Seele Sprüche – philosophisch

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Nicht, was einer wirklich geschaffen, berechtigt ihn, sich zu den Göttern zu setzen, sondern ob er eine Seele hat, welche des Höchsten fähig ist.

Ernst, Der Zusammenbruch des deutschen Idealismus. An die Jugend, 1918

Die Seele sieht, aber sie selbst kann man nicht sehen.

Midrasch Raba. Zu 5. Mose

Die Beziehungen der Seele zum göttlichen Geist sind so rein, daß es eine Entweihung wäre, zwischen ihnen vermitteln zu wollen.

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Wenn sich die Seele durch den Intellekt ausdrückt, ist sie Genie; durch den Willen Tugend; durch die Empfindungen Liebe.

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Es gibt eine Tiefe im menschlichen Gemüte, die tiefer ist, als der Eimer reicht, mit dem die Philosophie ihre Weisheit schöpft.

Gotthelf, Wie Anne Bäbi Jowäger haushaltet und wie es ihm mit dem Doktern geht, 2 Bde., 1843/44

Schüler: "Wie kann ich mein Selbst-Wesen wahrnehmen?" Meister: "Dein Selbst-Wesen ist das, was wahrnimmt. Ohne es gibt es keine Wahrnehmung."

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Es ist nichts im Innern wesentlich, das nicht zugleich im Äußern wahrgenommen wird.

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Unser Buddha-Wesen ist von Anfang an da. Es ist wie die Sonne, die hinter den Wolken hervorkommt. Es ist wie ein Spiegel, der alles vollkommen widerspiegelt, nachdem er abgewischt wurde und nun wieder ganz klar ist.

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Ein Schüler kam auf der Suche nach der Wahrheit des Buddhismus ins Kloster: "Was willst du in einem Kloster?" fragte der Meister. "Warum kümmerst du dich nicht um den Schatz in deinem eigenen Hause?" "Was ist mein Schatz?" fragte der Schüler. "Der da fragt ist dein Schatz", sagte der Meister.

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Unsere Sinnlichkeit kann wahrhaft als unsere Seele bezeichnet werden, weil sie Einheit mit Gott hat.

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Der äußere Mensch kann in dem verwirrten Labyrinthe kontemplativen und sinnlichen Lebens verirren, aber die Seele kennt immer ganz genau die Wahrheit.

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Soll die Seele Gottes gewahr werden, so muß sie auch ihr Selbst vergessen und sich selber verlieren. Denn solange sie sich selbst sieht und weiß, solange gewahrt sie Gott nicht.

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Seine Seele? Eine Luftblase in einer Fleischkugel!

Renard, Ideen, in Tinte getaucht (aus den Tagebüchern 1887-1910), 1925

Was der Saft im Baum ist, das ist die Seele im Körper, und ihre Kräfte entfalte sie wie der Baum seine Gestalt. Die Erkenntnis gleicht dem Grün der Zweige und Blätter, der Wille den Blüten, das Gemüt ist wie die zuerst hervorbrechende Knospe, die Vernunft wie die voll ausgereifte Frucht. Der Sinn endlich gleicht der Ausdehnung des Baumes in Höhe und Breite. So ist die Seele der innere Halt und die Trägerin des Leibes.

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Was in dir ist, ist auch außerhalb von dir. Deine Erscheinung ist vom gleichen Stoff, der dich innerlich bekleidet. Du erschaffst dein inneres Leben in sichtbarer Form überall um dich herum.

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Siebenmal habe ich meine Seele verachtet: Das erste Mal, da ich sie als demütig ansah, auf dass sie an Größe gewinne. Das zweite Mal, als ich sah, wie sie vor Verkrüppelten hinkte. Das dritte Mal, als sie zwischen Schwerem und Leichtem wählen konnte, und sie sich für das Leichte entschied. Das vierte Mal, als sie ein Unrecht beging und sich selbst damit tröstete, dass auch andere Unrechtes tun. Ein fünftes Mal, als sie etwas aus Schwäche unterließ und ihrer Langmut Stärke zuschrieb. Das sechste Mal, als sie die Hässlichkeit eines Gesichtes verachtete und nicht erkannte, dass es eine ihrer eigenen Masken war. Und das siebte Mal habe ich meine Seele verachtet, als sie zu einem Lobgesang anhob und das für Kunst hielt.

Gibran, Sand und Schaum. Aphorismen (Sand and Foam), 1926, übersetzt von Hans-Josef Fritschi, Books on Demand 2018

Meine Seele ist losgelöst von jedem geschaffenen Ding, und über sich selbst erhoben, und in einem köstlichen Leben, allein auf ihren Gott gestützt.

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Die Erlösung der Menschenseele bedeutet die zweifelsfreie Hingabe an Gott und sein Gesetz.

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Bei mir ist das Ewige und Unzerstörbare im Menschen, welches daher auch das Lebensprinzip in ihm ausmacht, nicht die Seele, sondern, mir einen chemischen Ausdruck zu gestatten, das Radikal der Seele, und dieses ist der Wille.

Schopenhauer, Über den Willen in der Natur, 1836. Physiologie und Pathologie

Dies ist die riesige moderne Irrlehre: die Menschenseele zu ändern, um sie den Verhältnissen anzupassen, anstatt die Verhältnisse zu ändern, um sie der Menschenseele anzupassen.

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Tiefer Seelenschmerz gipfelt in der Sehnsucht nach dem Tode – doch bedeutet Tod Erlösung?

Vogel, Im zeitlosen Strome. Randbemerkungen des Lebens, 1913