Schicksal Sprüche – glück
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Es ist manchmal, als wenn das, was wir Schicksal nennen, gerade an guten und verständigen Menschen seine Tücken ausübte, da es so viele Narren und Bösewichter ganz bequem hinschlendern läßt. Fromme Leute mögen das auslegen, wie sie wollen, und dadrin eine prüfende Weisheit finden; uns andern kann es nur verdrießlich und ärgerlich sein.
Ganz einfach gesprochen, man kann sich zu den Dingen, die einem widerfahren oder die man tut, mehr allgemein oder mehr persönlich verhalten. Man kann einen Schlag außer als Schmerz auch als Kränkung empfinden, wodurch er unerträglich wächst; aber man kann ihn auch sportlich aufnehmen, als ein Hindernis, von dem man sich weder einschüchtern noch in blinden Zorn bringen lassen darf, und dann kommt es nicht selten vor, daß man ihn überhaupt nicht bemerkt.
Weltlauf Man denkt wohl hin und her: Manches könnt' besser sein – Dies zu leicht – das zu schwer – Gross oder klein. Manchmal zu still die Welt. Manchmal zu toll – Manchmal fehlt Gut und Geld – Nichts geht wie's soll: Durst und kein Tropfen Wein – Käs' und kein Brot – Zahnschmerz und Liebespein – Ueberdruss – Noth! Dieser wird wild darob, Strampelt und schreit; Wird wie ein Wüthrich grob – Schafft sich nur Leid. Jener, der winselt drum. Jammert und acht, Weint viele Thränen drum, Seufzt Tag und Nacht. Und die Welt, wie sie will, Geht ihren Lauf – Hält sie kein Toben still – Weinen nicht auf! Was man nicht ändern kann. Wie es auch zwickt – Der ist am Besten dran, Der sich drein schickt!
Haben wir ein Schicksal? Sind wir frei? Wie ärgerlich, das nicht zu wissen! Wieviel Ärger aber erst, wüssten wir es.
Glücklich, daß das Schicksal, das uns quälet, uns doch nicht verändern mag!
Grüble nicht über dein Schicksal nach. Das Los ist geworfen. Nimm es denn, wie es fiel. Bild' es zum Bessern aus.
Menschenloos Fürwahr, wir sind ein glückliches Geschlecht! Denn wahrlich, wahrlich, deut ich's recht, Sind wir nicht mehr als die Tiere auch, Die der Mensch gezähmt zu seinem Gebrauch: Ich möcht mit dem Sturm durch die Erde jagen, Eichen entwurzelnd, Meere zerwühlend, Und zuletzt an zackigem Felsengeklüfte Die nackte Gespenterstirn zerschlagen, Daß es von Kluft zu Kluft Widerhalle in Ewigkeit ...
Wir wissen, daß das Schicksal unter allen Umständen uns richtig führt, und leben mit Frieden in dieser Sicherheit.
– Doch verteilt das Schicksal nicht an Alle seine Gaben? hat jeder nicht sein Teil am Lebensglück? sei's Reichtum oder körperliche Kraft, Gesundheit, hoher Mut, ein leichter Sinn, sei's Freiheit oder schöne Sklaverei, der Liebe süßer Rausch, der Freundschaft stille Lust. So arm ist keiner, dass nicht auf des Lebens Feld ihm irgendeine Blume blüht; vielleicht ein zarter Blütenzweig, der Hoffnung Kind, Ihm teurer oft als gegenwärtig Gut, das ihm in heitrer stiller Ferne schon die schönsten Früchte zeigt.
So geizen die Götter mit ihren Gaben Und versagen der Sehnsucht die Seligkeitsfülle. Wer sein Glück verspielt hat, dem werfen sie spöttisch In den Schooß das Geschenk aus Schadenfreude Und gewähren den Wunsch wann er wertlos geworden!
Wo die Menschen wenig Kraft und Tapferkeit besitzen, zeigt Fortuna in hohem Maße ihre Macht.
Erbarmen nicht, noch Göttergunst, noch Bitten versöhnen dein Geschick; uralter Stempel, aus Demant geschnitten, prägt Leid und Glück.
Das Schicksal aber gibt den Frechen mehr als den Fleißigen.
Es hängt von der Breite des Schicksals ab, wieviel unvergeß- und unverwischbare Spuren es in der Seele hinterläßt.
O Himmel, könnte man im Buch des Schicksals doch lesen!
Der Geist zürnt dem Schickal, weil er den Erfolg anderer verabscheut und am eigenen verzweifelt.
Einen Zwang des Schicksals gibt es nicht.
Wenn du sorglos bist und die Lage nicht mit dem Verstand lenkst, nenne das Schicksal nicht blind, das ist es nicht.
Wem des anderen Schicksal gefällt, dem ist sein eigenes gänzlich verhasst.
Ein säumigeres Schicksal, als es deinen Wünschen entspricht, erwartet dich.
Beklagst du dein Schicksal, so denk' an die Schneeflocken: die einen fallen auf einen Berggipfel, die anderen in den Kot!