Religion Sprüche – philosophisch

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Die Religionsgeschichte des Abendlandes ist fast ausschließlich die Geschichte religiöser Empörungen.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Der religiösen Vorstellung geht die Wahrheit auf, es müsse eine andere Welt geben, als diese, weil in ihr der unerlöschliche Trieb zur Glückseligkeit nicht zu stillen ist, dieser Trieb somit eine andere Welt zu seiner Erlösung fordert.

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In jeder Epoche und in jeder menschlichen Gesellschaft gibt es einen religiösen Sinn dessen, was gut und dessen, was schlecht ist [...] und dieser religiöse Sinn entscheidet über den Wert der durch die Kunst ausgedrückten Gefühle.

Tolstoi, Gegen die moderne Kunst, 1898

Religion ist die philosophische Poesie der Welt. Bei ihrer Gestaltung waren die poetischen und philosophischen Kräfte des Menschen zugleich tätig. Sie zu missachten ist darum immer eine Rohheit.

Pauly, Aphorismen, 1905

Nur die Religion kann Europa wieder aufwecken und die Völker versöhnen und die Christenheit mit neuer Herrlichkeit sichtbar auf Erden in ihr altes friedenstiftendes Amt installieren.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Die Christenheit oder Europa

Mir ist es klar, daß wir die Pflichten der Religion nur insoferne üben, als deren Dienst unseren Leidenschaften schmeichelt.

Montaigne, Essais, Erstdruck 1579, erste Gesamtausgabe 1595 (posthum)

Religion ist die Kimm des Gedankenmeeres.

Essigmann, Gott, Mensch und Menschheit. Aphorismen, 1916

Die Religion scheint den Menschen gegeben, um einander zu hassen.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Religion ist die Unfähigkeit des menschlichen Verstandes, Ereignissen ins Gesicht zu sehen, die er nicht versteht.

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Man schilt manchen irreligiös, dessen ganzes Vergehen darin besteht, dass er die übliche Auffassung des Göttlichen zu kleinlich, zu eng, zu menschlich und gewöhnlich findet.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Die ganze Religion, mein Freund, hat sich schlicht und einfach aus dem Betrug, der Angst, dem Vorteil, der Phantasie und aus der Poesie entwickelt.

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Die Weltreligionen sind es, welche die größten historischen Krisen herbeiführen.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum). 2. Die Religion

Was die Natur sagt, hat Gott gesagt. Religionen aber sind Menschenantwort.

Pauly, Aphorismen, 1905

Wahre Religion also ist ein kindlicher Gottesdienst, eine Nachahmung des Höchsten und Schönsten im menschlichen Bilde, mithin die innigste Zufriedenheit, die wirksamste Güte und Menschenliebe.

Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, 4 Bde., 1784-91. Erster Teil. Viertes Buch. VI. Zur Humanität und Religion ist der Mensch gebildet

Auf die Dauer kann der Vernunft und der Erfahrung nichts widerstehen, und der Widerspruch der Religion gegen beide ist allzu greifbar.

Freud, Die Zukunft einer Illusion, 1927. X. Das Verhältnis zwischen Religion und Wissenschaft

Wer vorgibt, um der Religion willen Krieg zu führen, hat keine Religion.

Much, Akbar. Der Schatten Gottes auf Erden, 1924

Wirkliche und wahre Religiosität ist nicht lediglich betrachtend und beschauend, nicht bloß brütend über andächtigen Gedanken, sondern sie ist notwendig tätig.

Fichte, Die Anweisung zum seligen Leben, oder auch die Religionslehre (Vorlesungen), 1806. 5. Vorlesung

Der Brennpunkt der Religion ist das Menschenherz.

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Wenn das Regenwasser in Rinnen fließt, da scheint uns als käme es aus den Rinnen, wo es doch in Wirklichkeit vom Himmel fällt. Dasselbe gilt auch von den heiligen Lehren, die uns göttliche Männer mitteilen. Es scheint, als kämen sie aus ihnen, in Wirklichkeit kommen sie von Gott.

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Moralität und Religion sind absolut Eins; beides ein Ergreifen des Übersinnlichen, das erste durch Tun, das zweite durch Glauben.

Fichte, Appellation an das Publikum über die durch ein Kurf. Sächs. Konfiszationsreskript ihm beigemessenen atheistischen Äußerungen (Kurztitel: Appellation an das Publikum gegen die Anklage des Atheismus), 1799

Religion und Sittenlehre werden in unseren Betrachtungen unterschieden, in Wirklichkeit sind sie aber eins und dasselbe.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07