Sterben Sprüche – zukunft

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O Welt, ich muß dich lassen, Ich fahr dahin mein Straßen Ins ewig Vaterland; Mein Geist will ich aufgeben, Dazu mein Leib und Leben Setzen in Gottes Hand. Mein Zeit ist nun vollendet, Der Tod das Leben schändet, Sterben ist mein Gewinn: Kein Bleiben ist auf Erden Das Ewig muß mir werden, Mit Fried fahr ich dahin. Ob mich gleich hat betrogen Die Welt, von Gott abgezogen Durch Schand und Büberei: Will ich doch nit verzagen, Sondern mit Glauben sagen, Daß mir vergeben sei.

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Gott verspricht eine sichere Landung, aber keine ruhige Reise.

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Das Licht ist nicht erloschen.

Inschrift. Grabinschrift

Sterb ich dir heute nicht, sterb ich dir morgen: Schwebend im Gleich des All sind wir geborgen.

Binding, R. G., Gedichte

Was, wenn die heutige die letzte Nacht der Welt wäre?

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O Grille, sing O Grille, sing, Die Nacht ist lang. Ich weiß nicht, ob ich leben darf Bis an das End von deinem Sang. Die Fenster stehen aufgemacht. Ich weiß nicht, ob ich schauen darf Bis an das End von dieser Nacht. O Grille, sing, sing unbedacht, Die Lust geht hin, Und Leid erwacht. Und Lust im Leid, - Mehr bringt sie nicht, die lange Nacht.

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Der Weg, von dem so oft ich vorher schon gehört: Ach gestern dacht ich nicht, ihn heut schon zu beschreiten.

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Es ist besser zwei Jahre zu früh als ein Jahr zu spät zu sterben!

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Pflücke die Rose, noch ist es Zeit, noch wohnt das Glück hier im Land. Doch dieselbe Blüte, die heute dich erfreut, welkt morgen in deiner Hand.

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Wie mit den grünen Blättern auf einem schönen Baum – die einen fallen ab, die andern wachsen wieder – so geht's mit dem Menschengeschlecht auch: die einen sterben, die andern werden geboren.

Altes Testament. Das Buch Jesus Sirach (#Sir 14,19)

Der Ruhm, mit Festigkeit zu sterben, die Hoffnung, betrauert zu werden, der Wunsch, einen guten Namen zurückzulassen, die Gewißheit, allem Erbärmlichkeiten des Lebens entronnen zu sein und nicht mehr von der Laune des Schicksals abzuhängen, sind Heilmittel, die man nicht verschmähen soll.

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Zukunft! – un-er-schöpfliches Wort! O Lust zu leben! O Lust, zu – – sterben!

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1908

Mein Leben geht zu Ende; doch ich spüre auch, wie mein irdisches Leben übergeht in ein neues, unendliches, unbekanntes, zukünftiges Leben, dessen Vorgefühl meine Seele vor Entzücken erzittern läßt, meinen Geist erleuchtet, mein Herz vor Freude weinen macht.

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Keiner so alt, der nicht noch ein Jahr leben will, und keiner so jung, der nicht heute sterben kann.

Simrock (Hg.), Die deutschen Sprichwörter (= Die deutschen Volksbücher, Bd. 5), 1846

Sterben ist kein ewiges Getrenntwerden. Es gibt ein Wiedersehen an einem helleren Tage.

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Du, Herr, weißt deine Zeit. Mir ziemt nur stets bereit und fertig dazustehen und so hereinzugehen, daß alle Stund und Tage mein Herz ich zu dir trage.

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Mein Haupt und meine Glieder, die lagen darnieder, aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schau in den Himmel mit meinem Gesicht.

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Ich gehe langsam aus der Welt heraus in eine Landschaft jenseits aller Ferne, und was ich war und bin und was ich bleibe, geht mit mir ohne Ungeduld und Eile in ein bisher nicht betretenes Land.

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Es war zu früh, nicht zu verstehen, es ist nicht gerecht und doch geschehen.

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Ihm hab ich mich ergeben, Zu sterben und zu leben, Sobald er mir gebeut; Es sei heut' oder morgen, Dafür laß ich ihn sorgen, Er weiß allein die rechte Zeit.

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O Herz, des Alters Morgen graute - Steh auf! Dies Schloß ist Heimat nicht!

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