Sterben Sprüche – sinn

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Es ist hart zu leben; aber härter ist es noch zu sterben.

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Ich lebe, ohne in mir zu leben und ein so erhabenes Leben erhoffe ich, daß ich sterbe, weil ich nicht sterbe.

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Alle Pfade, die zum Leben führen, alle führen zum gewissen Grab.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Ideal und das Leben, 1795; erschien zuerst in den Horen 1795 unter dem Titel: "Das Reich der Schatten", später auch unter "Das Reich der Formen". In späteren Ausgaben fehlten einige Strophen, u.a. auch die, aus dem dieser Text stammt.

Sei fest bereit zu sterben, denn Tod und Leben, beides wird dadurch süßer.

Shakespeare, Maß für Maß (Measure for Measure), Erstdruck 1623. 3. Aufzug, 1. Szene, Herzog

Kein Leugnen hilft, kein Widerstreben, wir müssen sterben, weil wir leben.

Busch, Aphorismen, Reime und Sinnsprüche. Wir Kinder der Vergangenheit …

Der hat die Weisheit erfasst, der eben so sorglos stirbt, als er geboren wird.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 22. Brief. Übersetzt von Albert Forbiger (1866) Originaltext: Percepit sapientiam, si quis tam securus moritur quam nascitur

Ich soll sterben? Was heißt das anders als, ich werde nicht mehr krank sein können, werde nicht mehr gefesselt werden können, nicht mehr sterben können.

Seneca, Briefe an Lucilius (Epistulae morales ad Lucilium), 62 n. Chr. 24. Brief. Übersetzt von Otto Apelt (1924) Originaltext: Moriar: hoc dicis, desinam aegrotare posse, desinam alligari posse, desinam mori posse

Aber leben zu lernen, dazu gehört das ganze Leben, und, was du vielleicht noch wunderbarer finden wirst, sein Leben lang muss man sterben lernen.

Seneca, Von der Kürze des Lebens (De Brevitate Vitae), um 49 n. Chr. 7. Kapitel. Übers. von Otto Apelt (1923) Originaltext: Vivere tota vita discendum est et, quod magis fortasse miraberis, tota vita discendum est mori

Sterben ist das Letzte.

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Dein Bewußtsein wird, ach schneller als du dachtest, bald versiegen und der Leib gleich einem Holzstück wertlos auf dem Boden liegen.

Buddha, Dhammapada. Anthologie von Aussprüchen des Buddha; enthält 423 Sprüche ethischen Inhalts, aufgenommen in den Palikanon unter den Kurzen Texten (Khuddaka-Nikaya) wohl auf dem 2. buddhistischen Konzil im Jahr 383 v. Chr. 41. Vers. Übersetzt von Hans Much, 1920

Nach dem Naturinstinkte hingegen würde dem Menschen der Arzt der wichtigste Mann sein, weil dieser ihm sein Leben fristet, darauf allererst der Rechtserfahrene, der ihm das zufällige Seine zu erhalten verspricht, und nur zuletzt (fast nur, wenn es zum Sterben kommt), ob es zwar um die Seligkeit zu tun ist, der Geistliche gesucht werden: weil auch dieser selbst, so sehr er auch die Glückseligkeit der künftigen Welt preiset, doch, da er nichts von ihr vor sich sieht, sehnlich wünscht, von dem Arzt in diesem Jammertal immer noch einige Zeit erhalten zu werden.

Kant, Der Streit der Facultäten, 1798

Leben und Tod In dem Leben wohnet Sterben; in dem Sterben wohnet Leben; Lasse dir das Sterben lieben du, dem Leben nur ist eben!

Logau, Sämmtliche Sinngedichte, 1872 (EA: 1654). Originaltext

Wenn ein Geist stirbt, wird er Mensch. Wenn der Mensch stirbt, wird er Geist. Freier Tod des Geistes, freier Tod des Menschen.

Novalis, Fragmente. Erste, vollständig geordnete Ausgabe hg. von Ernst Kamnitzer, Dresden 1929. Magische Philosophie

Man stirbt nur einmal – und für so lange.

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Selbst, wenn das Sterben vom Willen des Menschen abhinge, würde keiner am Leben bleiben.

Hebbel, Tagebücher. Nach der historisch-kritischen Ausgabe von R. M. Werner, 4 Bde., 1903-04. 1847

Um eines schönen Friedhofs willen möchte niemand sterben.

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In den meisten Fällen ist die Todesursache eines Menschen sein Leben.

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Letztes Ziel Es ist nicht zu bezweifeln, daß die Zeit dieses Lebens nur einen Augenblick währt, daß der Zustand des Todes ewig ist, von welcher Natur er auch sein mag, und daß darum alle unsere Handlungen und Gedanken sich in ihren Wegen dem Zustande dieser Ewigkeit so sehr anpassen müssen, daß es unmöglich ist, mit Verstand und Urteil auch nur einen Schritt zu tun, ohne ihn nach der Wahrheit jenes Punktes einzurichten, der unser letztes Ziel sein muß.

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Wir sollten das Leben verlassen wie ein Bankett: weder durstig noch betrunken.

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O Herr, gib jedem seinen eignen Tod. Das Sterben, das aus jenem Leben geht, darin er Liebe hatte, Sinn und Not.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Das Stundenbuch. Das Buch von der Armut und vom Tode, 1903

Ein Mann ist nicht der, welcher fröhlich zu leben, sondern der, welcher fröhlich, frei von der Welt, zu sterben weiß.

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