Schicksal Sprüche – leben

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Ich sage mir, daß so wenig alles Schlimme, was man befürchtet, wie alles Gute, was man erhofft, buchstäblich eintrifft; man muß von beidem viel abziehen.

Friedrich II. (der Große), Briefe. An d'Argens, April 1761

Grüble nicht über dein Schicksal nach. Das Los ist geworfen. Nimm es denn, wie es fiel. Bild' es zum Bessern aus.

Bouterwek, Neue Vesta. Kleine Schriften zur Philosophie des Lebens und zur Beförderung der häuslichen Humanität, hg. von Fr. Bouterwek, 11 Bde., 1803-1810

Wir wissen, daß das Schicksal unter allen Umständen uns richtig führt, und leben mit Frieden in dieser Sicherheit.

Merian (Hg.), Heller wird mir jeder Tag. 365 lebensnahe deutsche Gedanken, auch Gedichte, Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1939

– Doch verteilt das Schicksal nicht an Alle seine Gaben? hat jeder nicht sein Teil am Lebensglück? sei's Reichtum oder körperliche Kraft, Gesundheit, hoher Mut, ein leichter Sinn, sei's Freiheit oder schöne Sklaverei, der Liebe süßer Rausch, der Freundschaft stille Lust. So arm ist keiner, dass nicht auf des Lebens Feld ihm irgendeine Blume blüht; vielleicht ein zarter Blütenzweig, der Hoffnung Kind, Ihm teurer oft als gegenwärtig Gut, das ihm in heitrer stiller Ferne schon die schönsten Früchte zeigt.

Mereau, S., Gedichte. Aus: Die Herbstgegend

Auf der Weltbühne ist das Schicksal der Souffleur, der das Stück ruhig und leise abliest, ohne Gebärden, ohne Deklamation, und ganz unbekümmert, ob es ein Lustspiel oder ein Trauerspiel ist. Das Zappeln, das Schreien und übriges tun die Menschen hinzu.

Börne, Aphorismen und Miszellen, 1828/32. [76]

Des Menschen Verdüsterungen und Erleuchtungen machen sein Schicksal!

Goethe, J. W., Gespräche. Mit Johann Peter Eckermann, 11. März 1828

Die Schicksale des Lebens gehen ihren Gang, scheinbar fühllos, fort.

Humboldt, W., Briefe an eine Freundin (gemeint ist Charlotte Diede), 2 Bde., 1847. 1. Januar 1832

Voll Weisheit sind des Schicksals Fügungen!

Euripides, Die Phönikerinnen, 410/409 v. Chr. Übersetzt von Friedrich von Schiller, 1789

Mein Schicksal ruft.

Shakespeare, Hamlet, Erstdruck 1603

Rache des Geschicks Aufrecht unter allem Drange Und mit stolz erhobnem Haupt, Wehrend jedem Niederzwange, Hab' gekämpft ich und geglaubt! So des Schicksals wüsten Wettern Hab' getrotzt ich als ein Mann. Will es jetzt mich ganz zerschmettern, Hat es recht, sobald es kann.

Claar, Vom Baum der Erkenntnis, 1909

Jedweder ist des dunklen Schicksals Knecht.

Schiller, Demetrius. Fragment, 1805; uraufgeführt in Weimar am 15. Februar 1857. III, 1. Zitiert in: Alfred Hermann Fried, Lexikon deutscher Zitate, 1888

Sein Schicksal kann keinem entgehen, sollte man sagen, nicht seinem Schicksal kann keiner entgehen; denn nicht das Schicksal fängt den Menschen; der Mensch jagt nach seinem Schicksal.

Ludwig (Hg.), Gedanken Otto Ludwigs. Aus seinem Nachlaß ausgewählt und hg. von Cordelia Ludwig, Leipzig 1903

Die Stimme des Schicksals Erbarmen nicht, noch Göttergunst, noch Bitten versöhnen dein Geschick; uralter Stempel, aus Demant geschnitten, prägt Leid und Glück. Wie lange trübt der dunkle Quell der Trauer, der Lust den Lebensstrom? Nur Dumpfheit malt auf leere Nebelmauer ihr Schreckphantom. Getrost hinab die innerlichen Schächte, von Finsternis geschwellt; im Mittelpunkt vermählen sich die Mächte: Recht, Wille, Welt.

Rathenau, Gesammelte Schriften in fünf Bänden, Band 1, Berlin 1918

… [Das] Bleigießen, welches das Schicksal mit uns veranstaltet.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43

Das Schicksal aber gibt den Frechen mehr als den Fleißigen.

Zweig, Drei Dichter ihres Lebens, 1925. Casanova

Entwurzelt sein ist das gemeinste Schicksal, das uns trifft!

de Nora, Gedichte. Neue Gedichte. Erfüllung. Aus: Heimat, 1916

Nur in ersten Jugendjahren scheint Zufall noch mit Schicksal identisch. Später weiß man, daß die eigentliche Bahn von innen bestimmt war; wie kraus und sinnlos unser Weg von unseren Wünschen abzuweichen scheint, immer führt er uns doch schließlich zu unserem unsichtbaren Ziel.

Zweig, Die Welt von Gestern. Erinnerungen eines Europäers, entstanden im Exil 1939-41, Stockholm 1942 (posthum)

Es wäre die Hauptaufgabe der Philosophie, die Mittel aufzudecken, deren sich das Schicksal zur Erreichung seiner Zwecke bedient. Dann müßte sie diesem unglückseligen zweifüßigen Wesen Verhaltungsmaßregeln für seinen dornenvollen Lebensweg aufzeichnen, damit es nicht von den bizarren Launen dieses Schicksals abhängig sei.

Sade, Die Geschichte der Justine oder Die Nachteile der Tugend (Justine ou les malheurs de la vertue), 1791

Es hängt von der Breite des Schicksals ab, wieviel unvergeß- und unverwischbare Spuren es in der Seele hinterläßt.

Wassermann, Mein Weg als Deutscher und Jude, 1921

Je mehr Macht er [der Mensch] dem Schicksal beimißt, desto mehr beraubt er sich selber jener Macht, die Gott ihm verlieh, indem er ihn mit Vernunft begabte.

Casanova, Die Erinnerungen des Giacomo Casanova (Histoire de ma vie, 1793-98), übersetzt von Heinrich Conrad, 6 Bde., 1911. 1. Band, Vorrede

Es gibt auf alle Fälle Schicksalsbestimmungen...

Diels/Kranz (Hg.), Die Fragmente der Vorsokratiker, hg. von Hermann Diels und Walther Kranz, 3 Bde., 1903-10. 137.