Wahrheit Sprüche – klassisch

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Nur das Wahre ist groß, das wirklich Ehrliche.

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Vor Zeiten, da hörten die mächtigen Herrn Bisweilen zur Kurzweil die Wahrheit ganz gern; Doch war es das Vorrecht des Hofnarr'n allein, Zur Abwechslung auch einmal ehrlich zu sein. Heut' steht's mit der Wahrheit nicht anders fürwahr: Wer Mächt'gen sie sagt, ist auch heute ein Narr.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Das Wahre und Gute ist mannigfach zeitlich gefärbt und bedingt; auch z. B. das Gewissen ist zeitlich bedingt; aber die Hingebung, zumal die mit Gefahren und Opfern verbundene, an das zeitlich bedingte Wahre und Gute ist etwas unbedingt Herrliches.

Burckhardt, Weltgeschichtliche Betrachtungen, 1905 (posthum). I. Einleitung. 1. Unsere Aufgabe

Es ist eine Glocke, die klingt über alle Schellen; wer in der rechten Weise still sein kann, der wird sie wohl vernehmen.

Raabe, Abu Telfan oder Die Heimkehr vom Mondgebirge, 1867. 15. Kapitel

O du Land des Wesens und der Wahrheit, Unvergänglich für und für! Mich verlangt nach dir und deiner Klarheit; Mich verlangt nach dir.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Aus: Als der Sohn unsers Kronprinzen, nach der Geburt, gestorben war

Es ist das Schicksal jeder Wahrheit, vor ihrer Anerkennung ein Gegenstand des Lächelns zu sein.

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Es gehört mit zum Seltsamsten, was es gibt: Das pure, lautere Gold liegt vor uns, um uns. Aber wir leben mit Blei, Kupfer, Zinn; von Minderem zu schweigen. Wir haben die Wahrheit wie die Sonne über uns und folgen Schatten und Gespenstern.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1910

Die Wahrheit ist faul wie ein Krokodil im Schlamm des ewigen Nils. Die Zeit gilt für sie nicht; es kommt ihr auf ein Menschenalter nicht an; sie ist ja ewig. Aber die Wahrheit hat einen Impresario, der, sterblich wie der Mensch, es immer eilig hat. Dieser Impresario heißt Irrtum. Der Irrtum kann nicht faul im Grab die Ewigkeiten an sich vorüberziehen lassen. Er stößt überall an und wird überall gestoßen. Allen liegt er überall im Wege. Niemand läßt ihn ruhen. Er ist der wahre Stein des Anstoßes.

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Wir haben die Ewigkeit nur insoweit gegenwärtig, als wir uns zugleich im Kampf immer wieder von neuem entscheiden, und die Wahrheit nur insoweit, als wir uns ihr immer wieder stellen.

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Kein Zweck kann so groß sein, daß man dafür die Wahrheit verraten dürfte.

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Der Mensch kann die Wahrheit verherrlichen, nie aber verherrlicht die Wahrheit den Menschen.

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Der Irrtum wiederholt sich immerfort in der Tat, deswegen muß man das Wahre unermüdlich in Worten wiederholen.

Goethe, Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschriften des Goethe- und Schiller-Archivs hg. von Max Hecker, 1907. Aus Kunst und Altertum, 5. Bandes 3. Heft, 1826. Einzelnes

So wenig Wahrheit es auf der Welt auch gibt, das Angebot übersteigt die Nachfrage noch bei weitem.

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Jede Lüge vergewaltigt, denn nur die Wahrheit hat die gelassene Kraft, daß sie ruhig abwarten kann, ob die Leute zu ihr kommen.

Ernst, Erdachte Gespräche, 1921

Die Wahrheit hat noch bei jedem Streite gewonnen. Der Streit hat den Geist der Prüfung genährt, hat Vorurteil und Ansehen in einer beständigen Erschütterung erhalten; kurz, hat die geschminkte Unwahrheit verhindert, sich an Stelle der Wahrheit festzusetzen.

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Selbst die Wahrheit bedarf zu andern Zeiten wieder einer andern Einkleidung um gefällig zu sein.

Lichtenberg, Sudelbuch C, 1772-1773. [C 223]

Die Geschichte zeigt uns edle und freie Männer, welche es wagten, vor dem Angesicht der Könige die volle Wahrheit zu sagen; das Befugtsein gehört denen, die den Mut dazu haben.

Grimm, Über meine Entlassung, 1838

Nichts an mir bleibe, was nicht echt und wahr ist!

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Manche geben allen großen Wahrheiten Kleinheit, wenn sie sie nur sagen.

Jean Paul, Bemerkungen über uns närrische Menschen, 1783-99. Februar 1793

Ein vernünftiger Mensch soll mit nichts Mißbrauch treiben, selbst nicht mit der Wahrheit.

Friedrich II., Prüfung des Versuchs über die Vorurtheile (Examen de l’ Essai sur les préjugés), 1770

Wahrheit behauptet stets und überall ihre Unbeschränktheit. Sie wird zur Verbrecherin, wenn sie sich zur Sklavin der Menschen machen läßt.

Martin, Ein Buch der Weisheit und Wahrheit, 1868