Religion Sprüche – philosophisch

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Die wahrsten Empfindungen sind immer die allernatürlichsten, auch in der Religion. Denn es gibt auch in der Religion Kurzweil und Ernst.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Ernst und Kurzweil, von meinem Vetter an mich. Sechstes Exempel

Über die Priester sollen wir fühlen wie Voltaire; über die Religion selbst wie Fénélon.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Ergebung – oder Auflehnung –? Ja, wenn sich das ein für alle Mal entscheiden ließe. Fühlen wann zum einen, wann zum andern der Anlaß gegeben ist, das erst ist Religion – oder Philosophie – oder beides zugleich.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Symbole, Abstrakta, ja schon die Pluralia – das sind ebensoviele Fluchtversuche aus der erschütternden und verwirrenden Realität der Dinge in Spekulation, Metaphysik oder zu Gott.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Untersucht die religiösen Grundsätze, die tatsächlich in der Welt vorherrschten! Ihr werdet zur Überzeugung gelangen, daß sie kaum etwas anderes sind als die Träume Siecher.

Hume, Die Naturgeschichte der Religion (The Natural History of Religion), 1755. Übersetzt von Theodor Lipps

Religion ist die höchste Eitelkeit.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1835

Die Furcht vor dem Übernatürlichen, vor dem Unbekannten ist der Keim der religiösen Vorstellungen.

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Ist nicht die Religion ein Mantel, die Ehrlichkeit ein auf schmutzigen Wegen angetragenes Paar Schuhe, die Eigenliebe ein Überrock, die Eitelkeit ein Hemd und das Gewissen eine Hose, die zwar unzüchtige und schmutzige Teile bedeckt, aber für unzüchtige und schmutzige Zwecke leicht heruntergelassen wird?

Swift, Märchen von einer Tonne (A Tale of a Tub), 1704

Nicht trotz unseres eifrig gepflegten Religionsunterrichts ist unsere Jugend religiös indifferent; sie wird es durch den Übereifer der dogmatischen Unterweisung.

Sallwürk, Haus, Welt und Schule. Grundfragen der elementaren Volksschulerziehung, 1902

Eine Religion ohne Metaphysik – das läßt mich an eine Annonce denken, die ich in den letzten Jahren in den großen Zeitungen las: Wein ohne Trauben.

Goncourt, Ideen und Impressionen (Idées et sensations), 1866 (dt. 1904)

Es ist physisch unmöglich, daß wahrhaft religiöses Wissen oder reine Sittlichkeit unter den Volksklassen bestünde, die nicht mit ihrer Hände Arbeit ihr Brot erworben.

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Die Vernunft ist eine irdische Pflanze, obgleich die schönste und herrlichste; die Religion aber eine himmlische.

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Die Vorstellung, es sei die Pflicht eines Menschen, daß ein anderer Mensch religiös sei, lag allen Religionsverfolgungen zu Grunde, die jemals ins Werk gesetzt wurden, und einmal anerkannt, würde sie dieselben insgesamt vollständig rechtfertigen.

Mill, Über Freiheit (On Liberty), 1859. Übersetzt von Theodor Gomperz, 1869

Wir können ebensogut erwarten, daß Samen auf kahlen Felsen wachsen, als daß eine milde und philosophische Religion unter unwissenden und rohen Wilden eingeführt werden könnte.

Buckle, Geschichte der Zivilisation in England (History of Civilization in England), 2 Bde., 1857-61

Religiosität ist aller weiblichen Vollkommenheit Krone.

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Sonderbar! Und immer ist es die Religion und immer die Moral und immer der Patriotismus, womit alle schlechten Subjekte ihre Angriffe beschönigen!

Heine, H., Aufsätze und Streitschriften. Über den Denunzianten

Milde gegen andere Sekten, die aufrichtigste Nachsicht gegen die Verschiedenheit der Meinungen und ein redliches Bestreben, die Nächstenliebe und das Wohlwollen beiderseits zu fördern – dies sind die wahrsten und die besten Beweise einer Kirche für den göttlichen Ursprung der Religion.

Fox, C. J., Reden

Der Ursprung der Religionen kann ebenso leicht aus der Dankbarkeit, dem Glück, etwas Tödlichem entronnen zu sein, hergeleitet werden als aus der Feigheit, sich einem allmächtigen Beschützer gegen Bedrohungen zu befreunden.

Schleich, Erlebtes, Erdachtes, Erstrebtes, 1928

Zoroasters Religion ist zugleich Philosophie, der Griechen Religion ist zugleich Kunst, Moses Religion ist zugleich Staat, Christus Religion ist bloß Seele und Leben, aus welchem alles dies kommen kann.

Herbart, J. F., Rezensionen. Rezension zu: Religion, Wissenschaft, Kunst und Staat, in ihren gegenseitigen Verhältnissen betrachtet von Joh. Jac. Wagner. Erlangen, 1819

Religion ohne Autorität ist nichts wie Philosophie.

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Nur die mißverstandene Religion kann uns von dem Schönen entfernen, und es ist ein Beweis für die wahre, für die richtig verstandene wahre Religion, wenn sie uns überall auf das Schöne zurückbringt.

Lessing, Wie die Alten den Tod gebildet, 1769