Wahrheit Sprüche – philosophisch

943 Sprüche gefunden

Aktive Filter: Wahrheit philosophisch

"Wahrheit wünsch ich, Wahrheit aus Ihrem Mund, ich hab bereits eine Ahnung." "Da haben Sie auch alles, denn die größten Gelehrten haben von der Wahrheit nie mehr als eine Ahnung gehabt."

Nestroy, Das Mädl aus der Vorstadt oder Ehrlich währt am längsten (literarische Vorlage: La Jolie Fille du Faubourg von Paul de Kock und Charles Varin), 1841

Ja, wer es dahin gebracht hätte, für die Wahrheit zu flammen und zu glühen, ohne – »aufgeregt« und »aufregend« zu erscheinen! Die beiden den Ausschlag gebende Weltklugheit verlangt diese unmögliche Verbindung von Eis und Flamme.

Gutzkow, Vom Baum der Erkenntnis. Denksprüche, 1868

Die wahren Wahrheiten sind die, welche man erfinden kann.

Kraus, Pro domo et mundo, 1912. VII. Pro domo et mundo

Menschen, welche alles auf den Kopf stellen, bringen dadurch zuweilen eine Wahrheit auf die Beine.

Pauly, Aphorismen, 1905

Wer die Qualen der Folter aushalten kann, sagt die Wahrheit nicht, und wer sie nicht aushalten kann, auch nicht.

Internet

Zur Wahrheit gehört mehr Nase als Gesicht und Gehör; und ich habe sehr selten gefunden, dass man einen guten Geruch hat, eine feine Nase für Unterschiede. Nicht umsonst prägt sich das Geistige vorzugsweise auf der Nase aus.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Das Wahre ist nicht immer wahrscheinlich.

Internet

Die Wahrheit gibt wohl ein gutes Gewissen, aber wenig gute Bissen.

Internet

Um einer Wahrheit Dasein wird selten gestritten, auch nicht zwischen den feindlichsten Gesinnungen; gekämpft wird nur um die Grenzen einer Wahrheit.

Börne, Altes Wissen, neues Leben, 1823

Es gibt viele Wahrheiten, deren voller Inhalt nicht erfaßt werden kann, bis persönliche Erfahrung ihn uns nahe bringt.

Mill, Über Freiheit (On Liberty), 1859. Übersetzt von Theodor Gomperz, 1869

Man darf das Wahre nur wunderlich sagen, so scheint zuletzt das Wunderliche auch wahr.

Goethe, Die Wahlverwandtschaften, 1809. 2. Teil, 7. Kap., Charlotte zum Gehülfen

Eine Wahrheit, die gestern noch ein unruhiges Problem war, ist heute ein Glaube geworden, der vor Verlangen nach Äußerung brennt; morgen schon hat ihn der Widerspruch zum rasenden Fanatismus aufgestachelt oder die Gleichgültigkeit zu kranker Erschlaffung abgespannt; übermorgen versinkt er in das Schweigen der Befriedigung oder der – Entsagung.

Carlyle, Die französische Revolution (The French Revolution: A History), 1837

Die Mission der Wahrheit ist, den Menschen in Geist aufzulösen, wie, materialistisch gesprochen, die Mission der Zeit, den Erdball in Luft.

Morgenstern, Stufen. Eine Entwicklung in Aphorismen und Tagebuch-Notizen, 1918 (posthum). 1912

Es ist mir manchmal ein Mensch, dem ich vergeblich eine Wahrheit zu eröffnen suchte, vorgekommen, wie ein Mann, dem ich auf den Gaul helfen wollte, der aber immer wieder drüben herunter fiel.

Pauly, Aphorismen, 1905

So gibt es irgendwo, und sei es auch in der tiefsten Tiefe, eine Grundwahrheit? Ja, aber sie ist ewig unzulänglich: muss es sein, weil die seelenbildende Substanz nur von einem noch tieferen Vermögen, als unseres ist, begriffen werden kann.

Luck, Stimmen der Stille. Aphorismen, 1919

Die nach der Wahrheit nicht fragen, sondern nur nach der Liebe, haben weder das eine noch das andere, denn die Liebe freuet sich vor allem der Wahrheit.

Internet

Es gibt eine Lieblosigkeit, die sich Wahrheitsliebe nennt.

Internet

Glaubt ihr, man könne mit Autoritäten und Meinungen die Wahrheit widerlegen? Für alles giebt's dreierlei; doch giebt's zum Glück so zahlreich jene sind, nur eine Wahrheit.

Internet

Licht und Wärme Der beßre Mensch tritt in die Welt Mit fröhlichem Vertrauen, Er glaubt, was ihm die Seele schwellt, Auch außer sich zu schauen, Und weiht, von edlem Eifer warm, Der Wahrheit seinen treuen Arm. Doch alles ist so klein, so eng, Hat er es erst erfahren, Da sucht er in dem Weltgedräng Sich selbst nur zu bewahren, Das Herz in kalter stolzer Ruh Schließt endlich sich der Liebe zu. Sie geben, ach! nicht immer Glut, Der Wahrheit helle Strahlen. Wohl denen, die des Wissens Gut Nicht mit dem Herzen zahlen! Drum paart, zu eurem schönsten Glück, Mit Schwärmers Ernst des Weltmanns Blick.

Schiller, F., Gedichte. Erstdruck 1802 unter dem Titel »Die Antiken in Paris«

Es gibt keine Wahrheit, die in einem Flachkopf nicht zum Irrtum werden könnte.

Vauvenargues, Reflexionen und Maximen (Introduction à la Connaissance de l’Esprit Humain, suivie de Réflexions et maximes), 1746, übersetzt von Fritz Schalk, in: Die französischen Moralisten, 1938

Es ist nicht allein sehr schwer, die Wahrheit hier in der Welt zu finden; sondern man muß sie auch noch verleugnen!

Varnhagen, R., Briefe