Seele Sprüche

Sprüche über Seele

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Eine edle Seele adelt alles, was sie ist, und was sie thut; den Gebrauch des Reichthums und das Ertragen des Mangels.

La Roche, Rosaliens Briefe an ihre Freundin Mariane von St**, anonymer Erstdruck 1779-81. 63. Brief. Originale Rechtschreibung

Die Schönheit der Seele bringt auch in einen ungestalteten Körper Reize; so wie ihre Häßlichkeit dem vortrefflichsten Baue und den schönsten Gliedern desselben, ich weiß nicht was eindrückt, das einen unzuerklärenden Verdruß erwecket.

Lessing, Der Freigeist, entstanden 1749, Erstdruck 1755. Zweiter Aufzug, erster Auftritt, Juliane

Die menschliche Seele, arm und reich, hat unendliche Fähigkeiten und Verwandlungen.

Wassermann, Christian Wahnschaffe, 1919

Eine Erhebung der Seele aber, die sich in Gefahren und Mühen zeigt, zählt zu den Lastern, wenn sie frei von Gerechtigkeit ist und nicht für das allgemeine Wohl, sondern nur für das eigene kämpft.

Cicero, Von den Pflichten (De officiis), 44 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Sed ea animi elatio, quae cernitur in periculis et laboribus, si iustitia vacat pugnatque non pro salute communi, sed pro suis commodis, in vitio est

Die Gestalt der Seele aber ist schöner als die des Körpers.

Cicero, Vom höchsten Gut und vom größten Übel (De finibus bonorum et malorum), 45 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Animi enim liniamenta sunt pulchriora quam corporis

Täglich treiben uns die Stürme der Seele um.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 88. Brief. Übers. Internet Originaltext: Tempestates nos animi cotidie iactant.

Wie ein Acker, mag er auch fruchtbar sein, ohne Pflege nicht reich an Früchten sein kann, so auch die Seele nicht ohne Unterweisung.

Cicero, Gespräche in Tusculum (Tusculanae disputationes), 45 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Ut ager quamvis fertilis sine cultura fructuosus esse non potest, sic sine doctrina animus.

Die Seele aber ist in zwei Teile geteilt, von denen der eine Anteil an der Vernunft hat, der andere hingegen nicht.

Cicero, Gespräche in Tusculum (Tusculanae disputationes), 45 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Est enim animus in partis tributus duas, quarum altera rationis est particeps, altera expers.

Die Seele ist ein einfaches Wesen, welches unendlicher Vorstellungen fähig ist.

Lessing, Daß mehr als fünf Sinne für den Menschen sein können, entstanden vermutlich Ende der 70er Jahre, Erstdruck 1795

Jedes Stäubchen der Materie kann einer Seele zu einem Sinn dienen. Das ist, die ganze materielle Welt ist bis in ihre kleinsten Teile beseelt.

Lessing, Daß mehr als fünf Sinne für den Menschen sein können, entstanden vermutlich Ende der 70er Jahre, Erstdruck 1795

Wir werden nie mehr wieder unsere Seele von heute Abend haben…

de Noailles, Les Eblouissements, 1907. Aus: Il fera longtemps clair ce soir (Es wird lange hell bleiben heute Abend). Übers. Internet

Trage selbst Sorge für deine Seele, soviel du kannst.

Stobaios, Eclogae und Florilegium (antike Sammlung von Exzerpten und Lehrmeinungen)

Was ist in der Welt für eine Wissenschaft, die nicht schon in unserer Seele läge?

Hippel, Lebensläufe nach aufsteigender Linie nebst Beylagen A, B, C, 1778-81

Nichts ist so herrlich als eine Seele ohne Rückhalt. Sie ist wie ein offenes Land ohne Schluchten und Gefahren, in dem du sorglos wandern kannst. Es ist ein großes Land, dieses Land.

Pauly, Aphorismen, 1905

In tiefstem Schlummer, mehr noch: Delirium, in einer Ohnmacht, im Tod, ja sogar im Grabe bleibt uns noch ein letzter Rest von Bewußtsein. Sonst könnte die Seele des Menschen ja nicht unsterblich sein.

Poe, Gesammelte Werke, 6 Bde., hg. von Franz Blei, München 1922. Bd. IV: Die Grube und das Pendel. Übers. v. M. Bretschneider

"Sich sammeln." Woher stammt das Wort? Es gibt das Bild der zusammengesetzten Wesenheit der Seele.

Kayssler, Besinnungen, 1921

Raum ist Körper für Unendlichkeit, Zeit ist Körper für Ewigkeit, beide unzulänglich wie alle Körper im Verhältnis zu ihrer Seele.

Kayssler, Besinnungen, 1921

Der Tod zertrümmert Gefäße. Was schiert das den Inhalt?

Ossenbach, Jenseits der Einsamkeit, 1927

Es schafft die Not mit Hämmern, die Güte schafft mit Licht; es schaffen Not und Liebe der Seele Angesicht.

Seemann, Funken, 1940

Lassen wir doch unsere Seele schön sein! Es bedarf dazu eines einzigen: des Gehorsams gegen das Gewissen.

Seemann, Funken, 1940

Unser Seelenzustand gleicht den Bergspitzen, die als Inseln aus dem dunklen Meere hervorragen.

Lüttwitz, Wo ist das Glück? Aphorismen, 1911