Schicksal Sprüche – glück

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Ich rechne nie! Auf die Art kann's Schicksal mir auch nie einen Strich durch die Rechnung machen.

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Hobellied Da streiten sich die Leut' herum wohl um den Wert des Glücks; der eine heißt den andern dumm; am End' weiß keiner nix. Da ist der allerärmste Mann dem andern viel zu reich! Das Schicksal setzt den Hobel an und hobelt alles gleich. Die Jugend will halt stets mit G'walt in allem glücklich sein; doch wird man nur a bisserl alt, dann find't man sich schon drein. Oft zankt mein Weib mit mir, oh Graus! Das bringt mich nicht in Wut. Da klopf' ich meinen Hobel aus und denk: Du brummst mir gut! Zeigt sich der Tod einst, mit Verlaub, und zupft mich: Brüderl, kumm! Da stell' ich mich im Anfang taub und schau mich gar net um. Doch sagt er: Lieber Valentin, mach' keine Umständ', geh! Da leg' ich meinen Hobel hin und sag' der Welt Ade!

Raimund, Der Verschwender, 1834

Die höchste Lebensanschauung ist die, sein Schicksal nicht nur ohne Murren, oder mit einer bloß passiven Geduld, sondern mit freudiger Zuversicht, daß es das Richtige sei, entgegennehmen zu können.

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Es ist eine sprichwörtliche Redensart, daß jeder sich das seinige [Schicksal] schafft, und man pflegt das so zu nehmen, daß er es sich durch Vernunft oder Unvernunft gut oder schlecht bereitet. Man kann es aber auch so verstehen, daß, wie er es aus den Händen der Vorsehung empfängt, er sich so hinein paßt, daß es ihm doch wohl darin wird, wieviel Mängel es darbieten möge.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 6. September 1825

Das Schicksal weiß immer das Beste für uns.

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Es ist wirklich ein Luxus vom Schicksal, daß es Pfeile schleudert; an seinen Fügungen sieht man ohnedem, daß es das Pulver nicht erfunden hat.

Friedell (Hg.), Das ist klassisch! Nestroy-Worte, hg. von Egon Friedell 1922

Die Weisesten merken höchstens nur, wie das Schicksal sie leitet und sind es zufrieden.

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Als großes Los im Leben mir Ein seltsam Ding erscheint: Wenn über das man lächeln kann, Was einst man hat beweint.

Leixner, Herbstfäden, 1886

Das Schicksal ist erfinderischer als der Mensch.

Franzos, Die Juden von Barnow, 1877

Bisweilen macht sich das Schicksal über einen armen Teufel lustig – und läßt ihn im Greisenalter reich werden.

Weiß, So seid Ihr! Zweite Folge, 1909

Manchem mag noch so viel Tragisches passiren – er bringt es doch nie über die Lustspielfigur hinaus.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Mit seinem Schicksal ist keiner zufrieden, Noch unzufrieden mit seinem Talent.

Deshoulières, Verschiedene Betrachtungen (Réflexions diverses)

Non veder non sentir m'e gran ventura ... Geschlossenen Auges laß mich gehn, mein Schicksal, bis der Tag vorüber, der trüb und trüber sich umzieht. Nicht sehn, nicht hören! Wie die Maske sieht aus leeren Löchern und den Wogenschall die Muschel fängt, nur so noch laß mein Leben sein, indes die Seele tief in Schlummer liegen mag, bis sie ein beßrer Tag zu neuem Blühen drängt.

Morgenstern, C., Gedichte. Melencolia

Ein konsequenter Mensch glaubt an das Schicksal, ein launenhafter an den Zufall.

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Was wir Schicksal nennen, ist selten mehr, als die Wirkung einer äußeren, unabwendbaren Gewalt, als der Segen oder Fluch, den unsere inneren Bedingungen über uns bringen.

Wachenhusen, Die neue Lorelei. Roman vom Rhein, 1877

Überhaupt ist das Los des Menschen und seine Bestimmung zur irdischen Glückseligkeit weder ans Herrschen noch ans Dienen geknüpfet. Der Arme kann glücklich, der Sklave in Ketten kann frei sein; der Despot und sein Werkzeug sind meistens, und oft in ganzen Geschlechtern, die unglücklichsten und unwürdigsten Sklaven.

Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit, 4 Bde., 1784-91. Zweiter Teil. Neuntes Buch. IV. Die Regierungen sind festgestellte Ordnungen unter den Menschen, meistens aus ererbter Tradition

Träumen von Glück, aufstehen zu Sorgen, das ist jedes Los, der lebt und liebt.

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Nicht wie dein Schicksal sich gestaltet, sondern wie du dich mit ihm abfindest, bedingt dein Lebensglück.

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Wenn das Schicksal kommt, ist der Arzt ein Narr.

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Des übermächt'gen Schicksals Schläge tragen sich leicht; aber wehe dem, der durch eigene Schuld sein Leben verdirbt.

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Schicksal und sich schicken scheinen mir nicht ohne Bedeutung nahe verwandt. Wie wir uns schicken, so ist unser Schicksal – Sollte dann nicht sein Schicksal leicht und gefällig werden?

Novalis, Schriften, 4 Bde., hg. von Paul Kluckhohn und Richard Samuel, Leipzig 1929