ihm gut geht, und eine, wenns ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Der Mensch, in: Die Weltbühne, 16.06.1931, Nr. 24 (Kaspar Hauser), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Die Furchtlosigkeit eines ungläubig Sterbenden kann ihn vor einiger Angst doch nicht schützen, wenn er folgendermaßen überlegt: Ich habe mich tausendmal über meine handgreiflichsten Interessen getäuscht, es ist möglich, dass auch meine Vorstellung von der Religion irrig ist. Aber ich habe weder Kraft noch Zeit das zu untersuchen, und ich sterbe…

Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Leiden war’s und Unvermögen — das schuf alle Hinterwelten; und jener kurze Wahnsinn des Glücks, den nur der Leidendste erfährt.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Von den Hinterweltlern