Seele Sprüche – weisheit

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Im Leben gilt Verstand weit mehr als Gemüt und erreicht auch weit mehr; doch ohne Gemüt keine Zuneigung noch Liebe.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Jeder Teil der Seele muß persönlich eingesehen haben, was er [der Heilige] eigentlich will, was er soll, worin seine Vollendung besteht, unerfahrene Wahrheiten erkennt er nicht an, und, um genug zu erleben, muß er sich vielem aussetzen.

Keyserling, Das Reisetagebuch eines Philosophen, 1911-1912, Erstdruck 1919

Der erhabene Charakter kann sich nur in einzelnen Siegen über den Widerstand der Sinne, nur in gewissen Momenten des Schwunges und einer augenblicklichen Anstrengung kundtun; in der schönen Seele hingegen wirkt das Ideal als Natur, also gleichförmig, und kann mithin auch in einem Zustand der Ruhe sich zeigen. Das tiefe Meer erscheint am erhabensten in seiner Bewegung, der klare Bach am schönsten in seinem ruhigen Lauf.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Über naive und sentimentalische Dichtung 1795/1796

Wir sehen im täglichen Leben oft, daß die Menschen ein verschieden langes inneres Leben führen. Der eine lebt äußerlich achtzig oder neunzig Jahre, und auch seine Seele bildet sich immer weiter; der andere lebt äußerlich ebensolange, aber seine Seele ist mit fünfzig, mit dreißig, mit fünfzehn, mit zehn Jahren stehengeblieben; nur Erfahrung, Ausdrucksweise und äußere Umgangsformen sind dem Alter seines Leibes entsprechend.

Ernst, Der Zusammenbruch des deutschen Idealismus. An die Jugend, 1918

Es ist eine ausgemachte und erwiesene Wahrheit, daß die Seele, wenn sie vom Körper entbunden ist, weit mächtiger und freier wirkt und weit erhöhtere Kräfte hat, als wenn sie in ihn eingekerkert ist.

Jung-Stilling, Theorie der Geister-Kunde, 1808

Weder Seele noch Gehirn der Menschen haben in historischen Zeiten erweislich zugenommen, die Fähigkeiten jedenfalls waren längst komplett.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum)

Es ist ein gewöhnlicher Gedanke, den man gerade deshalb leicht vergißt, daß tagtäglich die fühlenden Seelen immer seltener und die Verstandesmenschen immer häufiger werden.

Stendhal, Über die Liebe (De l'Amour), 1822. Drittes Buch. Aphorismen, 161.

Eine edle Seele adelt alles, was sie ist, und was sie thut; den Gebrauch des Reichthums und das Ertragen des Mangels.

La Roche, Rosaliens Briefe an ihre Freundin Mariane von St**, anonymer Erstdruck 1779-81. 63. Brief. Originale Rechtschreibung

Die menschliche Seele, arm und reich, hat unendliche Fähigkeiten und Verwandlungen.

Wassermann, Christian Wahnschaffe, 1919

Die Seele ist ein einfaches Wesen, welches unendlicher Vorstellungen fähig ist.

Lessing, Daß mehr als fünf Sinne für den Menschen sein können, entstanden vermutlich Ende der 70er Jahre, Erstdruck 1795

Raum ist Körper für Unendlichkeit, Zeit ist Körper für Ewigkeit, beide unzulänglich wie alle Körper im Verhältnis zu ihrer Seele.

Kayssler, Besinnungen, 1921