Weisheit Sprüche – klassisch

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Wer Weisheit nur aus Büchern lernt Und selbst nicht weise denkt und lebt, Wird immer mehr von ihr entfernt Je mehr er ihr zu nahen strebt. Das Leben soll die Erde sein, Darin die Weisheit Wurzel schlägt, Und pflanzt ihr hier den Kern nicht ein, Wächst euch kein Baum, der Früchte trägt!

Bodenstedt, F., Gedichte. 1852

Kein leicht unfertig Wort wird von der Welt verteidigt, Doch tut das Niedrigste, und sie wird nicht beleidigt. Der Weise sagt – der Weise war nicht klein –: Nichts scheinen, aber alles sein.

Goethe, Hanswursts Hochzeit oder Der Lauf der Welt – Ein mikrokosmisches Drama. Fragment, 1775. Kilian Brustfleck

Willst Du in's Volk mit Deiner Weisheit dringen, Mußt Du Dein Wissen auch recht faßlich bringen.

Martin, Sonnenblumen und Nachtschatten. Spruch-Gedichte, 1865

Der Dummkopf beschäftigt sich mit der Vergangenheit, der Narr mit der Zukunft, der Weise mit der Gegenwart.

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Dem Streben, Weisheit und Macht zu vereinigen, war nur selten und nur auf kurze Zeit Erfolg beschieden.

Einstein, Aphorismen für Leo Baeck, 1953. Wiedergabe mit freundlicher Erlaubnis des Albert-Einstein-Archivs der Hebräischen Universität Jerusalem

Ich habe meine Blüten und meine Frucht dahingegeben, nun bin ich nur noch ein hohler Stamm, aber wer sich in meinem Schatten niederläßt und auf mich hört, wird weiser werden.

Joubert, Gedanken und Maximen, in: Die französischen Moralisten: Neue Folge. Galiani, Fürst von Ligne, Joubert, Dieterich Verlag 1940. Der Verfasser über sich selbst

Wenn ich nicht Alexander wäre, so würde ich Diogenes sein.

Plutarch, Moralia (Moralische Schriften und Abhandlungen). Vom Glück oder von der Tapferkeit Alexanders. Übersetzt von Joh. Friedr. Sal. Kaltwasser

Arz'neigleich sind die Weisen, Leben spendend, Die Toren sind wie Gift, Verderben sendend. Durch Arznei gewinnt man Schmerzerlösung, Wie aber findet man durch Gift Genesung?

Attar, Pendnameh (Das Buch des guten Rates). Übersetzt von Ferdinand Nesselmann, 1871. Aus: Fünf Dinge, die das Ansehn mehren

In der Tat ist Gott allein vollkommen weise, das heißt mit dem vollkommenen Wissen aller Dinge begabt; aber man kann auch die Menschen als mehr oder minder weise bezeichnen, je nachdem sie von den wichtigsten Dingen mehr oder weniger Wahrheiten erkennen.

Descartes, Die Prinzipien der Philosophie (Principia philosophiae), 1644. Vorrede zur französischen Ausgabe

Die Weisen zu verlachen, das ist das Vorrecht der Toren.

La Bruyère, Die Charaktere oder Die Sitten im Zeitalter Ludwigs XIV. (Les Caractères de Théophraste, traduits du grec, avec les caractères ou les mœurs de ce siècle), 1688

Weisheit Wißt ihr, wer größer noch ist, als die Staatenbeherrscher? – der Weise. Stirbt ein König, so ist schon der Erbthronfolger im Anzug; Stirbt ein Weiser, so ist schwer Seinesgleichen zu finden.

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Die Weisen sagen selten, dies ist nicht möglich; häufiger sagen sie: ich weiß nicht.

Rousseau, Briefe vom Berge (Lettres ecrites de la montagne), 1764. Dritter Brief

Du willst mich Weisheit lehren Und warst selbst nie ein Tor? Lass ab, mich zu bekehren! Nicht findet, wer nichts verlor.

Sirius, Tausend und Ein Gedanken, 1899

Das widerfährt allein dem Weisen, dass er nichts wider Willen tut.

Cicero, Paradoxa Stoicorum (Paradoxe der Stoiker), 46 v. Chr

Weisheit reitet oft auf Eseln und kommt zu spät.

Wander (Hg.), Deutsches Sprichwörter-Lexikon, 5 Bde., 1867-80

Es ist ein schlechter Weiser, der von den Toren nicht verlacht wird.

Fliegende Blätter, humoristische deutsche Wochenschrift, 1845-1944

Den besten Beweis von Weisheit liefert eine ständig gute Geistesstimmung.

Tolstoi, Für alle Tage. Ein Lebensbuch. Erste vollständig autorisierte Übersetzung, hg. von Dr. E. H. Schmitt und Dr. A. Skarva, 2 Bde., Dresden 1906/07

Darin liegt meiner Meinung nach die höchste Anerkennung, die man der Weisheit spenden kann: dass sie unabhängig ist und sich in der Beurteilung dessen, worin das gute und schlechte Leben besteht, von äußerlichen Dingen nicht beeinflussen lässt.

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Der Weise geht auf seinem Wege fort die menschliche Vernunft aufzuklären, und zuckt nur denn die Achseln, wenn andre Narren von dieser Aufklärung als einem letzten Zwecke, als einer Ewigkeit reden.

Herder, Journal meiner Reise im Jahr 1769, entstanden 1769/70; Erstdruck in: E. G. v. Herder, Herders Lebensbild, 1846

Man gehört noch zum Pöbel, so lange man immer auf andere die Schuld schiebt; man ist auf der Bahn der Weisheit, wenn man immer nur sich selber verantwortlich macht; aber der Weise findet niemanden schuldig, weder sich noch andere.

Epiktet, Handbüchlein der Moral (Encheiridion), von Arrian angefertigter Auszug aus den Lehrgesprächen Epiktets, um 125 n. Chr. [5]. Übersetzt von Friedrich Nietzsche

Der Weise sucht nur eins und zwar das höchste Gut. Ein Narr nach vielerlei und Kleinem streben tut.

Silesius, Cherubinischer Wandersmann, 1675