Schicksal Sprüche – leben

412 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Schicksal leben

Das Leben bildet eine Oberfläche, die so tut, als ob sie so sein müßte, wie sie ist, aber unter ihrer Haut treiben und drängen die Dinge.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43

Und mein Teil ist mehr als dieses Lebens schlanke Flamme oder schmale Leier.

Hofmannsthal, H., Gedichte. Aus: Manche freilich …, 1896. Auch Inschrift auf seiner Grabstätte auf dem Kalksburger Friedhof

Welche Schicksale haben doch die schwachen Sterblichen, die wie Blätter im Wind treiben!

Voltaire, Die Briefe Amabeds (Les Lettres d’Amabed), 1769. 7. Brief von Adaté

Das Schicksal des Menschen formt sich jeden Tag und keiner kennt es. Unser Schicksal ist das, was wir sind. Sind wir mutlos, so entmutigen wir es.

Rolland, Clerambault. Geschichte eines freien Gewissens im Kriege (Clerambault, histoire d’une conscience libre pendant la guerre), 1920

Ich habe meinem Schicksal folgen müssen wie ein Bach, der sich vom Felsen stürzt, der anziehenden Kraft.

Heinse, Aus Briefen, Werken, Tagebüchern, hg. von Richard Benz, Stuttgart 1958. I. Ich – Natur und Welt

[…] Armeen habe ich vernichtet, aber gegen Feuer, Eis, gegen den Tod reichen meine Kräfte nicht aus. Das Schicksal war mächtiger als ich […].

Rehlen (Hg.), Berühmte Aussprüche und Worte Napoleons von Korsika bis St. Helena, Leipzig 1906

Unser Wille mag noch so rein sein, wir thun alles, was wir können, der Himmel selbst scheint uns zu winken, und es wird doch nichts draus. Das ist der unerforschliche Organismus jener höheren Sphärenkreise, in die unser Auge vergebens zu dringen sucht.

Alexis, Ruhe ist die erste Bürgerpflicht, 1852

Was mit mir das Schicksal gewollt? Es wäre verwegen, Das zu fragen; denn meist will es mit vielen nicht viel. Einen Dichter zu bilden, die Absicht wär ihm gelungen, Hätte die Sprache sich nicht unüberwindlich gezeigt.

Goethe, J. W., Gedichte. Epigramme. Venedig 1790

Selbst gegen seine Lieblinge zeigt sich das Schicksal nie allzu großmütig. Selten gewähren die Götter den Sterblichen mehr als eine einzige unsterbliche Tat.

Zweig, Sternstunden der Menschheit, 1920. Flucht in die Unsterblichkeit. Die Entdeckung des pazifischen Ozeans, 25. September 1510

Das Schicksal ist ganz einem Buchhändler gleich, Papier sind die Menschen – sein s' arm oder reich; Sie sind leere Blätter bei ihrem Entstehn, 's ist anfangs die Farb' nur der Unschuld zu sehn; Die erste Erziehung ist das Manuskript, Die schon dem Papiere Bedeutsamkeit gibt, Dann kommt es zum Buchhändler Schicksal ins Haus, Sein Druck macht erst fertige Bücher daraus. Die geistreichsten Menschen gehn oft so herum, Kein Mensch auf der Welt aber kümmert sich drum, So gibt es auch Schriften, die sehr geistreich sind, Wozu grad' deshalb kein Verleger sich find't; Das dümmste Zeug prachtvoll oft aufgelegt wird; Im Franzband, mit Goldschnitt dazu noch verziert, So auch mancher Mensch, des Verstandes ganz bar, Steigt herum illustriert als ein Prachtexemplar.

Kaiser, Die Schule des Armen, o. J. [1847/48]. Erster Akt, erste Szene, Christoph, Entree-Lied

Nichts ist untragbar, was notwendig ist. Auch der Winter ist tragbar. Und das Alter. Und der Tod. Sie kommen ohne zu fragen, wollt ihr's tragen? Sie kommen. Und wir tragen's.

Dahn, Kampf um Rom, 1876

Was aber gibt es, das nicht das Schicksal nach seinem Willen aus voller Blüte in den Staub werfen könnte?

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 91. Brief. Übers. Internet Originaltext: Quid enim est quod non fortuna, cum voluit, ex florentissimo detrahat?

Das Schicksal muss in seiner ganzen Wucht bedacht werden.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 91. Brief. Übers. Internet Originaltext: In plenum cogitanda fortuna est.

Einen Zwang des Schicksals gibt es nicht.

Cicero, Über das Schicksal (De fato), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Vis est nulla fatalis.

Was ein Gott beabsichtigt, sollst du nicht durch Orakel erforschen: Welches Urteil er über dich fällt, entscheidet er ohne dein Zutun.

Pseudo-Cato, Disticha Catonis. 2.12. Übers. Internet Originaltext: Quid deus intendat, noli perquirere sorte: quid statuat de te, sine te deliberat ille

Wenn du sorglos bist und die Lage nicht mit dem Verstand lenkst, nenne das Schicksal nicht blind, das ist es nicht.

Pseudo-Cato, Disticha Catonis. 4.3. Übers. Internet Originaltext: Cum sis incautus nec rem ratione gubernes, noli fortunam, quae non est, dicere caecam

Das Schicksal, meinst du, habe sich dir gegenüber gewandelt, doch du irrst. Das sind stets seine Sitten, entspricht seiner Natur. Bewahrt hat es gegen dich nur die Beständigkeit in seiner eigenen Wandelbarkeit.

Boethius, Vom Trost der Philosophie (De consolatione philosophiae), um 524 n. Chr. 2. Buch. Übers. Internet Originaltext: Tu fortunam putas erga te esse mutatam: erras. Hi semper eius mores sunt ista natura. Servavit circa te propriam potius in ipsa sui mutabilitate constantiam

Wo das Schicksal sich irrt, stürzen die Pläne der Menschen.

Publilius Syrus, Sprüche (Sententiae), um 50 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Ubi fata peccant, hominum consilia excidunt

Das Schicksal folgt seinen eigenen Wegen.

Seneca, Trostschrift an Marcia (De Consolatione ad Marciam). 21,6 Übers. Internet Originaltext: Eunt via sua fata

Viele haben ihre Bestimmung bereits erfüllt, während sie noch ihr Schicksal fürchten.

Seneca, Oedipus. V. 994-995. Übers. Internet Originaltext: Multi ad fatum venere suum, dum fata timent

Was auch immer das Schicksal in die Höhe gehoben hat, erhebt es, um es fallen zu lassen.

Seneca, Agamemno (Agamemnon). V. 100-101. Übers. Internet Originaltext: Quidquid in altum fortuna tulit, ruitura levat.