Seele Sprüche – leben
131 Sprüche gefunden
Kein anderer hat die Macht, eine rechte Seele, einen starken, kräftigen Willen umzuschaffen. Wo ein solches Hineingreifen in die heiligsten Menschenrechte vorkommt, da räumt die eigene Schwäche dem andern das Feld ein; denn was wir sind, das sind wir aus uns, durch uns selber, und niemand kann uns zu dem Werkzeuge seines Wollens machen, ohne unsere Zustimmung.
Es ist mit des Menschen Gemüt wie mit dem Meere. Hat der Sturm auch ausgetobt, so wogt und brandet es noch lange stärker als sonst und untereinmal schäumt wieder ein nachzügelnder Wellensturz gewaltig auf und jagt die Möwen vom Fels.
Möwenlied So fliege, Du Möwe Der Seele, hinaus Und wiege Dich höher Und tiefer im Braus! Es lebt sich Das Leben Noch einmal so schön, Wenns hebt sich Und senkt sich In Wonnen und Wehn. Laß spritzen Die Wogen, Laß schäumen den Gischt, Kommts blitzend Geflogen, Hei wie das erfrischt! Und wills dich Verstimmen, Wenn Sumpfvögel schrein, So wirf dich Zum Schwimmen In offene Meere hinein! So fliege, Du Möwe Der Seele, hinaus, Und wiege Dich höher Und wage dich tiefer im wogenden Braus!
Es ist dem Sterblichen selten gegeben, einen Kampf recht auszukämpfen, wie hoch er seine Seele auch heben mag in göttlichen Stunden, hinunter auf die Erde muß sie wieder.
Nur an die großen Seelen kommen die großen und schweren Dinge.
Himmel und Erde sind schön, aber die Menschenseele, die sich über den Staub, der draußen wallet, emporhebt, ist schöner als Himmel und Erde.
Wie ein Abschnitt unseres Lebens – ja selbst wie der Hintergrund, auf den dieser Lebensabschnitt gezeichnet ist, uns in der Erinnerung erscheinen soll – das hängt doch schließlich davon ab, ob es in unserer Seele während der Zeit hell oder dunkel ist.
Die Welt ist das Dasein Gottes nicht in ruhiger Weise, sondern so, daß Gott sein Dasein darin stets verbessert, stets aufs neue eine geringere Form desselben durch eine bessere beschämt. Gott ist eigentlich eben diese wunderbare und heilige Unruhe.
A sè stesso – An sich selbst Ein Fremdling bist du, Ein seltsamer Fremdling, o meine Seele, In diesem Erdengetriebe. Ringsum qualmt Selbstsucht und Hoffart zum Himmel, Laster und Torheit wuchern in üppiger Blüte Und lustig schießen empor die tauben Halme der Eitelkeit. Und siehe: die Welt erträgt es! Sie erträgt es nicht bloß, Sie opfert der Selbstsucht, Beugt sich der Hoffart, Mästet Torheit und Laster Und schmeichelt der Eitelkeit. Aber wehe dir, arme Seele, Wenn zu Tage tritt, Daß auch du staubgeboren, Und einmal dich betreten lässest auf menschlicher Art Und menschlicher Schwäche. Da geifert's sogleich in der Runde! Da predigt die Selbstsucht Entsagung, Die Hoffart Demut, Das Laster Tugend – Und Torheit und Eitelkeit Haben für dich ein Lächeln des Hohnes . . . Fürwahr ein Fremdling bist du, Ein seltsamer Fremdling, o meine Seele, In diesem Erdengetriebe.
Unsere Seele ist für etwas Höheres da, als bloß den uniformen Takt der Maschine zu halten.
Großen Seelen ziehen die Schmerzen nach, wie den Bergen die Gewitter; aber an ihnen brechen sich auch die Wetter, und sie werden die Wetterscheide der Ebene unter ihnen.
Die Seele kommt alt zur Welt, aber sie wächst und wird jung. Das ist die Komödie des Lebens. Der Leib kommt jung zur Welt und wird alt. Das ist die Tragödie unseres Daseins.
Es sind oft kleine seelische Dinge, die für große Entwicklungen ausschlaggebend sind.
Daß man einem Wasser nicht auf den Grund blicken kann, beweist noch nicht, daß es tief ist.
Wenn der Strom niederer wird, sieht man erst, an wie viel Stellen er seicht war. Menschenseelen und Ströme, die ihren Zufluß nicht aus inneren tiefen Quellen, sondern eben nur von außen haben, vom Regen, vom Schneeschmelzen, von Tagesereignissen und Lektüre, sind sehr leicht in ihrer Seichtigkeit und Veränderlichkeit erkennbar.
Jede Seele, sie durchwandelt der Geschöpfe Stufenleiter: Formentauschend, rein und reiner, immer höher, hell und heiter, Lebt sie fort im Wurm, im Frosche, im Vampir, im niedern Sklaven, Dann im Tänzer, im Poet, im Trunkenbold, im edlen Streiter ... Sehet: eine gleiche Reihe Seelenhüllen, Truggestalten Muß der Dichtergeist durchwandeln, stets verklärter, stets befreiter: Und er war im Werden Gaukler, war Vampir und war Brahmane, Leere Formen läßt er leblos und strebt höher, wahrer, weiter ... Aber wissend seines Werdens, hat er werdend auch erschaffen: Hat Gestalten nachgebildet der durchlaufnen Wesensleiter: Den Vampir, den niedern Sklaven, Gaukler, Trunkenbold und Streiter.
Rings um uns Hier der Vogel, dort der Baum – Wie wir neben ihnen leben! Wohl, verstehn uns selber kaum, Doch was mag sich dort begeben! Wieviel Leben uns umflutet, Unaufhörlich, ausgegossen! Wieviel Seele, nur vermutet, Nur gefühlt, doch nie erschlossen!
Es ist etwas im Menschen das sich vor keiner Gewalt beugt und fürchtet und durch keine Gewalt überwältigt werden kann. Es bleibt unbeschädigt und frei, wie auch die Sachen gehen, und spricht der Gewalt Hohn.
Es gibt Steine wie Seelen, die sind hingeworfen auf den Straßen.
Nimm des inneren Menschen wahr, darin liegt das äußere und innere Leben.
Die Seele ist wagemutig, wenn sie viel Unglück erfahren hat.