Wahrheit Sprüche – weisheit

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Das, was unter der Gestalt der Wahrheit unter allen Völkern herumschleicht und auch von den Blödsinnigsten angenommen wird, ist gewiß keine Wahrheit, und man darf nur getrost die Hand, sie zu entkleiden, anlegen, so wird man den scheußlichsten Irrtum nackend vor sich stehen sehen.

Lessing, Der Freigeist, entstanden 1749, Erstdruck 1755. 4. Akt, 3. Auftritt, Adrast

Auch eine schädliche Wahrheit ist nützlich, weil sie nur Augenblicke schädlich seyn kann und alsdann zu andern Wahrheiten führt, die immer nützlich und sehr nützlich werden müßen und umgekehrt ist ein nützlicher Irrthum schädlich, weil er es nur augenblicklich seyn kann und in andre Irrthümer verleitet die immer schädlicher werden.

Goethe, J. W., Briefe. An Charlotte von Stein, 8. Juni 1787

Und im allgemeinen bin ich der Ansicht, daß nichts wahrer ist als das Glück und nichts beglückender und angenehmer als die Wahrheit.

Leibniz, Kleinere philosophische Schriften, hg. und übersetzt von Robert Habs 1884. XX. Über den letzten Ursprung der Dinge

Es ist eine Wahrheit, und nur eine. Die läßt sich mit Gewalt nichts nehmen, und dringet sich niemand auf; sie teilt sich aber mit, mehr oder weniger, wenn sie mit Demut und Selbstverleugnung gesucht wird, »mit Furcht und Zittern«, sagt der Apostel.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Vorrede 1812

Die Wahrheit hält die Gemüter, die sich nicht erniedrigen können, fern von der Gewalt und tröstet sie in ihrer Einsamkeit.

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Jene Irrtümer, die sich noch als die praktisch zweckmäßigsten erwiesen haben, nennt man »Wahrheit«.

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Wenn du zwischen Wahrheit und Lüge in die Enge kommst, entscheide dich ohne Nachsinnen für die Wahrheit. Sie ist immer die bessere, gesagt zu werden.

Platen, Lebensregeln, 1817. [43]

Vernunft allein tut Wunder; Gewalt der Wahrheit zwingt der Menschen Herzen.

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Durch zwei Pforten gehen Wahrheiten in unseren Geist ein; durch den Verstand und durch den Willen. Am natürlichsten ist der erste Weg, aber am gewöhnlichsten der zweite.

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Im Gebiete der Wahrheit aber, der naturgeschichtlichen ebenso wie der geistigen, gibt es keinen mathematischen Beweis, weil die Elemente der Mathematik nicht vorhanden sind. Es gibt nur den Beweis des Erlebnisses. Wir werden nur dessen inne, was wir als Tatsache durchschreiten und sind gar nicht fähig, etwas zu verstehen, was wir nicht an uns erlebt und erfahren haben.

Lhotzky, Vom Erleben Gottes, 1908

Die Wahrheit kann nur eine sein.

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Die ewige Wahrheit kann denen nur erschlossen werden, die über alles Törichte noch herzhaft lachen können.

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Es ist kein Beweis für eines Menschen Verständnis, wenn er imstande ist, das zu bekräftigen, was ihm zusagt; aber die Fähigkeit, zu unterscheiden, daß das, was wahr ist, wahr – und das, was falsch ist, falsch ist, das ist ein charakteristischer Beweis für seine Intelligenz.

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Der wirkliche Vorzug, der der Wahrheit eigen ist, besteht darin, daß eine Meinung, wenn sie wahr ist, einmal, zweimal, oftmals erdrückt werden kann, daß sie im Laufe der Jahrhunderte in der Regel von den einen oder anderen wieder aufgefunden werden wird, bis endlich eine solche Wiederauferstehung in eine Zeit fällt, wo sie durch günstige Umstände vor Verfolgungen geschützt, hinreichend tief Wurzel schlägt, um jeder künftigen Verfolgung Widerstand zu leisten.

Mill, Über Freiheit (On Liberty), 1859. Übersetzt von Eduard Pickford, 1860

Mit der Wahrheit kommt man vor Gott.

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Zur Wahrheit bringt jedwedes Ding die Zeit, die alldurchdringende.

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Wenn die Wahrheiten zu Akrobaten werden, so können wir sie beurteilen.

Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray (The Picture of Dorian Gray), 1890

Die Wahrheit ist die Tochter des friedlichen Himmels, sie flieht vorm Geräusch der Leidenschaften und vor Zank. Wer sie aber von ganzem Herzen liebhat, und sich selbst verleugnen kann, bei dem kehrt sie ein, den übereilt sie des Nachts im Schlaf und macht sein Gebein und sein Angesicht fröhlich.

Claudius, Asmus omnia sua secum portans, oder Sämtliche Werke des Wandsbecker Bothen, 1774-1812. Eine Disputation

Die größten Wahrheiten sind zuerst paradox, zuletzt trivial.

Hilty, Bausteine. Aphorismen und Zitate aus alter und neuerer Zeit, gesammelt von Prof. Dr. C. Hilty, 1910 (posthum)

Das Wahre kann nie widerlegt werden.

Platon, Gorgias, entstanden um 390 v. Chr. 473b. Übersetzt von Friedrich Schleiermacher

„Alle Wahrheit ist einfach.“ — Ist das nicht zwiefach eine Lüge?

Nietzsche, Götzen-Dämmerung oder Wie man mit dem Hammer philosophiert, 1889. Sprüche und Pfeile