Religion Sprüche – sinn

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Die natürliche Religion ruht auf der Überzeugung einer allgemeinen Vorsehung, welche die Weltordnung im ganzen leite.

Goethe, J. W., Autobiographisches. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit, 1. Teil, 4. Buch

Einer fragt Bâyazîd, warum Himmel und Erde so seien, wie sie sind; warum die Erde stehe und der Himmel sich drehe. Bâyazîd antwortet: "Wir reden nicht über den Grund des Ganzen, daher suchen wir auch nicht nach dem Grunde für das Einzelne. Die Philosophie fragt nach den Gründen, darum hat sie keinen Anteil an der Religion Muhammeds. In dieser Religion und Gemeinde gibt es nichts, als die Dinge hinzunehmen, wie sie sind, und sich darein zu ergeben."

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Ist es nicht sonderbar, daß die Menschen so gerne für die Religion fechten, und so ungerne nach ihren Vorschriften leben?

Lichtenberg, Sudelbuch L, 1796-1799. [L 705]

Eine Religiosität, die keine Opfer bringt, ist keinen Pfennig wert.

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Man begreift die Erde erst, wenn man den Himmel erkannt hat. Ohne die religiöse Welt bleibt die sinnliche ein trostloses Rätsel.

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Alle Religionen sind schön, die uns zu guten Menschen machen.

Auerbach, Auf der Höhe. Roman, 1865

Die Religion ist ein Teil des Schicksals.

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Der wahre Zweck von Religion soll sein, die Grundsätze der Sittlichkeit tief in die Seele einzudrücken.

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Was können wir von einer Religion erwarten, die das Leid der Tiere ausklammert?

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Wahre Religion ist, keinen anderen Willen zu haben als den Willen Gottes.

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Der Ursprung, ja das eigentliche Wesen der Religion, ist der Wunsch. Hätte der Mensch keine Wünsche, so hätte er auch keine Götter. Was der Mensch sein möchte, aber nicht ist, dazu macht er seinen Gott.

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Hast du eine Meinung über die buddhistische Lehre, wird sie ein weltliches Ding. Hast du keine Meinung über weltliche Dinge, werden sie buddhistische Lehre.

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Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist.

Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechts-Philosophie, 1843-44. Einleitung

Wenn man nur dem Gehör geschenkt hätte, was Gott zum Herzen der Menschen gesagt hat, so hätte es niemals mehr als eine Religion auf der Erde gegeben. Der Schein einer Religion überhebt sie der Mühe, wirklich eine zu besitzen.

Rousseau, Briefe. An Erzbischof Beaumont, 1762

Die Religion soll unseren Blick nicht von dieser Welt abziehen. Sie ist eine himmlische Macht, die in den Bund tritt mit dem Edlen dieses Lebens, und mich hat noch nie ein religiöses Gefühl durchdrungen, gestärkt, ohne mich zu einer guten Tat anzufeuern, zu einer großen mir die Hoffnung zu geben.

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Die Religion ist der Anker des Lebens.

Hille, Gestalten und Aphorismen, in: Gesammelte Werke von Peter Hille, Band 2, hg. von seinen Freunden 1904 (posthum)

Religion ist das letzte Ziel, wohin alle unsere Gedanken und Handlungen gehen müssen.

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Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenns ihm gut geht, und eine, wenns ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Der Mensch, in: Die Weltbühne, 16.06.1931, Nr. 24 (Kaspar Hauser), wieder in: Lerne lachen ohne zu weinen, 1931

Wer die Religion nur um der Würze der Sprache willen liebt, bekennt sich zur Form und nicht zur Sache.

Kühnel (Hg.), Zitaten-Handbuch. Worte und Weisheit aus vier Jahrtausenden, hg. von Joseph Kühnel, 1937

Famos steht dir dein bunter Kittel, Doch was beschmierst du ihn mit Dreck? Die Religion ist nur ein Mittel und du – erniedrigst sie zum Zweck!

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Leiden war’s und Unvermögen — das schuf alle Hinterwelten; und jener kurze Wahnsinn des Glücks, den nur der Leidendste erfährt.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Die Reden Zarathustras, 1883. Von den Hinterweltlern