Wahrheit Sprüche – klassisch
387 Sprüche gefunden
Und so [...] gebe ich mit innigem Ernst das Buch hin, in der Zuversicht, daß es früh oder spät diejenigen erreichen wird, an welche es allein gerichtet sein kann, und übrigens gelassen darin ergeben, daß auch ihm in vollem Maße das Schicksal werde, welches in jeder Erkenntnis, also umso mehr in der wichtigsten, allezeit der Wahrheit zuteil ward, der nur ein kurzes Siegesfest beschieden ist, zwischen den beiden langen Zeiträumen, wo sie als paradox verdammt und als trivial geringgeschätzt wird.
Die ewige Wahrheit kann denen nur erschlossen werden, die über alles Törichte noch herzhaft lachen können.
Der wirkliche Vorzug, der der Wahrheit eigen ist, besteht darin, daß eine Meinung, wenn sie wahr ist, einmal, zweimal, oftmals erdrückt werden kann, daß sie im Laufe der Jahrhunderte in der Regel von den einen oder anderen wieder aufgefunden werden wird, bis endlich eine solche Wiederauferstehung in eine Zeit fällt, wo sie durch günstige Umstände vor Verfolgungen geschützt, hinreichend tief Wurzel schlägt, um jeder künftigen Verfolgung Widerstand zu leisten.
Zur Wahrheit bringt jedwedes Ding die Zeit, die alldurchdringende.
Das Schöne läßt sich nicht vom Wahren trennen.
Die Wahrheit ist die Tochter des friedlichen Himmels, sie flieht vorm Geräusch der Leidenschaften und vor Zank. Wer sie aber von ganzem Herzen liebhat, und sich selbst verleugnen kann, bei dem kehrt sie ein, den übereilt sie des Nachts im Schlaf und macht sein Gebein und sein Angesicht fröhlich.
Der Mensch bleibt für die Wahrheit kalt. Für die Lüge gerät er in Feuer.
Vor einer erlebten Wahrheit, so gering sie sei, neige ich mich in Ehrfurcht; dem Paradoxon, so köstlich es schillere, lache ich unter die Nase.
Das Wahre kann nie widerlegt werden.
Plato ist mein Freund, doch mehr Freund ist mir die Wahrheit.
Vergeblich Schon recht. Du willst als Philosoph Die Wahrheit dir gewinnen; Du machst mit Worten ihr den Hof, Um so sie einzuspinnen. Nur sage nicht, daß zwischen dir Und ihr schon alles richtig. Sie ist und bleibt, das wissen wir, Jungfräulich, keusch und züchtig.
Die Wahrheit, die man weiß, ist nie verderblich, nur die, welche man vermuten und sich konstruieren muß.
Wenn einmal nur erscholl das rechte Wort, So tönt es unvertilgbar fort und fort. Und wär' es auch nach Hunderten von Jahren, Sein Tag erscheint dem ausgesprochenen Wahren.
Dem Menschen muß etwas wahr und heilig sein! Und das muß nicht in seinen Händen und nicht in seiner Gewalt sein; sonst ist auf ihn kein Verlaß, weder für andre noch für ihn selbst.
Wo und wie sollen wir die Wahrheit finden, wenn wir sie nicht aus der Quelle des Irrthums schöpfen?
Nicht dem Guten gehöret die Erde. Er ist ein Fremdling, er wandert aus Und suchet ein unvergänglich Haus. Solang er glaubt, daß dem irdschen Verstand Die Wahrheit je wird erscheinen, Ihren Schleier hebt keine sterbliche Hand, Wir können nur raten und meinen. Du kerkerst den Geist in ein tönend Wort, Doch der freie wandelt im Sturme fort.
Was hat der Mensch dem Menschen Größeres zu geben als Wahrheit!
Was wahr ist, ist ewig an und für sich, nicht gestern und nicht morgen, sondern schlechthin gegenwärtig, »Itzt« im Sinne der absoluten Gegenwart. In der Idee ist, was auch vergangen scheint, ewig unverloren.
"Wahrheit wünsch ich, Wahrheit aus Ihrem Mund, ich hab bereits eine Ahnung." "Da haben Sie auch alles, denn die größten Gelehrten haben von der Wahrheit nie mehr als eine Ahnung gehabt."
Wenn du vor den Altar der Wahrheit trittst, so wirst du dort viele auf den Knien finden. Doch auf dem Weg dahin wirst du immer allein gewesen sein.
Die derbsten Wahrheiten muß man den Leuten in Prosa sagen; in Versen halten sie alles für Kunst und Spiel.