Seele Sprüche – leben

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Wenn man denkt, was mit der Seele nach dem Tode wird, kann man nicht anders als denken, was mit ihr vor der Geburt war. Wenn du irgendwo gehst, mußt du irgendwoher gekommen sein. So auch im Leben: wenn du in dieses Leben gekommen bist, bist du irgendwoher gekommen. Wenn du später leben wirst, hast du auch früher gelebt.

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Es ist mit unsrer Seele, wie mit unserm Körper. Sie hat auch eine Zunge und hat einen Magen. Der Zunge gefällt das Bittere nicht, aber dem Magen ist es heilsam und gesund; und, was den Magen verdirbt, gefällt der Zunge wohl.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Über die neue Politik. Vorläufige Bedenklichkeiten und Zweifel gegen das neue System

Wie wertvoll auch immer die Gesundheit sein mag – nicht ein Herkules leistet das meiste. Eine große Seele in einem schwachen Körper ist immer Weltbeherrscherin.

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Kein Schicksal vermag etwas über das Innere seiner Seele.

Humboldt, Ideen zu einem Versuch, die Grenzen der Wirksamkeit des Staates zu bestimmen, 1792. VII. Religion. (Anmerkung: Gemeint ist die Seele des innerlich Freien.)

Es ist die Seele ein Fremdes auf Erden.

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Eine große Seele ist erhaben über Beleidigungen, Ungerechtigkeit, Schmerz und Spott; sie wäre unverwundbar, wenn sie nicht aus Mitgefühl litte.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688

Ein toter Körper wiegt ebensoviel, wie ein lebendiger, die Seele fügt dem Gewicht keine Unze hinzu.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1839

Jede Seele ist so groß wie die Welt und in jeder Seele ist Raum genug, daß sich darin alle Tragödien der Welt von neuem abspielen, wie auch die Pfütze groß genug ist, um die ganze Sonne darin zu fassen.

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Ich beugte mich über deinen Schlummer diese Nacht: Wie keusch dein ganzer Leib durchs arme Lager fließt! Da sah ich, gleich einem, der angespannt liest, Sah: Unter dieser Sonne ist alles umsonst gemacht. Das Leben, wie sacht nur wird dies Wunder vollbracht, Maschine, nicht standhafter als die Blume sprießt – O wie der Gedanke mit dem Wahnsinn schließt! Du, Lieber, schlaf, ich bin aus Furcht um dich erwacht. Zu fühlen nur dies endliche Gefühl, das birst! Du atmest wie du einst verhauchen wirst, Geschlossen die Augen, die der Tod ganz so bricht! O Mund, der lächelnd im Traum an den meinen denkt, Bis später ein wüstes andres Lachen ihn verrenkt – Rasch, wach auf, und sagte mir: Die Seele stirbt nicht?

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Erkunden wollt' ich, wo der Garten Eden Und wo die Hölle sei, der Marterort; Da hört' ich meinen Meister also reden: »In dir sind beide; such sie dort!«

Chayyam, Strophen des Omar Chiijam, übersetzt von Adolf Friedrich Graf von Schack 1878

Himmel und Hölle liegen in den Tiefen der Menschenseele.

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Der Leib ist nur eine Gelegenheit für die Seele.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

… eine Seele in ihrer Qual verspotten, ist etwas Grausiges. Wer das tut, dessen Leben ist unschön.

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Aber die Welt ohne Seele wäre wie ein Haufen Kehricht.

Stehr, Der Heiligenhof, 2 Bde., 1918. Drittes Buch, 3. Kapitel

Je mehr die Seele über irdische Dinge erhaben ist, umso kräftiger ist sie.

Eckhart, Predigten. Predigt zu Jes. Sir. 50,6f.

Die Menschen beginnen mit der Liebe, enden mit dem Ehrgeiz und befinden sich in einer ruhigen Verfassung des Gemüts oft erst, wenn sie sterben.

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Unser Lebendiges das ist die Seele – sie ist Leben, und nimmer hat der Tod Macht über sie.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Von unserem wahren Wesen glauben wir oft, es wäre eine Maske, daher auch das viele seelische Unglück.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Es muss leichter sein, die Bahn eines Sterns zu berechnen, als ein Stückchen seiner eigenen Seele klar zu legen.

Bosshart, Bausteine zu Leben und Zeit, posthum hg. von Elsa Bosshart-Forrer, 1929

Einem jedem ist die Sorge um seine Seele selbst überlassen und kommt ihm zu.

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Nein, liebe Seele, so lange du auf der Erde bist, hat die Natur Gewalt über dich, du bist ihr anvertraut, sie ist deine Mutter, sie ist dein Leben und deine Kraft.

Sylva, Geflüsterte Worte. Essays und Lyrik, 5 Bde., 1903-1912. Aus: Schönheit