Schicksal Sprüche – leben
412 Sprüche gefunden
Jeder verdient sein Schicksal, es fragt sich nur, ob vorher oder nachher.
Wenn du meinst, du kannst dein Schicksal leiten, heißt das nicht gleichzeitig, daß du es ins Glück führst.
Des Schicksals Zwang ist bitter: Doch seiner Oberherrlichkeit Sich zu entziehn, wo ist die Macht auf Erden? Was es zu tun, zu leiden uns gebeut, Das muß getan, das muß gelitten werden.
An das Schicksal Wer bist du, nachtumhülltes Wesen, Das schreitet mit Gigantenschritt? Das blühn läßt hier und dort verwesen, Despotisch herrscht, wohin es tritt? Noch nimmer hab ich dich geschauet Von Angesicht zu Angesicht, Auch hab' ich nimmer dir vertrauet, Denn nach Vertrauen fragst du nicht. [...] Kalt scheinst du, gleich des Eises Masse, So theilst du Schwarzes, Frohes aus, Machst, daß ein Teufel lach' und prasse, Ein Gottmensch wein' im Höllengraus; Gleichgültig scheinst du, doch wer siehet, Ob du uns gern zu Boden drückst? Ob deine Brust nicht liebend glühet, Wenn du auch noch so finster blickst?
Das Schicksal rupft uns alle erbärmlich; wem dienen wir denn eigentlich zum Braten?
Das Schicksal schnellt seinen Pfeil auch durch den siebenfachen Schild des Ajax hindurch und kennt die Stelle, wo wir tödlich zu treffen sind, besser als wir selbst.
Wie oft werden wir von einem scharf ins Auge gefaßten Ziel abgelenkt, um ein höheres zu erreichen! Der Reisende bricht unterwegs zu seinem höchsten Verdruß ein Rad und gelangt durch diesen unangenehmen Zufall zu den erfreulichsten Bekanntschaften und Verbindungen, die auf sein ganzes Leben Einfluß haben. Das Schicksal gewährt uns unsre Wünsche, aber auf seine Weise.
Es ist manchmal, als wenn das, was wir Schicksal nennen, gerade an guten und verständigen Menschen seine Tücken ausübte, da es so viele Narren und Bösewichter ganz bequem hinschlendern läßt. Fromme Leute mögen das auslegen, wie sie wollen, und dadrin eine prüfende Weisheit finden; uns andern kann es nur verdrießlich und ärgerlich sein.
Noch ist nichts bestimmt, und alles möglich – noch spielt die Hand, mutwillig zögernd, mit den Losen in der Urne des Schicksals, welche auch das große enthält – warum sollte sie es nicht fassen können? Sie säumt und säumt, indem schon die bloße Möglichkeit fast ebenso wollüstig ist, wie die Wirklichkeit – indessen spielt ihr das Schicksal einen Zettel unter die Finger – es ist nicht das große Los, es ist keine Niete, es ist ein Los, wie es Tausende schon getroffen hat, und Millionen noch treffen wird.
Es ist nicht entscheidend, wer uns zeugt, sondern wo das Schicksal uns hinstellt.
Ganz einfach gesprochen, man kann sich zu den Dingen, die einem widerfahren oder die man tut, mehr allgemein oder mehr persönlich verhalten. Man kann einen Schlag außer als Schmerz auch als Kränkung empfinden, wodurch er unerträglich wächst; aber man kann ihn auch sportlich aufnehmen, als ein Hindernis, von dem man sich weder einschüchtern noch in blinden Zorn bringen lassen darf, und dann kommt es nicht selten vor, daß man ihn überhaupt nicht bemerkt.
Und da wir doch von Schicksal gesprochen haben, es ist so, als hätte man zwei Schicksale: ein regsam-unwichtiges, das sich vollzieht, und ein reglos-wichtiges, das man nie erfährt.
Weltlauf Man denkt wohl hin und her: Manches könnt' besser sein – Dies zu leicht – das zu schwer – Gross oder klein. Manchmal zu still die Welt. Manchmal zu toll – Manchmal fehlt Gut und Geld – Nichts geht wie's soll: Durst und kein Tropfen Wein – Käs' und kein Brot – Zahnschmerz und Liebespein – Ueberdruss – Noth! Dieser wird wild darob, Strampelt und schreit; Wird wie ein Wüthrich grob – Schafft sich nur Leid. Jener, der winselt drum. Jammert und acht, Weint viele Thränen drum, Seufzt Tag und Nacht. Und die Welt, wie sie will, Geht ihren Lauf – Hält sie kein Toben still – Weinen nicht auf! Was man nicht ändern kann. Wie es auch zwickt – Der ist am Besten dran, Der sich drein schickt!
Haben wir ein Schicksal? Sind wir frei? Wie ärgerlich, das nicht zu wissen! Wieviel Ärger aber erst, wüssten wir es.
Maßstab des Weltgeschehens ist das eigene Schicksal. Dem Menschen ist keine andere Möglichkeit gegeben, das Weltall und seine geheimnisvolle Struktur zu erkennen, als: das eigene Leben, das ein Teil dieses Weltalls ist, den eigenen Lebenstrieb zu belauschen.
Was bieten die Menschen nicht alles auf, um dem Unausweichlichen auszuweichen!
Versetzt dir 's Schicksal Stich auf Stich, Nimmt 's noch so scharf dich unter's Messer, Dann, Schwergeprüfter, tröste dich: Geschor'ne Haare wachsen besser.
Nicht die Größe der Schicksale, sondern die Größe in ihrer Bewältigung macht den Wert des Jahres aus.
Das Geschick wird nicht müde, mich zu verfolgen. Aber auch ich will nicht müde werden, ihm die Stirn zu bieten.
Mein Schicksal ist ein dicht gestricktes Netz; zerreiß ich eine Masche, zerstör ich hundert.
Lassen Sie den Schicksalsfaden leise laufen, wie er läuft, ohne ihn reißen und aufhalten zu wollen: so geht er desto sichrer seinen Gang, und findet sich wieder in unsre Hand, vielleicht wenn wir's am wenigsten gedenken und hoffen.