Seele Sprüche – liebe

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Es geht bei der Liebe um unsere Seele.

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Ich liebe den, dessen Seele sich verschwendet, der nicht Dank haben will und nicht zurückgibt: denn er schenkt immer und will sich nicht bewahren.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Erster Teil. Zarathustras Vorrede

Die Menschen beginnen mit der Liebe, enden mit dem Ehrgeiz und befinden sich in einer ruhigen Verfassung des Gemüts oft erst, wenn sie sterben.

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Die jungfräuliche Seele ist eine reife Rose, aus der, sobald ein Blatt gezogen ist, leicht alle gepaarte nachfallen.

Jean Paul, Titan, 4 Bde., 1800-1803. Dritter Band. 20. Jobelperiode. 87. Zykel

Nichts richtet das Gemüt so auf wie das Gefühl, geliebt zu sein.

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Feine Finger Feine Finger mußt du haben Um ein Herz nicht zu zerwühlen, Finger, die des Mondes Silber Und den Duft der Rosen fühlen. Liebe lebt solch zartes Leben… Um die Glut nicht zu verkühlen, Mußt du feine Finger haben, Finger, die die Seele fühlen.

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Das Große, das Göttliche, das du in deiner Seele hast und in der fremden liebst, such auf keinem Sonnenkrater, auf keinem Planetenboden – die ganze zweite Welt, das ganze Elysium, Gott selbst erscheinen dir an keinem andern Ort als mitten in dir.

Jean Paul, Hesperus oder 45 Hundsposttage. Eine Lebensbeschreibung, 3 Bde., 1795. Erstes Heftlein. 8. Hundposttag

Erstarrt Gebannt in dumpfes Nichts lag meine Seele Rings flammte Lieb' und Sommer in den Kelchen, Rings blühten duftig die Gedichte auf… Doch meine Seele schlich erblindet, träge Und todt durch goldigblonde Rhythmen hin… Durch aller Räthsel ahnungsvolles Raunen Gespensterkühl … matt und verständnislos. Gebannt in dumpfes Nichts lag meine Seele. Da kam ihr plötzlich … langersehnt … der jähe Urtiefe Schmerz, der sie befreien soll. Er soll mit Blitzesbrand mein Herz erschüttern, Er soll versengen, daß aus grauem Schutt Die neue Blüte blaß und düfteschwer Emportaucht … Endlich! weine, meine Seele! Sie weinte nicht … die schweren Flügel zuckten, Dann stöhnte sie ein wenig und sie schwieg … Es kam kein Blitz … Nur Kälte … Kälte … Kälte… Daß alle Thränen ihr in Eis erstarrt…

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Deine große Müdigkeit, Seele, das ist es, was mir nicht gefällt.

Sylva, Geflüsterte Worte. Essays und Lyrik, 5 Bde., 1903-1912. Aus: Müdigkeit

Man darf zwar die privatesten Dinge über andere Leute erfahren, aber nur voll Respekt vor dem ringenden, geschundenen Etwas, das jede Menschenseele ist, und im Geiste vornehmer, unterscheidender Anteilnahme.

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[…] Wenn das Gemüt einen verwundenden Schlag erhält, der den Körper nicht tötet, scheint es wieder zu genesen, wie der Körper genest. Aber es scheint nur so. In Wirklichkeit ist es nur der Mechanismus der wiederaufgenommenen Gewohnheit. Langsam, langsam fängt die Wunde der Seele an, sich bemerkbar zu machen, wie eine Verletzung, die nur allmählich ihren furchtbaren Schmerz vertieft, bis er die ganze Psyche ausfüllt.

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Wir heißen Seele, was beseelt; mehr wissen wir nicht.

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Es gibt Minuten, in denen alle verborgenen Edelsteine der Seele offenliegen!

Musil, Der Mann ohne Eigenschaften, 3 Bde., 1930-43

Verwandte Seelen verstehen sich ganz!

Salis-Seewis, J. G., Gedichte. Aus: Sehnsucht nach Mitgefühl (An Matthisson)

Im Leben gilt Verstand weit mehr als Gemüt und erreicht auch weit mehr; doch ohne Gemüt keine Zuneigung noch Liebe.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Lasse nur Dir selber die Herrschaft in Deinem Gemüt, und lasse mich einen geringen Anteil dran haben, wir sind ja keine zwei!

Arnim/Brentano, Clemens Brentanos Frühlingskranz. Aus Jugendbriefen ihm geflochten, wie er selbst schriftlich verlangte, 1844

Es gehört zu manch einer mutigen, heißen, fieberhaft ihr Bestes geben wollenden Seele eine ungeschickte, zaghafte Hand.

Raabe, Pfisters Mühle, 1884. Sechstes Blatt. Eine nachdenkliche Frage

Unser Gemüt ist wie eine Waage. Wenn die eine Schale durch den Druck der Erde niedersinkt, so steigt die andere in die Höhe.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele.

Tucholsky, Werke 1907-1935. Schloß Gripsholm, 1931. Erstes Kapitel

Die Gemütsbewegungen charakterisieren den Menschen.

Kent, Philosophische Gedanken zur Homöopathie. Aphorismen, Groma Verlag 2004. Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung des Verlags

Liebesnot Mir ist, als wär' mein Herz ein Quell, Doch eine Quelle ohne Spiegel, Und eine Blume ohne Duft, Ein Adler mit gebrochnem Flügel. Ich suche düster, was mir fehlt, Und fühl', daß ich mir selber fehle. Was nahmst du aus der Seele mir? Du nahmst sie selber mir, die Seele!

Stieler, Hochland-Lieder, 1879