Seele Sprüche – leben
131 Sprüche gefunden
Das größte Elend hienieden ist nicht das soziale, sondern die Verkümmerung so vieler Menschenseelen.
Das Wort Seele gehört zu den Worten, die jedermann braucht, ohne sie zu verstehen. Wir verstehen nur die Dinge, von denen wir eine Vorstellung haben. Von der Seele, vom Geist haben wir keine Vorstellung; also verstehen wir sie nicht.
Manche Seelen werden herangezogen durch Haben, aber manche auch durch Entbehren. Der Herr weiß am besten, wie er seine Arznei zu mischen hat. Denn in der Fremde lernt man oft erst die Heimat schätzen; ferne vom Heiland, weiß man, was seine Nähe ist.
Die Seele eines wahren Menschen ist das komplizierteste, zarteste und klangvollste Musikinstrument. Solche Seelen gibt es wenige auf der Welt.
Man kann die Seele mit einem Schlachtfeld vergleichen, auf dem zwei Armeen bereitstehen, sich jeden Augenblick anzugreifen.
Man muß zugeben: um glücklich in der Welt zu leben, muß man gewisse Seiten seines Seelenlebens völlig ausschalten können.
Das Leben der Seele reicht weiter als in Siriusfernen. Daher die vielen Widersprüche ihrer Ethik mit den Gesetzen der Natur auf der Erde, diesem kleinen Winkel des Alls.
Wenn alles zu allem kommt [...], muß man gestehen, daß es ganz leicht ist, den Abgrund zu überspringen, der Körper und Seele trennt.
Es ist so herrlich, eine Seele sein nennen zu können, und doch können so viele Menschen sich nur über neue Kleider freuen.
Sonett der Seele Willensdrang von tausend Wesen Wogt in uns vereint verklärt: Feuer loht und Rebe gärt Und sie locken uns zum Bösen. Tiergewalten, kampfbewährt, Herrengaben, auserlesen, Eignen uns und wir verwesen Einer Welt ererbten Wert. Wenn wir unsrer Seele lauschen, Hören wir's wie Eisen klirren, Rätselhafte Quellen rauschen, Stille Vögelflüge schwirren ... Und wir fühlen uns verwandt Weltenkräften unerkannt.
Das Spiel der Welt 1. Dialog: Die Seele sprach zur Welt: Du machst dich viel zu wichtig. Dein Spiel ist ohne mich im Grunde null und nichtig. Zur Seele sprach die Welt: Das ist im Grunde richtig. Das Spiel machst du, nicht ich; drum ist es gründlich nichtig. 2. Moral: Die Seele macht sich gern mit ihrer Welt zu wichtig; Weltseele muß man sein, dann macht man Alles richtig. 3. Kritik: Das ist ein schlechter Spaß; du hältst die Welt zum Narren und rätst ihr obendrein zu deinem eignen Sparren. 4. Antikritik: Das ist kein schlechter Spaß, ich hab gar gut erfahren: wo Weisheit ratlos steht, ist Narrheit flugs im Klaren. 5. Supermoral: Die Seele mahnt sich stets: sei endlich ganz und tüchtig! so bleibt sie ewig halb weltsüchtig, halb weltflüchtig.
Warum muß ich so unaufhörlich unter mir und anderen leiden! Meine Seele ist fortwährend das Spiel über sie hinziehender Schatten.
Vergeßt euer zufälliges irdisches Selbst, euer Selbst, das ohnehin zugrunde gehen muß durch Hunger und Krankheit, durch Verzweiflung und Aufruhr; denkt an euer ewiges, himmlisches Selbst, an eure Seele.
Stärker als alles Schicksal ist die Seele.
Und meine Seele Und meine Seele Trat vor mich hin In kotbesudeltem Purpurgewande Und sah mich an, Todestraurig, Mit schwimmenden Augen ... Und klagend klangen die Worte: Siegt die Gemeinheit? Siegt die Not des Daseins? Muss ich sterben? Und ich nickte, Langsam, Wortlos-ergeben, Dreimal.
Man macht sich selten klar, in welchem Umfang unsere Vorstellungen von den seelischen Prozessen bloß symbolische Bedeutung besitzen.
Das menschliche Seelenleben ist kein Sein, sondern ein Werden.
Meine Seele Meine Seele schläft vor dir; Weck' sie nicht mit rauhem Schrei'n. Von dem deinen nie begehrt, Schlief mein Wesen ein. Wie ein dunkler Fittich schwebt Über ihr dein kalter Hohn – Und doch lacht sie, – denn sie träumt, Träumt vom Glück so lange schon. Kling, kling, es zittern die Saiten Wieder vom Lebensspiel. Sie klingen und klagen noch immer, Immer das alte Lied. Das Lied von Liebe und Sehnsucht, Von ungelebter Lust, Das meine gefrorene Seele Belauscht in erstarrter Brust. Ihr ungeküssten Lippen, Euch schloss keine Liebe zu; Noch immer verlangend geöffnet, Küsst nur ein Traum euch wund. Im Traum nur, ihr suchenden Hände, Umschliessen euch Finger warm, Im Traum nur halt' ich die Liebe, Das jauchzende Glück im Arm. Du hast dein Leben gelebt, Ich hab's geträumt. Dir hat das Herz in Stürmen gebebt, In Wonnen die Lippe geschäumt. Dich trägt dein Gott auf zur Höh', Vom Festmahl des Lebens einst müde und satt, Wenn Winde mich wehen in Grabesnäh', Vom Baume des Lebens ein welkendes Blatt
Vogelstraußpolitik ist nicht immer ganz vom Übel. Ich erfahre es oft in den Kämpfen meiner Seele, in denen ich zugrunde gehen müsste, wenn ich nicht einen vorübergehenden Frieden auf Vogelstraußmanier mitunter erzwänge.
Die menschliche Seele, arm und reich, hat unendliche Fähigkeiten und Verwandlungen.
Eine Erhebung der Seele aber, die sich in Gefahren und Mühen zeigt, zählt zu den Lastern, wenn sie frei von Gerechtigkeit ist und nicht für das allgemeine Wohl, sondern nur für das eigene kämpft.