Seele Sprüche

Sprüche über Seele

761 Sprüche in dieser Kategorie

Seele führt zur Selbstbetrachtung Und zu klaren Sinns Umnachtung.

Ibsen, Peer Gynt, 1867

Es ist alles klein und winzig und so gleichgültig. Nur das, worauf die Seele hofft und wohin sie zieht, ist groß und ewig.

Keller, P., Gedichte und Gedanken, 1933

Was gibt es denn Schimpflicheres, als in einem aufrechten Leibe eine bucklige Seele herumzutragen.

Clairvaux, Predigten über das Hohelied. 24. Predigt

Innerer Reichtum ohne Fähigkeit innerer Sammlung ist ein begrabener Schatz.

Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken. Aphorismen und Fragmente, 1927

Wäre das Auge unserer Seele ganz klar, ganz hellsichtig für die Dinge der moralischen Welt, wir würden innerlich gepackt und tief erschüttert sein über das Schuldigwerden einer Menschenseele.

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Die Welt ist mir zu eng, der Himmel ist zu klein; Wo wird doch noch ein Raum für meine Seele sein?

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675

Es wird der Seele zugelassen, daß sie eifert; aber besser tut sie, daß sie in Sanftmut wandelt, in welcher sie in Kraft der Majestät einhergehet, und ist gar ein liebes Kind.

Böhme, De triplici vita hominis, oder Hohe und tiefe Gründung von dem dreifachen Leben des Menschen, 1620. 16. Kapitel

Die Seele ist nun die Ursache und der Anfang des lebenden Körpers.

Aristoteles, Über die Seele (De Anima). 415b (II, 4.) Übersetzt von J. H. von Kirchmann (1871)

An nichts erkennt man besser die Gemütsart eines Menschen als am Wesen seines Geliebten.

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Das Weltall wird von Gott regiert wie der Leib von der Seele, die ihn ausfüllt.

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Ob nun aus Scham oder Selbstsucht, ein jeder verhehlt die besten und zartesten Empfindungen seiner Seele.

Flaubert, November (Novembre), 1842; deutsch von E. W. Fischer, Leipzig 1916

Unsere Seele beugt und schmiegt sich gar gerne auf guten Glauben, nach dem Willen und den Meinungen anderer, folgt gar zu gern den Pfaden anderer, folgt gar zu gern, wie eine Gefangene, dem Ansehen derer, die sich ihr als Lehrer und Führer aufdrängen. Man hat uns so sehr ans Gängelband gewöhnt, daß wir des freien Ganges fast entwöhnt sind.

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O welch ein Zeugnis der Seele, die von Natur eine Christin ist.

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Die Menschen bedürfen der Tätigkeit nach außen; weil sie keine nach innen haben. Wo hingegen diese stattfindet, ist jene vielmehr eine sehr ungelegene, ja, oft verwünschte Störung und Abhandlung.

Schopenhauer, Parerga und Paralipomena, 2 Bde., zweite vermehrte Auflage 1862 (EA: 1851). Zweiter Band. Kapitel 26. Psychologische Bemerkungen

Und doch besitzt die Seele alles in allem die umarmende Liebe zu ihrem Leibe, mit dem sie am Werke ist.

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Die Seele regiert den Leib; der Verwundete, in dessen Schaden man einigen Trost gießt, der Kranke, dem man die Hoffnung zeigt, ist bereit zur Genesung; sein Blut kreist besser, seine Säfte läutern sich, seine Nerven beleben sich, der Schlaf kömmt wieder, und der Körper gewinnt seine alte Kraft.

Talleyrand, Memoiren (Mémoires). Übersetzt von Otto Gildemeister (Die Memoiren Talleyrands, 1891)

Die Seele, die im geistlichen Leben Nutzen ziehen will, muß immer in entgegengesetzter Weise vorangehen, als der Feind vorangeht.

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Seelische Triebe werden besonders stark, wenn man sie bindet.

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Warum sollten rohe und ungebildete Gemüter ein gebildetes und einsichtsvolles Gemüt beunruhigen können? Was ist aber eine gebildete und einsichtsvolle Seele? Die, die den Ursprung und das Ziel der Dinge kennt und den Geist, der die Körperwelt durchdringt und die ganze Zeit hindurch nach bestimmten Abschnitten das All verwaltet.

Marc Aurel, Selbstbetrachtungen (Τὰ εἰς ἑαυτόν), entstanden vermutlich 170-180 n. Chr. 5,32. Übersetzt von Albert Wittstock, 1879

Verleihe meiner inneren Seele Schönheit; mögen mein Äußeres und mein Inneres eins sein.

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O tiefe Wildnis, ruhsamer Wald, wie bist du in Ewigkeit jung und rein! Vom blutigen Kreuzweg der Menschen entweiht dich keine Spur. Wildnis, o Wiege verlassener Seelen! Wie ein Wandervogel auf dem Baumast, so nahm die aus Ewigkeiten kommende Seele den menschlichen Leib zur kurzen Rast, ehe sie weiter fliegt in die Ewigkeiten. Und der Leib wieder liebt es zuweilen, seitab von der heißen Pilgerstraße in der Waldwildnis zu ruhen.

Rosegger, Jakob der Letzte, 1888