Sterben Sprüche – trauerkarte

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Die Seele scheidet friedlich nun zum Himmel, da ich den Freunden Frieden gab auf Erden.

Shakespeare, König Richard III. (The Tragedy of King Richard the Third), Erstdruck 1597

Es gibt Menschen, die wir in der Erde begraben; aber andere, die wir besonders zärtlich lieben, sind in unser Herz gebettet. Die Erinnerung an sie mischt sich täglich in unser Tun und Trachten, wir denken an sie, wie wir atmen, sie haben in unserer Seele eine neue Gestalt angenommen, nachdem zarten Gesetz der Seelenwanderung das im Reich der Liebe herrscht.

Balzac, Die verlassene Frau, 1846

Vielleicht ist ein Begräbnis unter Menschen ein Hochzeitsfest unter Engeln.

Gibran, Sand und Schaum. Aphorismen (Sand and Foam), 1926, übersetzt von Hans-Josef Fritschi, Books on Demand 2018

Der Gedanke, nicht mehr zu sein, ist so süß! Welch tiefe Ruhe ist über alle Friedhöfe gebreitet!

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Um eines schönen Friedhofs willen möchte niemand sterben.

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Sollten Sie dabei sein, wenn ich sterbe, so werden Sie sehen, daß ich ruhig dahinscheide; denn ich glaube, daß nach dem Tode alles zu Ende ist.

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Leichenwagen: Der Kinderwagen des Todes.

Bierce, Des Teufels Wörterbuch (The Cynic's Word Book), 1906 (1909 als »Devil’s Dictionary« in ›Collected Works‹, Vol. 7)

Ich hoffe auf einen plötzlichen Tod. Er erspart Alter, Krankheit und dass man die Kellertreppe hinunter fällt.

Bierce, Des Teufels Wörterbuch (The Cynic's Word Book), 1906 (1909 als »Devil’s Dictionary« in ›Collected Works‹, Vol. 7)

O Herr, gib jedem seinen eignen Tod. Das Sterben, das aus jenem Leben geht, darin er Liebe hatte, Sinn und Not.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Das Stundenbuch. Das Buch von der Armut und vom Tode, 1903

Stimme eines jungen Bruders Ich verrinne, ich verrinne wie Sand, der durch Finger rinnt. Ich habe auf einmal so viele Sinne, die alle anders durstig sind. Ich fühle mich an hundert Stellen schwellen und schmerzen. Aber am meisten mitten im Herzen. Ich möchte sterben. Laß mich allein. Ich glaube, es wird mir gelingen, so bange zu sein, daß mir die Pulse zerspringen.

Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Das Stundenbuch. Das Buch vom mönchischen Leben, 1899

Gute und Schlechte, die zusammen sterben, deckt ein Rasen.

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Der Tod Ach, es ist so dunkel in des Todes Kammer, Tönt so traurig, wenn er sich bewegt Und nun aufhebt seinen schweren Hammer Und die Stunde schlägt.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Sechster Teil

Freue dich nicht, wenn dein Feind stirbt; denke daran, dass wir alle sterben müssen.

Altes Testament. Das Buch Jesus Sirach (#Sir 8,8)

Die Lieblinge der Götter sterben früh.

Menander, Sentenzen in Monostichen (lat. Monosticha, gr. Monostichoi). 425. Übersetzt von Karl Heinemann, 1922

Schließe mir die Augen beide Mit den lieben Händen zu! Geht doch alles, was ich leide, Unter deiner Hand zur Ruh. Und wie leise sich der Schmerz Well um Welle schlafen leget, Wie der letzte Schlag sich reget, Füllest du mein ganzes Herz.

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Festigkeit oder Schwäche im Tod hängt von der letzten Krankheit ab.

Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Ein Mensch, der sein Ende kennt, spürt das Leid von morgen, aber die Freude von heute. Er schaut zum Himmel und lebt ohne Reue. Er trauert, denn deshalb ist er ein Mensch. Er wird das Herz und die Zunge Gottes. Aus der Sterblichkeit schafft er etwas Unsterbliches.

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Wenn ein Mensch dahin ist, nimmt er ein Geheimnis mit sich: wie es ihm, gerade ihm – im geistigen Sinn zu leben möglich gewesen sei.

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Die Sterbeszene eines Elefanten ist so unangenehm wie das Leben einer Wanze.

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Wie wenn im frost'gen Windhauch tödlich des Sommers letzte Blüte krankt, und hie und da nur, gelb und rötlich, ein einzeln Blatt im Windhauch schwankt, so schaudert über meinem Leben ein nächtig trüber kalter Tag, warum noch vor dem Tode beben, o Herz, o Herz, mit deinem ew'gen Schlag! Sieh rings entblättert das Gestäude! Was spielst du, wie der Wind am Strauch, noch mit der letzten welken Freude? Gib dich zur Ruh, bald stirbt sie auch.

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Von Gott kommt alles her, der läßt auch im Sterben die Seinen nicht verderben; sein' Hand ist nicht zu schwer.

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