Religion Sprüche – philosophisch

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Eine Religion, die sich auf den Verstand gründen will, anstatt auf das Gemüt, ist keine mehr.

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Religion ist schließlich nicht, was den Menschen an Gott, sondern an das Leben knüpft.

Gött, E., Briefe. An Herrn und Frau Professor K., 18. Juni 1902

Da der menschliche Verstand dazu nicht fähig ist, ist es unnütz, eine andere Erklärung als die traditionelle zu suchen; also heißt es: Rückkehr zur katholischen, apostolischen und römischen Religion. Ich schließe mich ihr an.

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Ich erkenne das Böse nicht an. Der Mensch ist vollkommen. Die Seele verkommt nicht. Der Fortschritt existiert. Das Gute ist unerschütterlich. Die Antichristen, die strafenden Engel, die ewigen Qualen, die Religionen sind das Erzeugnis des Zweifels.

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Alle wahre Religion scheitert am Konfessionswesen.

Seume, Vorrede zu: Bemerkungen über einige schwierige Stellen des Plutarch, 1808

Die Vernunft denkt, die Religionen träumen.

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Ohne Religion sinkt der Mensch zum Tier herab; es fehlt ihm zu einem blutdürstigen Ungeheuer weiter nichts als Löwenzähne oder Wolfskrallen.

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Gut und schön! In diesen zwei Eigenschaften allein liegt das ganze Material zum Aufbau einer Religion, die menschlich ist und zugleich göttlich.

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Religion ist nicht bloß eine Kirche, in die man gelegentlich zum Beten geht, sondern eine Welt, in der man beständig leben soll.

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Die schlecht aufgefaßte Religion gleicht einem Fieber, das bei der geringsten Gelegenheit in Raserei ausartet. Es ist dem Fanatismus eigen, daß er die Köpfe erhitzt.

Voltaire, Philosophisches Wörterbuch (Dictionnaire philosophique portatif), 1764

Überall auf Erden hat man sich der Religion bedient, um Böses zu tun, aber sie wurde überall eingesetzt, um zum Guten zu führen; und wenn das Dogma den Fanatismus und den Krieg entstehen läßt, so flößt die Moral hingegen allerorts die Eintracht ein.

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Die nackte Wahrheit findet selten bei den Menschen Eingang. Deshalb haben die Religionsstifter oder ihre Kommentatoren die erhabensten Wahrheiten mit den abgeschmacktesten Irrtümern verwebt.

Ernsthausen, Gedankenstriche, 1843

Das Wunderbare entsteht nicht erst an einer besonderen Stelle, es durchdringt vielmehr alles geistige Leben; wer es nicht schon in diesem sieht, wer nicht in dem, was uns täglich und stündlich bewegt, ein Geheimnis gewahrt und anerkennt, dem mag die Religion lediglich ein überflüssiger, ja schädlicher Anhang des Lebens dünken.

Eucken, Der Wahrheitsgehalt der Religion, 2. umgearbeitete Auflage 1905 (EA: 1901)

Die weniger tief angelegten Menschen meinen meist, dass sie in der Religion nichts mehr zu lernen brauchten. Die einen von ihnen glauben alles Göttliche ganz genau zu kennen und beschuldigen jeden, der nicht ganz ihres Sinnes ist, des Unglaubens, die anderen aber glauben ebenso genau zu wissen, dass es nichts Göttliches gibt.

Naumann, Was heißt Christlich-Sozial? Gesammelte Aufsätze, 1894

Die Religion ist der Idealismus des Volkes.

Scherr, Blätter im Winde, 1875

Es gibt nur zwei wahre Religionen, die eine, die das Heilige, das in und um uns wohnt, ganz formlos, die andere, die es in der schönsten Form anerkennt und anbetet. Alles, was dazwischen liegt, ist Götzendienst.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Wilhelm Meisters Wanderjahren, 1829. Aus Makariens Archiv

Religion ist im Grunde nichts anderes als Gottes Gegenwart in unserer Seele.

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IX. Axiom Die Religion ist nicht wahr, weil die Evangelisten und Apostel sie lehrten, sondern sie lehrten sie, weil sie wahr ist.

Lessing, Axiomata, wenn es deren in dergleichen Dingen giebt. Wider den Herrn Pastor Goeze, in Hamburg, 1778

Es gibt unter uns viele verschiedene Religionen, und nicht hierin liegt das Übel, sondern darin, daß ein jeder seinen Glauben für den besten und richtigsten hält und die anderen schmäht, ohne gründlich über sie nachgedacht zu haben.

Leskow, Die Geschichte vom Christen Theodor und von seinem Freund, dem Juden Abraham, 1886

Die christliche Religion ist eine Religion für Menschen in concreto, wie wir sind, die Vernunftreligion eine solche für Menschen in abstracto, die wir nicht sind.

Hilty, Bausteine. Aphorismen und Zitate aus alter und neuerer Zeit, gesammelt von Prof. Dr. C. Hilty, 1910 (posthum)

Für den Gesetzgeber gibt es nichts Unverlässlicheres als die Religion – er setzt sie gar nicht voraus.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896