Seele Sprüche

Sprüche über Seele

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Sei einsam, treibt dich dein Gemüth Dich selber zu bezwingen! Sei einsam, wenn dein Herz erglüht Ein Höchstes zu vollbringen! Doch einsam fliehn aus der argen Welt Weil du dich dünkst gerechter, Nur deinem lieben Selbst gesellt, Das macht dich alle Tage schlechter.

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Die Seele ist nicht räumlich im Körper. Körper ist vielmehr in der Seele. Einheit und Wahrheit sind das gleiche.

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Das Wort Seele gehört zu den Worten, die jedermann braucht, ohne sie zu verstehen. Wir verstehen nur die Dinge, von denen wir eine Vorstellung haben. Von der Seele, vom Geist haben wir keine Vorstellung; also verstehen wir sie nicht.

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Man darf zwar die privatesten Dinge über andere Leute erfahren, aber nur voll Respekt vor dem ringenden, geschundenen Etwas, das jede Menschenseele ist, und im Geiste vornehmer, unterscheidender Anteilnahme.

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[…] Wenn das Gemüt einen verwundenden Schlag erhält, der den Körper nicht tötet, scheint es wieder zu genesen, wie der Körper genest. Aber es scheint nur so. In Wirklichkeit ist es nur der Mechanismus der wiederaufgenommenen Gewohnheit. Langsam, langsam fängt die Wunde der Seele an, sich bemerkbar zu machen, wie eine Verletzung, die nur allmählich ihren furchtbaren Schmerz vertieft, bis er die ganze Psyche ausfüllt.

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Wir heißen Seele, was beseelt; mehr wissen wir nicht.

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Manche Seelen werden herangezogen durch Haben, aber manche auch durch Entbehren. Der Herr weiß am besten, wie er seine Arznei zu mischen hat. Denn in der Fremde lernt man oft erst die Heimat schätzen; ferne vom Heiland, weiß man, was seine Nähe ist.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Um unser Gemüt im Gleichgewicht zu erhalten, lassen wir uns durch eignen Luxus verweichlichen und durch fremdes Elend abhärten.

Wertheimer, Aphorismen. Gedanken und Meinungen, 1896

Die Seele eines wahren Menschen ist das komplizierteste, zarteste und klangvollste Musikinstrument. Solche Seelen gibt es wenige auf der Welt.

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Es ist kein leerer, schmeichelnder Wahn, Erzeugt im Gehirne des Thoren, – Im Herzen da kündet es laut sich an: Zu was Besserm sind wir geboren, Und was die innere Stimme spricht, Das täuscht die hoffende Seele nicht.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Hoffnung. 1798. Originaltext

Jeder Mensch betäubt seine psychische Leere auf die eine oder andere Art.

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Man kann die Seele mit einem Schlachtfeld vergleichen, auf dem zwei Armeen bereitstehen, sich jeden Augenblick anzugreifen.

Goldsmith, Der Weltbürger oder Briefe eines chinesischen Philosophen aus London an seine Freunde im Orient (The Citizen of the World or Letters from a Chinese Philosopher, residing in London, to his Friends in the East), 1762

Es gibt Minuten, in denen alle verborgenen Edelsteine der Seele offenliegen!

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43

Die persönliche Tapferkeit, die den Helden auszeichnet, ist die Base, auf der sein ganzes Wesen ruht, der Grund und Boden, aus dem es hervorsproßt.

Goethe, J. W., Autobiographisches. Aus meinem Leben. Dichtung und Wahrheit. Vierter Teil. Zwanzigstes Buch. Originaltext

Schau, Bruder, selbst wenn unser Gemüt dann und wann von dem Problem erfüllt ist, "Gibt es einen Gott, oder gibt es ihn nicht?", so ist das kein Grund für uns, absichtlich etwas Gottloses zu tun.

van Gogh, Briefe. An seinen Bruder

Man kann die Seele nicht in das Gewand der Tugend kleiden. Die Tugend ist einfach der Gesundheitszustand der Seele.

May, K., Gedichte. Himmelsgedanken, 1900

Man muß zugeben: um glücklich in der Welt zu leben, muß man gewisse Seiten seines Seelenlebens völlig ausschalten können.

Chamfort, Maximen und Gedanken. Charaktere und Anekdoten (Maximes et pensées: Caractères et anecdotes), 1795. In: Die französischen Moralisten. Die Aphorismenbücher in vollständiger Gestalt. Verdeutscht und hg. von Fritz Schalk, Leipzig 1938

Verwandte Seelen verstehen sich ganz!

Salis-Seewis, J. G., Gedichte. Aus: Sehnsucht nach Mitgefühl (An Matthisson)

Worin kann das Leben der Seele bestehen, wenn sie [...] nicht bei sich verweilt, sondern in Auseinandersetzung mit der Welt sich nach außen betätigt; in der »Stimme des Gewissens«, die sie zum rechten Tun anleitet und vor dem unrechten zurückhält, die über ihre Taten, wenn sie vollbracht sind, das Urteil spricht und über die Verfassung, in der sie die Seele zurücklassen. Das Gewissen offenbart, wie die Taten in der Tiefe der Seele verwurzelt sind, und es bindet das Ich – trotz seiner freien Beweglichkeit – in die Tiefe zurück: die Stimme aus der Tiefe ruft es immer wieder dahin, wo es hingehört, um Rede und Antwort zu stehen über sein Tun und sich zu überzeugen, was es damit bewirkt hat – denn die Taten lassen ihre Spuren in der Seele zurück, sie ist nachher in einer anderen Verfassung, als sie vorher war.

Stein, Endliches und ewiges Sein. Versuch eines Aufstiegs zum Sinn des Seins, 1951. VII. Das Abbild der Dreifaltigkeit in der Schöpfung

Außer dir nur, was in dir!

Rittershaus, E., Gedichte. 1858

Im Leben gilt Verstand weit mehr als Gemüt und erreicht auch weit mehr; doch ohne Gemüt keine Zuneigung noch Liebe.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921