Wahrheit Sprüche – philosophisch

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Die Wahrheit ist des Himmels erstes Kind; Nur sie ist schön, in nackten Reizen schön Wie Eva, eh' die Schlange sie belog. Wer sie mit Einfalt sucht, mit Inbrunst liebt, Den tränket sie, dem öffnet sie den Blick, Den hebt sie über jedes Leiden, schenkt Geduld im Leben und im Tode Ruh', Der Dämmrung Ruhe vor dem Morgenrot. Nur Einfalt, keusche Einfalt findet sie, Einfalt, die im reinen Herzen nur Mit lautrem Öl der Inbrunst Flammen nährt.

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Das Wahre ist das Ganze.

Hegel, Phänomenologie des Geistes, 1807. Vorrede

Wer nicht lügen kann, weiß nicht, was Wahrheit ist.

Nietzsche, Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen, 1883-1885 (1. vollständige Ausgabe aller Teile 1892). Vierter und letzter Teil, 1885. Vom höheren Menschen

Wir müssen überzeugt sein, daß das Wahre die Natur hat, durchzudringen, wenn seine Zeit gekommen, und daß es nur erscheint, wenn diese gekommen, und deswegen nie zu früh erscheint noch ein unreifes Publikum findet.

Hegel, Phänomenologie des Geistes, 1807. Vorrede

Gehe niemals davon aus, dass das Offensichtliche das Wahre ist.

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Es ist nicht immer nötig, daß das Wahre sich verkörpere; schon genug, wenn es geistig umherschwebt und Übereinstimmung bewirkt; wenn es wie Glockenton ernstfreundlich durch die Lüfte wogt.

Goethe, Wilhelm Meisters Wanderjahre, 1821; erweitert 1829. 2. Buch, 11. Kap.

Es ist nichts so groß als das Wahre, und das kleinste Wahre ist groß.

Goethe, J. W., Briefe. An Charlotte von Stein, 8. Juni 1787

Ich denke, die Wahrheit muß durch alle Menschen nicht gewinnen können, aber ein jeder Mensch durch die Wahrheit. Und wer anders glaubt, der muß mit wenig zufrieden sein.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Moses Mendelssohn an die Freunde Lessings

Die ganze Kunst, klug zu sein, besteht darin, wahr zu sein.

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Jeder, der die Wahrheit sagt, ist Gottes Stimme.

Langbehn, Der Geist des Ganzen, posthum hg. von B. M. Nissen 1930

Willst du der Seele friedlich Glück Für immer dir erhalten, Dann lasse deines Geistes Blick Stets bei der Wahrheit walten. Sie weckt, sie kräftigt ihn allein, Wie Blüten reift der Sonnenschein. Die Wahrheit leuchtet sicher vor, Läßt Trug und List nicht gelten. Sie öffnet uns der Schönheit Tor, Das Ideal der Welten. Auf ihrem Pfad wird Licht erreicht, Vor dem der falsche Glanz erbleicht. Drum nimm die Wahrheit dir zum Schild, Dann bist du gut geborgen. Des Herzens Reichtum dir entquillt, Stählt uns in Leid und Sorgen. Wie sich auch wendet dein Geschick, Komm von der Wahrheit nie zurück.

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Der beste Weg zur Wahrheit zu gelangen ist dieser, daß man die Dinge untersucht, wie sie wirklich sind und nicht schließt, sie wären so, wie es uns andere zu glauben gelehrt haben.

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Der erste Schlüssel zur Wahrheit liegt in häufigem und unermüdlichen Fragen. Denn durch Diskrimination gelangen wir zur Selbstbefragung, und durch die Frage nach unserem wirklichen Wesen gelangen wir zur Wahrheit.

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Der innerste Kern jeder echten und wirklichen Erkenntnis ist eine Anschauung; auch ist jede neue Wahrheit die Ausbeute aus einer solchen.

Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung, 1819 (mehrfach ergänzt, seit 1844 in zwei Bänden). Zweiter Band. Ergänzungen zum ersten Buch. Zweite Hälfte. Kapitel 7. Vom Verhältnis der anschauenden zur abstrakten Erkenntnis

Die Aufgabe des Menschengeistes besteht nicht darin, die Wahrheit zu suchen, sondern ein möglichst treffliches Bildnis der Wahrheit zu gewinnen.

Dietzgen, Erkenntnis und Wahrheit. Des Arbeiterphilosophen universelle Denkweise und naturmonistische Anschauung über Lebenskunst, Ökonomie, Philosophie, Religion und Sozialismus. Zu seinem zwanzigsten Todestag gesammelt und hg. von Eugen Dietzgen, 1908

Oh Voltaire! Oh Humanität! Oh Blödsinn! Mit der „Wahrheit“, mit dem Suchen der Wahrheit hat es etwas auf sich; und wenn der Mensch es dabei gar zu menschlich treibt — „il ne cherche le vrai que pour faire le bien“ — ich wette, er findet nichts!

Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse, 1886. Zweites Hauptstück. Der freie Geist

Mit der Wahrheit kommt man am weitesten.

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Durch Wahrhaftigkeit zerbricht man seine Fesseln.

Fleischer (Übers.), Ali's Hundert Sprüche, arabisch und persisch paraphrasiert von Reschideddin Watwat nebst einem doppelten Anhange arabischer Sprüche, hg. und übersetzt von M. Heinrich Leberecht Fleischer 1837

Weg mit dem allen, verwerfen wir es als eitel und nichtig, wenden wir uns einzig und allein der Erforschung der Wahrheit zu. Das Leben ist voll Elends, die Stunde des Todes ungewiss.

Augustinus, Bekenntnisse (Confessiones), entstanden 397-401. VI, 11. Originaltext: Pereant omnia et dimittamus haec vana et inania: conferamus nos ad solam inquisitionem veritatis. Vita misera est, mors incerta est.

Es gibt Wahrheiten, durch deren Entdeckung man beweisen kann, daß man keinen Geist hat.

Kraus, Sprüche und Widersprüche, 4. Auflage 1924 (EA: 1909). VI. Schreiben und Lesen

Die Wahrheit ist in dieser Zeit so sehr verdunkelt, und die Lüge so allgemein verbreitet, daß man die Wahrheit nicht erkennen kann, wenn man sie nicht liebt.

Pascal, Gedanken über die Religion und einige andere Gegenstände (Pensées sur la religion et sur quelques autres sujets), Erstdruck 1669/70 (posthum)