Zeit Sprüche – zukunft

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Menschenkinder, opfert die Zeit der Ewigkeit!

Jean Paul, Herbst-Blumine oder gesammelte Werkchen aus Zeitschriften, 3 Bde., 1810-20. Drittes Bändchen. V. Die Schönheit des Sterbens in der Blüte des Lebens, und ein Traum von einem Schlachtfelde, 1813

Der Zeitgeist schafft sich eben seine Werkzeuge.

Musil, Essays. Über Sport. Als Papa Tennis spielen lernte, 1931

Denn die Zeit treibt alles vor sich her, Gutes wie Schlimmes; sie führt aber auch Schlimmes ebenso leicht herbei als Gutes.

Machiavelli, Der Fürst (Il Principe), verfasst 1513; päpstliche Druckgenehmigung 1532 (posthum)

Die Zeiten sind schwer, drum muß der Mensch die Freude leicht ergreifen.

Schiller, Wilhelm Tell, 1802-1804. 4. Akt, 3. Szene, Stüssi

Zeit und Unwissenheit, die beiden großen Förderer des Betrugs…

Fielding, Tom Jones – Die Geschichte eines Findelkindes (The History of Tom Jones, a Foundling), 1749

Es wird zu allen Zeiten Menschen geben, die von den Ansichten ihres Jahrhunderts, ihres Landes und ihrer Gesellschaft beherrscht werden.

Rousseau, Abhandlung über die Wissenschaften und Künste, 1749. Vorwort

Der Zeit zu viel, der Zeit zu wenig zutrauen, beides ist nicht weise.

Herder, J. G., Briefe

Unendliche Zeit Wirklich, bist du zu schwach, dich der seligen Zeit zu erinnern? Über dem dunkelnden Tal zogen die Sterne herauf, Wir aber standen im Schatten und bebten. Die riesige Ulme Schüttelte sich wie im Traum, warf einen Schauer herab Lärmender Tropfen ins Gras: Es war keine Stunden vergangen Seit jenem Regen! Und mir schien es unendliche Zeit. Denn dem Erlebenden dehnt sich das Leben: es tuen sich lautlos Klüfte unendlichen Traums zwischen zwei Blicken ihm auf: In mich hätte ich gesogen dein zwanzigjähriges Dasein – War mir, indessen der Baum noch seine Tropfen behielt.

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Es kommt alles darauf an, daß man die Zeit wohl braucht und keine Stimmung versäumt.

Goethe, J. W., Briefe. An Friedrich Schiller, 29. November 1795

Es liegt vor mir ein Stapel Fotos, versonnen schau ich vor mich hin auf all die Bilder, die mich zeigen, als so herrlich jung ich bin. Es sagt der Volksmund, daß die Jugend wohl einer Rosenknospe gleicht, und ich schau auf mein Gegenüber und leise Wehmut mich beschleicht. Da lacht vergnügt und unbekümmert entgegen mir mein eigen Ich und ich stell fest, daß seit dem Lachen ein halb Jahrhundert fast verstrich. Dann aber frag ich mich energisch, sollt ich verzagen denn vielleicht, weil das letzte Lebensdrittel im Lauf der Jahre nun erreicht? Und voller Selbstbewußtsein denk ich, es sieht doch auch ein Trockenstrauß, wenn er geschmackvoll ist gebunden, durchaus recht hübsch und reizvoll aus.

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…schlägt die Zeit auch schlimme Wunden, Das Herz trotzt ihrer Allgewalt.

Bodenstedt, Aus dem Nachlasse Mirza-Schaffys, 1874

Die rechte Zeit entscheidet alles, Sofort erficht sie den Erfolg.

Sophokles, Philoktetes, um 409 v. Chr

Die Stimme der Zeit [...] ruft dem Menschen zu: vorwärts!

Dickens, Die Silvesterglocken (The Chimes), 1844. Drittes Viertel

Was schwächt die Zeit nicht ab, die verheerende!

Horaz, Gedichte (Carmina)

Zwei Worte Zu früh, zu spät – zwei Worte, welche eigen dem Menschenleben, auch dem deinen, sind. Du siehst, daß dir die Stunden schnell verstreichen und daß mit ihnen deine Zeit verrinnt. Du ahnst den Irrtum nicht, an dem du leidest; du hast ja Zeit, du hast unendlich Zeit, und wenn du dich in ihr zu früh entscheidest, entscheidest du für deine Ewigkeit Es war zu früh, als du die Rechnung schlossest und in das Defizit den Himmel warfst, zu früh, als du begeistert überflossest für Zwecke, denen du nicht dienen darfst. Es war zu früh; du warst nicht reif zum Denken, als du deinZiel nur an das Grab gestellt, denn du verstandest noch nicht, dich in die Gruft zu senken, um aufzustehn schon hier in dieser Welt. Es war zu spät, als plötzlich du erkanntest, daß du vielleicht, vielleicht nicht recht getan, zu spät, als du dich halb, nur halb ermanntest, denn das »Vielleicht« hielt dich auf falscher Bahn. Es war zu spät; du hattest dich entschieden und lebtest also nicht mehr in der Zeit. Zwar warst und bist du immer noch hienieden, doch war’s schon Tod und ist schon Ewigkeit.

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Ein Schatz. Unendlich reich ist der Ärmste auch, Ein Schatz liegt ihm in Händen, O möchte er durch guten Gebrauch Den Schatz, die Zeit, verwenden!

Pesendorfer, Mein Spruchbüchlein, 1913

Die Zeit ist Leben, Wärme, Licht.

Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlaß, unter Mitwirkung von Manfred Schröter hg. von Anton Mirko Koktanek, C. H. Beck 1965

Das Sieb der Zeit ist weitmaschig, man muß sich recken, wenn man drinnen bleiben will.

Gött, Zettelsprüche. Aphorismen, hg. von Volker Schupp und Reinhard Pietsch, Universitätsbibliothek Freiburg i. Br. 1982

Wie sich auch die Zeit will wenden, enden Will sich nimmer doch die Ferne, Freude mag der Mai mir spenden, senden Möcht' Dir alles gerne, weil ich Freude mir erlerne, Wenn Du mit gefaltnen Händen Freudig hebst der Augen Sterne. Alle Blumen mich nicht grüßen, süßen Gruß nehm' ich von Deinem Munde. Was nicht blühet Dir zu Füßen, büßen Muß es bald zur Stunde, eher ich auch nicht gesunde, Bis Du mir mit frohen Küssen Bringest meines Frühlings Kunde. Wenn die Abendlüfte wehen, sehen Mich die lieben Vöglein kleine Traurig an der Linde stehen, spähen Wen ich wohl so ernstlich meine, daß ich helle Tränen weine, Wollen auch nicht schlafen gehen, Denn sonst wär' ich ganz alleine. Vöglein euch mag's nicht gelingen, klingen Darf es nur von ihrem Sange, Wie des Maies Wonneschlingen, singen Alles ein in neuem Zwange; aber daß ich Dein verlange Und Du mein, mußt Du auch singen, Ach das ist schon ewig lange.

Brentano, C., Gedichte. Entstanden 1802, Erstdruck 1844. Originaltext

Die Ewigkeit steht uns zur Verfügung, um über die Zeit zu sprechen.

Valéry, Eupalinos oder über die Architektur. Eingeleitet durch "Die Seele und der Tanz", übertragen durch Rainer Maria Rilke, Leipzig 1927. Das lässt Valéry Sokrates sagen

Zeichen der Zeit Die Wolken nicht, die, dunkel hingestreckt, Uns nahe Stürme zu verkünden scheinen, Was mich an unsrer Zeit zumeist erschreckt, Ist ihre Lust am Niedern und Gemeinen. Ins Reich der Kunst hat es sich eingedrängt, Der Wahrheit hehren Namen schnöd mißbrauchend, Von keiner Scheu und keiner Scham beengt, Mit Wollust sich in Schlamm und Pfützen tauchend. Ergriff es erst von diesem Reich Besitz, Wer könnte ferner seinen Lauf noch wenden? Bald dringt es zu des tiefsten Lebens Sitz, Das Werk der Schmach, des Unheils zu vollenden! Ein heißer Schmerz flammt grimm in mir empor, Seh' ich der Menschheit Adel frech geschändet. Weh einer Kunst, die solchen Weg erkor, Und weh dem Volke, das ihr Beifall spendet!

Paoli, B., Gedichte. Letzte Gedichte. Erstdruck aus dem Nachlaß, Stuttgart 1895. Originaltext