Religion Sprüche – philosophisch

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Keine Philosophie und keine Moral kann bei der großen Menge jemals die Religion ersetzen.

Schlosser, Weltgeschichte in zusammenhängender Erzählung, 9 Bde., 1815-24

Da Gott aber derart verborgen ist, ist jede Religion, die nicht lehrt, Gott sei verborgen, nicht die wahre.

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Die Religion hat weit höhere Absichten, als denrechtschaffnen Mannzu bilden. Sie setzt ihn voraus; und ihr Hauptzweck ist, den rechtschaffnen Mann zuhöhern Einsichtenzu erheben.

Lessing, G. E., Briefe, die Neueste Litteratur betreffend, Erstdruck 1759-65. 49. Brief, 2. August 1759

Ein ganzes Volk ohne Religion ist ein Phantom; es hat keins gegeben und es wird keins geben; und so ist auch der einzelne Mensch ohne Religion einem Phantome gleich zu achten; nur die Negation unterhält seine Form, sonst würde er in sich selbst zerrinnen.

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Religion ist das Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit.

Schleiermacher, Der christliche Glaube nach den Grundsätzen der evangelischen Kirche im Zusammenhange dargestellt, 1821/22

Nur, wo die Vernunft Licht und das Gefühl Wärme gibt, entspringt echte Religiosität.

Anonym, Frauen-Brevier für Haus und Welt. Eine Auswahl der besten Stellen aus namhaften Schriftstellern über Frauenleben und Frauenbildung, 2. vermehrte Auflage 1864 (EA: 1859)

Alles, was, außer dem guten Lebenswandel, der Mensch noch tun zu können vermeint, um Gott wohlgefällig zu werden, ist bloßer Religionswahn und Afterdienst Gottes.

Kant, Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft, 1793. Viertes Stück. Vom Dienst und Afterdienst unter der Herrschaft des guten Prinzips, oder von Religion und Pfaffentum

Immer, zu allen Zeiten, hatten die Menschen das Verlangen, irgend welchen Begriff von dem Anfang und von dem Endziel ihres irdischen Daseins zu haben, und so entstand die Religion, um ihnen ein Leitprinzip für die gesamte Menschheit zu geben, um jenes Band zu erleuchten, welches alle Menschen als Brüder untereinander verbindet, als Brüder, die alle einen gemeinschaftlichen Ursprung, eine gemeinschaftliche Lebensaufgabe und ein gemeinschaftliches Lebensziel haben.

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In dem Felde der Endlichkeit ist die Bestimmung, daß jeder bleibt, was er ist; hat er Böses getan, so ist er böse: das Böse ist in ihm als seine Qualität. Aber schon in der Moral, noch mehr in der Sphäre der Religion wird der Geist als frei gewußt, als affirmativ in sich selbst, so daß diese Schranke an ihm, die bis zum Bösen fortgeht, für die Unendlichkeit des Geistes ein Nichtiges ist: der Geist kann das Geschehene ungeschehen machen; die Handlung bleibt wohl in der Erinnerung, aber der Geist streift sie ab.

Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der Religion, gehalten 1821-31. Dritter Teil. Die absolute Religion. Das Reich des Sohnes

Religion ist persönliche Beziehung zu Gott. Sie ist unbedingte Gegenwart.

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Was ist denn das Wesen der Religion? [...] Es ist Mut, also das Gegenteil von Furcht [...]. Es ist Liebe, also das Gegenteil von Selbstsucht; ein religiöser Mensch enthält sich aller kränklichen, weichlichen, trübseligen Einbezogenheit und tritt freudig hervor für das Wohl der Gesamtheit. Es ist Freiheit, also das Gegenteil von allem Knechtssinn.

Schleiermacher, F., Predigten

Wo die meiste sogenannte positive Religion war, war immer die wenigste Moralität.

Seume, Apokryphen, 1806/07; erster vollständiger Druck in: Prosaische und poetische Werke, Berlin 1869

Aber der Geist der Religion wohnt nicht in den Schalen der Dogmatik, hat sein Wesen nicht in den Kindern des Unglaubens, noch in den ungeratenen Söhnen und übertünchten Gräbern des Glaubens, läßt sich wenig durch üppige glänzende Vernunftsprünge erzwingen, noch durch steife Orthodoxie und Mönchswesen.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Eine Disputation zwischen den Herren W. und X. und einem Fremden über Hrn. Pastor Alberti »Anleitung zum Gespräch über die Religion« und über Hrn. Pastor Goeze »Text am 5. Sonntage nach Epiphanias«, unter Vorsitz des Hrn. Lars Hochedeln. Dem hochlöblichen Kollegio der Herren Sechsziger zugeeignet. Mit einem saubern Kupfer. 1772, im Hornung

Die wahre Religiosität zeigt sich im ganzen Verhalten des Menschen.

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Jede Religion ist falsch, die in ihrem Glauben nicht einen Gott als Grund aller Dinge verehrt.

Pascal, Gedanken über die Religion und einige andere Gegenstände (Pensées sur la religion et sur quelques autres sujets), Erstdruck 1669/70 (posthum). Kennzeichen der wahren Religion

Keine Religion macht an und für sich selig, sondern allein die Tugend, die durch Religion erwärmt und gebildet werden soll.

Weber, Demokritos oder hinterlassene Papiere eines lachenden Philosophen, 12 Bde., 1832-40. Weitere Religionsbetrachtungen eines einfältigen Laien

In seiner Religion muß man aufrichtig sein: wahre Heiden, wahre Juden, wahre Christen.

Pascal, Gedanken über die Religion und einige andere Gegenstände (Pensées sur la religion et sur quelques autres sujets), Erstdruck 1669/70 (posthum)

Die wahre Gottesverehrung besteht darin, dass man nach Gottes Willen handelt.

Kant, Über Pädagogik. Bemerkungen aus den über diesen Gegenstand bei der Universität mehrmals gehaltenen Vorträgen, hg. von D. Friedrich Theodor Rink 1803. Von der praktischen Erziehung

Nicht der Inbegriff gewisser Lehren als göttlicher Offenbarungen (denn der heißt Theologie), sondern der aller unserer Pflichten überhaupt als göttlicher Gebote, ist Religion.

Kant, Der Streit der Facultäten, 1798

Religion in des Griechen Gemüt war sittliche Handlung, aber sie ward Handwerk, schwatzender Pöbel, in dir!

Platen, Gedichte. Ausgabe 1834. Epigramme

Selbst wenn Gott nicht existierte, blieben die Religionen etwas Göttliches.

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