Sterben Sprüche

Sprüche über Sterben

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Nach dem Naturinstinkte hingegen würde dem Menschen der Arzt der wichtigste Mann sein, weil dieser ihm sein Leben fristet, darauf allererst der Rechtserfahrene, der ihm das zufällige Seine zu erhalten verspricht, und nur zuletzt (fast nur, wenn es zum Sterben kommt), ob es zwar um die Seligkeit zu tun ist, der Geistliche gesucht werden: weil auch dieser selbst, so sehr er auch die Glückseligkeit der künftigen Welt preiset, doch, da er nichts von ihr vor sich sieht, sehnlich wünscht, von dem Arzt in diesem Jammertal immer noch einige Zeit erhalten zu werden.

Kant, Der Streit der Facultäten, 1798

Leben und Tod In dem Leben wohnet Sterben; in dem Sterben wohnet Leben; Lasse dir das Sterben lieben du, dem Leben nur ist eben!

Logau, Sämmtliche Sinngedichte, 1872 (EA: 1654). Originaltext

Wenn ein Geist stirbt, wird er Mensch. Wenn der Mensch stirbt, wird er Geist. Freier Tod des Geistes, freier Tod des Menschen.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Magische Philosophie

Wo gehn wir denn hin? Immer nach Hause.

Novalis, Heinrich von Ofterdingen, 1802 (posthum). Zweiter Teil: Die Erfüllung

Man stirbt nur einmal – und für so lange.

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Selbst, wenn das Sterben vom Willen des Menschen abhinge, würde keiner am Leben bleiben.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1847

Vielleicht ist ein Begräbnis unter Menschen ein Hochzeitsfest unter Engeln.

Gibran, Sand und Schaum. Aphorismen (Sand and Foam), 1926, übersetzt von Hans-Josef Fritschi, Books on Demand 2018

Der Gedanke, nicht mehr zu sein, ist so süß! Welch tiefe Ruhe ist über alle Friedhöfe gebreitet!

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Besser schnell gestorben als langsam verdorben.

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Um eines schönen Friedhofs willen möchte niemand sterben.

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Sollten Sie dabei sein, wenn ich sterbe, so werden Sie sehen, daß ich ruhig dahinscheide; denn ich glaube, daß nach dem Tode alles zu Ende ist.

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In den meisten Fällen ist die Todesursache eines Menschen sein Leben.

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Vom Leben muß man wie vom Mahle fortspazieren, dem Wirte danken und sein Bündel schnüren.

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Man könnte viele Beispiele für unsinnige Ausgaben nennen, aber keines ist treffender als die Errichtung einer Friedhofsmauer. Die, die drinnen sind, können sowieso nicht hinaus, und die, die draußen sind, wollen nicht hinein.

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Langlebigkeit: ungewöhnliche Verlängerung der Todesfurcht.

Bierce, Des Teufels Wörterbuch (The Cynic's Word Book), 1906 (1909 als »Devil’s Dictionary« in ›Collected Works‹, Vol. 7)

Leichenwagen: Der Kinderwagen des Todes.

Bierce, Des Teufels Wörterbuch (The Cynic's Word Book), 1906 (1909 als »Devil’s Dictionary« in ›Collected Works‹, Vol. 7)

Ich hoffe auf einen plötzlichen Tod. Er erspart Alter, Krankheit und dass man die Kellertreppe hinunter fällt.

Bierce, Des Teufels Wörterbuch (The Cynic's Word Book), 1906 (1909 als »Devil’s Dictionary« in ›Collected Works‹, Vol. 7)

Letztes Ziel Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Zeit dieses Lebens nur einen Augenblick währt, daß der Zustand des Todes ewig ist, von welcher Natur er auch sein mag, und daß darum alle unsere Handlungen und Gedanken sich in ihren Wegen dem Zustande dieser Ewigkeit so sehr anpassen müssen, daß es unmöglich ist, mit Verstand und Urteil auch nur einen Schritt zu tun, ohne ihn nach der Wahrheit jenes Punktes einzurichten, der unser letztes Ziel sein muß.

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Jedoch, es ist nun Zeit, daß wir gehen, ich, um zu sterben, und ihr, um zu leben. Wer aber von uns beiden zu dem besseren Geschäft hingehe, das ist allen verborgen außer nur Gott.

Platon, Apologie des Sokrates, entstanden um 395 v. Chr. 42a

Wir sollten das Leben verlassen wie ein Bankett: weder durstig noch betrunken.

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O Herr, gib jedem seinen eignen Tod. Das Sterben, das aus jenem Leben geht, darin er Liebe hatte, Sinn und Not.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Das Stundenbuch. Das Buch von der Armut und vom Tode, 1903