Wahrheit Sprüche

Sprüche über Wahrheit

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Wahrheit ist nur zu oft der Name, den wir unseren wechselnden Irrtümern geben.

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Bisweilen wird die Wahrheit als ein Ideal hingestellt. Das ist falsch: Wahrheit ist Fehlen von Lüge.

Tolstoi, Tagebücher. 1906

Wahrheit kann man auch freundlich sagen!

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Sehr oft macht die Wahrheit den Eindruck des Unmöglichen.

Dostojewski, Der Idiot, 1868-69

Gib, dass ich in der Wahrheit lebe, mein Gott, auf dass ich in der Wahrheit sterben kann.

Tagore, Verirrte Vögel (Stray Birds), 1916; hier übersetzt von Helene Meyer-Franck. [314]

Das Wasser im Gefäß schimmert hell; das Wasser im Meer ist dunkel. Die kleine Wahrheit hat Worte, die klar und durchsichtig sind; die große Wahrheit hat unergründliches Schweigen.

Tagore, Verirrte Vögel (Stray Birds), 1916; hier übersetzt von Helene Meyer-Franck. [176]

Um gewisse Wahrheiten auszusprechen – dazu muss man schonsehrgereizt sein.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

In Tatsachen gekleidet, fühlt die Wahrheit sich eingeengt. Im Gewande der Dichtung bewegt sie sich leicht und frei.

Tagore, Verirrte Vögel (Stray Birds), 1916; hier übersetzt von Helene Meyer-Franck. [140]

Es gibt Wahrheiten, aber keine Wahrheit. Ich kann ganz gut zwei völlig entgegengesetzte Dinge behaupten und in beiden Fällen recht haben.

Musil, Tagebücher. 1899-1904, Heft 4

Selbst das Wahre kann bewiesen werden.

Wertheimer (Hg.), Weisheiten von Oscar Wilde, übersetzt von Paul Wertheimer, 1921 (EA: 1907)

Die Wahrheit geht im Wasser nicht unter und verbrennt nicht im Feuer.

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Der Wahrheit bester Schmuck ist Nacktheit.

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Schon mancher hatsowahr gesprochen – dass er Abbitte leisten musste.

Weiß, So seid Ihr! Erste Folge, 1906

Die Freude leuchtet, wo die Tugend hauset, Und Friede herrschet, wo die Wahrheit thront.

Witschel, Morgen- und Abendopfer in Gesängen, 1816

Ein Schritt von der Wahrheit, und du bist meilenweit von ihr entfernt.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Die Wahrheit muß man betheuern, die Lüge findet von selbst Glauben.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944. 1896. Originaltext

Ein getreues Menschenkind, das mir die Wahrheit sagt – ich kann es hoch genug nicht schätzen.

Baer, Jahresgedanken einer Frau, 1921

Gewisse Schönheiten, wie gewisse Wahrheiten – wir Sterbliche halten beide noch für zweierlei – zu erblicken, muß man das Herz ebenso ausgeweitet und ausgereinigt haben wie den Kopf.

Jean Paul, Die unsichtbare Loge, 2. verbesserte Auflage 1822 (EA: 1793). Erster Teil. Vorredner

Die einfachsten Wahrheiten sind die größten. Sie sind die nötigsten, weil die vergessensten. Sie sind die schwersten, aber die segensvollsten. Und Geheimnisse macht die Wahrheit nicht, wem sie nicht selbst eines ist.

Eyth, Bilder ohne Rahmen. Aus den Papieren einer Unbekannten mitgetheilt – nicht von ihr selbst, 8. Auflage 1894 (EA: 1852) (anonym)

Etwas dürfte wahr sein: Ob es gleich im höchsten Grade schädlich und gefährlich wäre; ja es könnte selbst zur Grundbeschaffenheit des Daseins gehören, dass man an seiner völligen Erkenntnis zu Grunde ginge, – so dass sich die Stärke eines Geistes danach bemäße, wie viel er von der „Wahrheit“ gerade noch aushielte, deutlicher, bis zu welchem Grade er sie verdünnt, verhüllt, versüßt, verdumpft, verfälscht nötig hätte.

Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886. Zweites Hauptstück. Der freie Geist

Die Menschen mit der Wahrheit gewinnen wollen, heißt eine Festung an ihrer stärksten Seite berennen.

Fock, Sterne überm Meer. Tagebuchblätter und Gedichte, 1917 (posthum)