Wahrheit Sprüche – philosophisch

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Plato ist mein Freund, doch mehr Freund ist mir die Wahrheit.

Ammonius, Leben des Aristoteles. Originaltext: Amicus Plato, sed magis amica veritas.

„Alle Wahrheit ist einfach.“ — Ist das nicht zwiefach eine Lüge?

Nietzsche, Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert, 1889. Sprüche und Pfeile

Vergeblich Schon recht. Du willst als Philosoph Die Wahrheit dir gewinnen; Du machst mit Worten ihr den Hof, Um so sie einzuspinnen. Nur sage nicht, daß zwischen dir Und ihr schon alles richtig. Sie ist und bleibt, das wissen wir, Jungfräulich, keusch und züchtig.

Busch, W., Gedichte. Schein und Sein, 1909

Die Wahrheit ist in ihren Erscheinungsformen tausendfach, in sich ewig und einzig.

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Die Wahrheit, die man weiß, ist nie verderblich, nur die, welche man vermuten und sich konstruieren muß.

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Die absolute Wahrheit ist nur dem Glauben erreichbar.

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Es gibt keine auf Grund unserer Erkenntnis beruhende absolute Wahrheit; es gibt nur subjektive Wahrheiten, denn wahr ist für jedermann das, was ihm wahr erscheint.

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Die Menschen sind schon so unsinnig, daß sie das für Wahrheit halten, worüber sie ein' Schein in Händen halten.

Friedell (Hg.), Das ist klassisch! Nestroy-Worte, hg. von Egon Friedell 1922

Der Mann erkennt das Wesen der Wahrheit und bildet sie aus dem Grunde seiner Seele heraus, die Frau allein erfaßt sie mit Leidenschaft.

Lamartine, Geschichte der Girondisten (Histoire des Girondins), 8 Bde., übersetzt von Georg Herwegh 1847

Die meisten schrecken zusammen, wenn sie zufällig die Wahrheit gesagt haben.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Wenn zwei sich gegenseitig die Wahrheit sagen, so ist es gewöhnlich Injurie.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Wer die Wahrheit im weiten Kreise zur Geltung bringen will, muß sich darauf gefaßt machen, viel und arg anzustoßen. Die Wahrheit will nicht nur erstritten, sondern auch erlitten sein.

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Die halbe Wahrheit findet weit mehr Käufer als die ganze und reine. Diese kostet zu viel Anstrengung des Kopfes und des Herzens.

Rothe, Stille Stunden. Aphorismen aus Richard Rothe's handschriftlichem Nachlaß, 1872

Dem Menschen muß etwas wahr und heilig sein! Und das muß nicht in seinen Händen und nicht in seiner Gewalt sein; sonst ist auf ihn kein Verlaß, weder für andre noch für ihn selbst.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Eine Korrespondenz zwischen mir und meinem Vetter

Wo und wie sollen wir die Wahrheit finden, wenn wir sie nicht aus der Quelle des Irrthums schöpfen?

Martin, Ein Buch der Weisheit und Wahrheit, 1868

Was nutzt Schädliche Wahrheit, wie zieh ich sie vor dem nützlichen Irrtum! Wahrheit heilet den Schmerz, den sie vielleicht uns erregt.

Schiller, F., Gedichte. Tabulae Votivae, Erstdruck in: Musenalmanach für das Jahr 1797

Niemand ist wahr, als wer seine Sünden bekennt.

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In den Schwankungen des Lebens hältst du dich nur aufrecht, wenn du für jede und alle Lagen deinen Schwerpunkt in Wahrheit und Gerechtigkeit suchst.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

In der Wahrheit findet man das Schöne.

Schiller, F., Gedichte. Aus: An Goethe (als er den »Mahomet« von Voltaire auf die Bühne brachte), 1800

Was hat der Mensch dem Menschen Größeres zu geben als Wahrheit!

Schiller, F., Theoretische Schriften. Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? Eine akademische Antrittsrede

Was wahr ist, ist ewig an und für sich, nicht gestern und nicht morgen, sondern schlechthin gegenwärtig, »Itzt« im Sinne der absoluten Gegenwart. In der Idee ist, was auch vergangen scheint, ewig unverloren.

Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der Weltgeschichte, erstmals gehalten 1822/23