Schicksal Sprüche – leben

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Macht des Schicksals (Satadana) Was das Schicksal verhängt Und voraus erkannt, Dem halten selbst Götter Vereint nicht stand.

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Wenn du in einen tiefen Brunnen springst, ist das Schicksal nicht verpflichtet, dich von dort herauszuholen.

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O dieses Menschenleben! Wenn es glücklich ist, Ein Schatten kann es wandeln.

Aischylos, Agamemnon (Erster Teil der Orestie), 458 v. Chr. V. 1300f. Übersetzt von Johann Gustav Droysen, 1842

Wer die eigenen Lebensbegebenheiten durchmustert, kann nicht länger leugnen: jedes Übel ist zuletzt Quelle des Guten für uns; das Schicksal ist die unsichtbare Vaterhand Gottes.

Zschokke, Stunden der Andacht zur Beförderung wahren Christentums und häuslicher Gottesverehrung, 1809-16 (26. Auflage in 8 Bänden 1846)

Der eine sagt: "Wie man sich bettet, schläft man stets;" Der andre meint: "Wie es das Schicksal will, so geht's."

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Laß dich das Schicksal nicht klein finden, wenn es dich groß besucht, und wenn es klein kommt, tue nicht, als ob ein Elefant eintrete.

Merian (Hg.), Weite. 366 Gedanken und Gedichte deutscher Denker und Dichter. Verlag Gerhard Merian, Stuttgart-Degerloch, um 1927

Wer einmal die Pein des Schicksals in sich überwunden hat, für den ist jede sonstige Pein nur »ein Fall«, über den es sich nicht erst verlohnt zu lamentieren. Er lächelt und wird gütig, so wie nur ein Sieger gütig zu sein vermag. – Wer noch klagenkann, der hat eigentlich über nichts zu klagen.

Stammler, Du und Es. Vom Wesen und von der Gemeinschaft, 1917

Früh schon sprach mein Schicksal zu mir: Du sollst nicht dies und du sollst nicht das, denn du würdest sonst nicht genug leiden. Früh schon sprach mein Schicksal zu mir: Dies sollst du, das, und das sollst du, das, denn du würdest sonst nicht genug leiden.

Morgenstern, Epigramme und Sprüche, 1922 (posthum)

Tropft uns das Schicksal Wermut in den Lebenstrank, so stärkt es uns für einen schweren Gang.

Tonger (Hg.), Wollen und Wirken (der 'Lebensfreude' 2. Bd.). Sprüche und Gedichte, gesammelt und hg. von P. J. Tonger, o.J. (um 1910)

Das Schicksal eines Volkes erstreckt sich nicht vom Einzelnen auf das Ganze, sondern vom Ganzen auf das Einzelne.

Frobenius, Schicksalskunde im Sinne des Kulturwerdens, 1932

Du greifst in deines eigenen Schicksals Speichen Du greifst in deines eigenen Schicksals Speichen mit Kinderhand, wähnst goldene Liebeskronen zu erreichen, erhaschst nur Tand. Zerstörst vom reinsten Glück die heiligen Blüten mit täppischer Faust – und lebst dein Leben – Trug und Wahn zu hüten –, bis es verbraust!

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Das Schicksal des Menschen wird durch die Weise bestimmt, in welcher er sich selbst zu betrachten fähig ist.

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Wir Menschen führen uns nicht selbst; bösen Geistern ist Macht über uns gelassen, daß sie ihren höllischen Mutwillen an unserm Verderben üben.

Goethe, Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand, 1773. 5. Akt, Weislingen mit sich allein

Im Schicksal gibt es keine Zufälligkeiten; der Mensch hat sein Schicksal geschaffen, bevor es äußerlich an ihn herantritt.

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Oft greift mit eiserner Hand in die Harfe des Lebens, wenn sie am zartesten tönt, gellend das düstre Geschick.

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Ein Schicksal ist so viel wert, als der Mensch es schätzt.

Balzac, Verlorene Illusionen (Illusions perdues), 1837-43 (dt. 1846)

Das Schicksal hat mir stets zugelacht, aber nur – um mir die Zähne zu zeigen!

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Nicht, was wir erleben, ist unser Schicksal, sondern wie wir’s ertragen.

Baer-Oberdorf, Wetterleuchten. Aphorismen, 1909

„Tod oder Leben“ – „Untergang oder Sieg“ heißt das Losungswort, das das Schicksal willig macht.

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913

Das Schicksal ist ein Kläffer, nur Den Feigen fällt es an, Dem Tapfern geht es aus dem Weg, Drum steh' ihm als ein Mann!

Petöfi, S., Gedichte. Aus: Bist du ein Mann, sei's wahrhaft

Fatum Zweimal hat mich der Tod verschont: Er wollte mich nicht haben: Hunderttausende lägen jetzt tot Und tief in der Grube begraben. Ich aber begann erst recht zu blühn Und den Blütenkelch zu entfalten – Und wie ich der unterirdischen Macht, So trotz' ich den Tagesgewalten. Zum Schicksal ward mir mein Leben, o Gott! Fast drückt die Last mich zu Boden: Berufen bin ich, zu rufen zum Glück Hier all die lebendigen Toten.

Scharf, Gesammelte Lyrik und Prosa. Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel und einer Rezension von Eduard v. Keyserling, hg. von Walter Hettche, Aisthesis Archiv 16, Aisthesis Verlag 2011. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Aisthesis Verlags. Lieder eines Menschen (1892)