Seele Sprüche – liebe

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Seelen Du weißt, wir bleiben einsam: Du und ich, Wie Stämme, tief in Gold und Blau getaucht, Mit freien Kronen, die der Seewind küßt … So nah, doch ganz gesondert, ewig zwei. Doch zwischen beiden webt ein feines Licht Und Silberduft, der in den Zweigen spielt, Und dunkel rauscht die Sehnsucht her und hin …

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An diesem entsetzlichen Gefühl eines blinden, abgeschnittenen Raums hinter allem Ausgefüllten, an dieser Hälfte, die immer noch fehlt, wenn auch alles schon ein Ganzes ist, bemerkt man schließlich das, was man die Seele nennt.

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43

Mondschein. So seltsam scheint mir deine Seele, wie ein Park, durch den ein Zug von Masken flimmert, doch Tanz und ihrer Lauten Melodie verbirgt nur Schmerz, der durch die Masken schimmert. Von Liebe singen sie, bespöttelnd ihr Geschick, doch Mollklang macht das lose Klimpern trüber, es scheint, sie glauben selbst nicht an ihr Glück, und leise rinnt ihr Lied in Mondschein über, in Mondschein, der, sanfttraurig, blass und blank die Vögel träumen lässt hoch in den Bäumen und schluchzen die Fontänen, dass sie schlank und schauernd in die Marmorschalen schäumen.

Zweig (Hg.), Gedichte von Paul Verlaine. Eine Anthologie der besten Übertragungen, hg. von Stefan Zweig 1902. Übers. von Stefan Zweig

Das Maß der Dinge Allesist, wenn du liebst! Dein Freund wird Sokrates, wenn du's ihm gibst. Herz, Herz, wie bist du schöpferisch! Du schwebst! Die Erde wird himmlisch. Einst kamst du, ein Kind, zu grünem Waldweiher. Sahst schaudernd den geheimnisvollen Algen-Schleier. Du streicheltest der Weidenkatzen tierisch-süßen Samt – Wie tiefsinns-selig bebte deine Knabenhand! In deinem Aufschwung, Mensch, wird alles groß! In deinem Abschwung alles hoffnungslos! Und nur die Seele, die sich liebend selbst vergaß, Ist aller Dinge Maß und Übermaß.

Werfel, F., Gedichte. In: Das lyrische Werk, S. Fischer 1967

Die Seele der Menschen wird von drei erhabenen Liebesempfindungen beherrscht: von der Liebe zu dem, was lieblich ist an den Geschöpfen, von dem, was lieblich ist an den Dingen und von dem, was lieblich ist am guten Ruf.

Ruskin, Aphorismen zur Lebensweisheit. Eine Gedankenlese aus den Werken des John Ruskin. Aus dem Englischen übersetzt und zusammengestellt von Jakob Feis, J. H. Ed Heitz (Heitz und Mündel), Straßburg o.J. [1901]

Die Schönheit der Seele bringt auch in einen ungestalteten Körper Reize; so wie ihre Häßlichkeit dem vortrefflichsten Baue und den schönsten Gliedern desselben, ich weiß nicht was eindrückt, das einen unzuerklärenden Verdruß erwecket.

Lessing, Der Freigeist, entstanden 1749, Erstdruck 1755. Zweiter Aufzug, erster Auftritt, Juliane

Die Gestalt der Seele aber ist schöner als die des Körpers.

Cicero, Vom höchsten Gut und vom größten Übel (De finibus bonorum et malorum), 45 v. Chr. Übers. Internet Originaltext: Animi enim liniamenta sunt pulchriora quam corporis

Wir werden nie mehr wieder unsere Seele von heute Abend haben…

de Noailles, Les Eblouissements, 1907. Aus: Il fera longtemps clair ce soir (Es wird lange hell bleiben heute Abend). Übers. Internet

Nichts ist so herrlich als eine Seele ohne Rückhalt. Sie ist wie ein offenes Land ohne Schluchten und Gefahren, in dem du sorglos wandern kannst. Es ist ein großes Land, dieses Land.

Pauly, Aphorismen, 1905

Es schafft die Not mit Hämmern, die Güte schafft mit Licht; es schaffen Not und Liebe der Seele Angesicht.

Seemann, Funken, 1940

Aus den Augen der Menschen blickt zuweilen ein gequältes Tier, das nicht reden kann.

Ernst, Sankt Yoricks Glockenspiel, 1914