Religion Sprüche – philosophisch

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Die Mißachtung der Religion führt zur Mißachtung der menschlichen Pflichten.

Rousseau, Emil oder über die Erziehung (Émile ou de l'éducation), 1762

Religion ist für die meisten etwas, woran man glaubt, weil man glaubt, daß der andere daran glaubt.

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Es gibt, die Religion sei, welche sie wolle, nur einen Gott, nur eine Tugend, nur eine Wahrheit, nur ein Glück. Du findest alles, wenn du der Stimme deines Herzens folgst.

Mendelssohn Bartholdy, A., Briefe. An seine Tochter Fanny, am 5. April 1819

Liebe, Kunst, Religion hüllen sich gern in das Gewand der Scham.

Mohr, Gedanken über Leben und Kunst, 2. vermehrte Auflage 1885 (EA: 1879)

Religion zu haben ist Pflicht des Menschen gegen sich selbst.

Kant, Die Metaphysik der Sitten, 1797. Zweiter Teil. Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre

Das Wesen jeder Religion besteht nur in der Antwort auf die Frage: wozu lebe ich und welches ist mein Verhältnis zu der mich umgebenden unendlichen Welt.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Religion ist die höchste Form der Liebe.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Wenn man sich nur ein wenig frei über Religion und das Elend des Menschen ausläßt, läßt man sich ohne Widerstand unter die überlegenen Geister einreihen.

Vauvenargues, Unterdrückte Maximen, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Die Philosophie ist nur für das Einzelwesen verantwortlich, die Religion für die Massen.

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Die christliche Religion ist die Religion des Leidens.

Feuerbach, Das Wesen des Christentums, 1841. Erster Teil. Das wahre, d. i. anthropologische Wesen der Religion. 6. Kapitel: Das Geheimnis des leidenden Gottes

Der Protestantismus ist eine Philologie, keine Religion.

Ball, Die Folgen der Reformation. Zur Kritik der deutschen Intelligenz, 1919

Der Quietismus ist die Heuchelei des perversen Mannes und die wahre Religion der liebevollen Frau.

Diderot, Über die Frauen, 1772

Den Fundamentalunterschied aller Religionen kann ich nicht, wie durchgängig geschieht, darin setzen, ob sie monotheistisch, polytheistisch, pantheistisch, oder atheistisch sind; sondern nur darin, ob sie optimistisch oder pessimistisch sind, d. h. ob sie das Dasein dieser Welt als durch sich selbst gerechtfertigt darstellen, mithin es loben und preisen, oder aber es betrachten als etwas, das nur als Folge unserer Schuld begriffen werden kann und daher eigentlich nicht sein sollte, indem sie erkennen, dass Schmerz und Tod nicht liegen können in der ewigen, ursprünglichen, unabänderlichen Ordnung der Dinge, in dem, was in jedem Betracht sein sollte.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum ersten Buch. Zweite Hälfte. Kapitel 17. Über das metaphysische Bedürfnis des Menschen

Religion ist Gefühls- nicht Verstandessache; die Religion ist die beste, die sich am wenigsten an das Gefühl wendet. Aus diesem Grunde halte ich die protestantische für die schlechteste.

Weber, Ohne Maulkorb. Gereimte Satiren, 1905

Aus der Theologie wird man zur Philosophie, aus der Philosophie zur Religion geführt.

Mauthner (Hg.), Nachgelassene Schriften von Walter Calé, hg. von Fritz Mauthner, Berlin 1910

Religion und Moral können der Kraft des Temperaments einen Zügel anlegen; sie können sie nicht zerstören.

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Die Religion lehrt uns jedes beliebige Unglück, das unsere menschliche Berechnung durchkreuzen möchte, von vornherein berechnen. Die Religion hat den größten und einzigen Feind des Menschen, sie hat den Zufall in Ketten geworfen.

Wedekind, Die Zensur. Theodizee in einem Akt, 1907/08. Zweite Szene, Buridan

Wenn die Leistungen der Religion in bezug auf die Beglückung der Menschen, ihre Kultureignung und ihre sittliche Beschränkung keine besseren sind, dann erhebt sich doch die Frage, ob wir ihre Notwendigkeit für die Menschheit nicht überschätzen und ob wir weise daran tun, unsere Kulturforderungen auf sie zu gründen.

Freud, Die Zukunft einer Illusion, 1927. VII. Revision der Beziehung zwischen Kultur und Religion

Die Religion ist, wie das Firmament; je mehr man es untersuchet, destomehr Sterne findet man daran; wie das Meer; je mehr man es beobachtet, destomehr scheint es unermeßlich zu seyn.

Clemens XIV., Merkwürdige Briefe des Pabstes Clemens des XIV. (Ganganelli), 1777 (posthum). Originaltext der Übersetzung

Je mehr man das Weltall und seine Verbindungen damit kennt, desto vortrefflicher die Religion.

Heinse, Ardinghello und die glückseligen Inseln, 1787

Ich werde tabula rasa machen (oder es ist vielmehr schon geschehen) mit allen meinen bisherigen religiösen Vorstellungen bis ich auf dem Feuerbachschen Niveau bin.

Keller, G., Briefe. An Wilhelm Baumgartner, 28. Januar 1849