Zeit Sprüche – zukunft
341 Sprüche gefunden
Kein Mensch dreht die Zeit zurück …
Die Zeit geht nicht, sie stehet still, Wir ziehen durch sie hin.
Ich will heut für heute sorgen, Morgen ist für morgen Zeit.
Die Gesichtszüge der Zeit verraten eine düster kaltschnäuzige Anbetung alles Unangenehmen.
Die Zeit ist zu langsam für die, die warten. Zu schnell für die, die sich fürchten. Zu lang für die, die trauern, zu kurz für die, die frohlocken, aber für die, die lieben, bedeutet Zeit Ewigkeit. Was das Leben auch bringt, ich werde an deiner Seite sein.
Die Zeiten sind in uns und nicht wir in ihnen.
Die Zeit ist die größte Revolutionärin; nur schreitet ihr eherner Schritt langsam, langsam aufwärts. Und das ist die tiefe Tragik der Vorausdenkenden, daß sie ihre Zeit nie erleben, das heißt, sie kommt erst, wenn sie gegangen sind.
Die ZarenEin Gedicht-Kreis (1899-1906)I Das war in Tagen, da die Berge kamen: die Bäume bäumten sich, die noch nicht zahmen, und rauschend in die Rüstung stieg der Strom. Zwei fremde Pilger riefen einen Namen, und aufgewacht aus seinem langen Lahmen war Ilija, der Riese von Murom. Die alten Eltern brachen in den Äckern an Steinen ab und an dem wilden Wuchs; da kam der Sohn, ganz groß, von seinen Weckern und zwang die Furchen in die Furcht des Pflugs. Er hob die Stämme, die wie Streiter standen, und lachte ihres wankenden Gewichts, und aufgestört wie schwarze Schlangen wanden die Wurzeln, welche nur das Dunkel kannten, sich in dem breiten Griff des Lichts. Es stärkte sich im frühen Tau die Mähre, in deren Adern Kraft und Adel schlief; sie reifte unter ihres Reiters Schwere, ihr Wiehern war wie eine Stimme tief, – und beide fühlten, wie das Ungefähre sie mit verheißenden Gefahren rief. Und reiten, reiten... vielleicht tausend Jahre. Wer zählt die Zeit, wenn einmal Einer will. (Vielleicht saß er auch tausend Jahre still.) Das Wirkliche ist wie das Wunderbare: es mißt die Welt mit eigenmächtigen Maßen; Jahrtausende sind ihm zu jung. Weit schreiten werden, welche lange saßen in ihrer tiefen Dämmerung.
Ich habe der Zeit ihr Geheimnis geraubt, Von Gestern zu Gestern zurück sie geschraubt, Und schraube zurück sie von Tag zu Tag, Wie einst ich zu Adam gelangen mag.
Zeitlied Ich bin betrübt, doch nicht genug. Da zankt die Welt zerrissen. Die Sterne fallen in den Schnee Der harten Bergeskissen. Der Dunst erstickt die Herde schnell, Der auffliegt aus dem Meere: Aus Bein und Blut und müdem Fleisch Ein Treiben in der Leere. Der Weisen magres Bild, erhöht, Zerschmettert mit den Säulen. Es kreuzt sich Angst- und Jammerzug, Die frischen Gruben heulen. Nun ist es spät, nun ist es schwer, Von Herzen traurig werden, Denn keine Säulen tragen mehr Die Traurigkeit auf Erden.
Befreie dich für dich selbst und erlange und bewahre für dich die Zeit, die dir bisher offen geraubt oder heimlich gestohlen wurde oder aber einfach verloren gegangen ist.
O die Zeit ist Ein wundertätger Gott. In einer Stunde rinnen Viel tausend Körner Sandes, schnell wie sie Bewegen sich im Menschen die Gedanken. Nur eine Stunde! Euer Herz kann sich, Das seinige sich wenden – Eine Nachricht Kann kommen – ein beglückendes Ereignis Entscheidend, rettend, schnell vom Himmel fallen – O was vermag nicht eine Stunde!
Heute kann passieren, was irgendwann passieren kann.
Es wäre ein gewisser Trost für unsere Schwäche und unsere Unternehmungen, wenn alles so langsam verginge wie es entsteht: Der Zuwachs kommt langsam, in den Untergang eilt man.
Sowohl Zukünftiges als auch Vergangenes erfreuen gleichermaßen: dieses durch die Erwartung, jenes durch die Erinnerung.
Zeitlied Es war eine Zeit, Da ich mein Leid Liebte, Weil mir kein Lieb Übrig blieb Als meine betrübte Seele, die leidgeübte. Es gab eine Zeit, Da ich die Einsamkeit Zu mir lud Zu Gaste Und alles Zweisein haßte. Ich trug nur verblaßte Bänder am Hut. Es war eine Zeit, Da mich würgte der Neid, Wie ein enges Kleid. Doch nachts, wenn der Gram Zu mir kam, Hab' ich ihn wie ein Kind Gewiegt, Das im Fieber liegt Und sich bangt vor dem bösen Wind. Dann kam die Zeit, Die du geweiht Mit deinen Küssen, Wo aus Finsternissen Ein neues Leben Morgenrot mait. Einst kommt die Zeit Der reifenden Reben, Zeit des Erfüllens, Des siegenden Willens, Der Zeitüberwinder, Der seligen Sünder — —: Sei bereit!
Es will die Zeit mit ihrem Schutt verdecken Den hellen Quell, der meiner Brust entsprungen, Umsonst Gebete himmelan geschwungen, Sie mögen nicht das Ohr der Gnade wecken. So laß die Nacht die grausen Flügel strecken, Nur immerzu, mein tapfres Schiff gedrungen! Wer einmal mit den Wogen hat gerungen, Fühlt sich das Herz gehoben in den Schrecken. Schießt zu, trefft, Pfeile, die durchs Dunkel schwirren! Ruhvoll um Klippen überm tück'schen Grunde Lenk ich mein Schiff, wohin die Sterne winken. Mag dann der Steuermann nach langem Irren, Rasch ziehend alle Pfeile aus der Wunde, Tot an der Heimatküste niedersinken!
Die Erde wird erkalten, und nie mehr werden Menschen auf ihr wandeln. Welcher Zeitraum ist der Rede wert, wenn man ihn an Ewigkeiten mißt!
Lauter als unsere redseligsten Verteidiger redet die stumme Zeit für uns, darum vertraut dieser, wo ihr ohnmächtig seid gegen den Schein oder den bösen Willen der Menschen.
Zeit nimmt die kleinen Menschen auf den Arm und hebt sie zu den Häuptern der Großen empor, dass sie so weit sehen wie diese.
Nichts gibt es, das die Länge der Zeit nicht entweder lindert oder bewältigt.