Weisheit Sprüche – zeit
69 Sprüche gefunden
Der, der morgens die Weisheit entdeckt, darf abends sterben.
Wie eine Flamme ausgeht vom Winde, verweht ist und Begriffe nicht mehr passen, so ist der von "Geist und Leib" befreite Weise: Er ist nicht mehr begrifflich zu erfassen.
Dein Dichter soll nicht ewig Wein Nicht ewig Amorn necken! Die Barden müssen Männer sein, Und Weise sein, nicht Gecken!
Ein Weiser dient der Zeit, nimmt sein Verhängnis auf, wie es die Hand ihm beut…
Wer unter den Thoren will weise sein, Den hält man zuletzt für den Thoren allein.
Weisheit hat keinen dauerhaften Bestand, und schon oft ist aus einem Weisen ein Narr geworden.
Den Toren fesselt der Gewänder Pracht, Den Weisen nur der Schönheit stille Macht.
Auch der Spiegel der Weisheit wird trüb.
Frei von Unruhe sind allein die Menschen, die für die Weisheit Zeit haben. Sie allein leben.
Unsern Dichtern Geht nach dem Morgenland; vernehmt die Weisen, die einst zum Saitenspiele dort erklungen. Sie sollten Gott, den Einzigen, nur preisen und wurden doch für andre auch gesungen. Die Sänger starben, doch seht ihr die Noten der Lieder noch, wenn ihr vor Säulen steht, und mit dem Auge hört ihr noch der Toten Gesänge, wenn ihr durch die Trümmer geht. Die Psalter und die Harfen sind zerbrochen, zu denen Davids Stimme man gehört, und wo der Herr durch Steine einst gesprochen, liegt ihre Harmonie, ihr Reim zerstört. Doch seht ihr wo ein Kapitäl noch ragen, ein steinern Lied, im zarten Mondesschein, so dürft ihr im Gedicht es heimwärts tragen und der Verstorbnen fromme Erben sein. Geht nach dem Morgenland; vernehmt die Weisen, die dorten einst in Wort und Werk erklungen. Sie sollten Gott, den Einzigen, nur preisen und wurden doch für ihn nicht ausgesungen. Die Töne hört, die sich aus Trümmern ringen; vernehmt ihr Klagen, und befreiet sie; dann wird in Euern Liedern neu erklingen des Morgenlandes Gottespoesie!
Kein leicht unfertig Wort wird von der Welt verteidigt, Doch tut das Niedrigste, und sie wird nicht beleidigt. Der Weise sagt – der Weise war nicht klein –: Nichts scheinen, aber alles sein.
Der Dummkopf beschäftigt sich mit der Vergangenheit, der Narr mit der Zukunft, der Weise mit der Gegenwart.
Dem Streben, Weisheit und Macht zu vereinigen, war nur selten und nur auf kurze Zeit Erfolg beschieden.
Die Weisen zu verlachen, das ist das Vorrecht der Toren.
Weisheit Wißt ihr, wer größer noch ist, als die Staatenbeherrscher? – der Weise. Stirbt ein König, so ist schon der Erbthronfolger im Anzug; Stirbt ein Weiser, so ist schwer Seinesgleichen zu finden.
Weisheit reitet oft auf Eseln und kommt zu spät.
Es ist das Verderben unserer Tage, daß wir, losgelöst vom Göttlichen, alles aus unserer Kraft und Weisheit heraus gestalten, alles uns selbst und nichts der ewigen Gnade verdanken wollen. Es gibt keine neue Weisheit, und der ist der Weiseste, der dies weiß und danach handelt.
Mit unsrer Weisheit steht es wahrlich noch sehr kläglich; wie wenig weise Männer schafft sie. Seht die Narren an, wie viel Narren sie täglich zuwege bringen.
Jugendschriften Meiner Weisheit A und O Klang mir hier: Was hört’ ich doch! Jetzo klingt mir’s nicht mehr so, Nur das ew’ge Ah! und Oh! Meiner Jugend hör ich noch.
Es ist ein schlimmes Schicksal, wissend sein, Wo unser Wissen keinen Dank gewinnt.
Einkehr Mit vierzig Jahren soll man sich besinnen . . . Worauf? Auf das, was außen und was innen – und auf den Lauf der Sterne, die im kalten Kosmos schweben, sowie auch darauf: Wovon mag eigentlich der Bornemann leben –? Die Wiese summt und liegt grün eingesponnen – ich mittendrin; durch die geschlossenen Lider sagen tausend Sonnen, daß ich lebendig bin. Schreite die Straße der Einsamkeit empor, Stimmen hörst du wie nie zuvor … aus dem Äther kommen dir Einsicht und Stärke Laßler platzt vor Neid. Ich werde ihn ärgern, indem ich es nicht bemerke. Wolken ziehn über die Sonne. Es rührt sich kein Blatt. Stumm liegt der See; der Weise, der einmal begriffen hat, fragt nicht: Warum? Er betrachtet nur noch das Wie; er sieht die Kristalle zergehn, wenn es geschneit hat – Warum schneidet man sich eigentlich immer die Nägel, wenn man keine Zeit hat –? So schwingst du dich in die obern Regionen – mußt aber dennoch hier unten wohnen. Ein Vers von Morgenstern tanzt querfeldein: »Es zieht einen immer wieder hinein.«