Eine schöne Seele nennt man es, wenn sich das sittliche Gefühl aller Empfindungen des Menschen endlich bis zu dem Grad versichert hat, daß es dem Affekt die Leitung des Willens ohne Scheu überlassen darf und nie Gefahr läuft, mit den Entscheidungen desselben im Widerspruch zu stehen.
Unsere Seele ist für etwas Höheres da, als bloß den uniformen Takt der Maschine zu halten.
Edle Seele, entreiß dich dem Wahn Und den himmlischen Glauben bewahre! Was kein Ohr vernahm, was die Augen nicht sahn, Es ist dennoch, das Schöne, das Wahre! Es ist nicht draußen, da sucht es der Tor, Es ist in dir, du bringst es ewig hervor.
Eine edle Seele erträgt so wenig anhaltende moralische Dissonanzen, als das Ohr das Gekritzel eines Messers auf Glas.
Es ist kein leerer, schmeichelnder Wahn, Erzeugt im Gehirne des Thoren, – Im Herzen da kündet es laut sich an: Zu was Besserm sind wir geboren, Und was die innere Stimme spricht, Das täuscht die hoffende Seele nicht.
Der erhabene Charakter kann sich nur in einzelnen Siegen über den Widerstand der Sinne, nur in gewissen Momenten des Schwunges und einer augenblicklichen Anstrengung kundtun; in der schönen Seele hingegen wirkt das Ideal als Natur, also gleichförmig, und kann mithin auch in einem Zustand der Ruhe sich zeigen. Das tiefe Meer erscheint am erhabensten in seiner Bewegung, der klare Bach am schönsten in seinem ruhigen Lauf.
Jeder Zustand der menschlichen Seele hat irgendeine Parabel in der physischen Schöpfung, wodurch er bezeichnet wird, und nicht allein Künstler und Dichter, auch selbst die abstraktesten Denker haben aus diesem reichen Magazine geschöpft.
Was sind Hoffnungen, was sind Entwürfe, Die der Mensch, der vergängliche, baut?
Die Bemerkung ist nichts weniger als neu, dass keine Kriege zugleich so ehrlos und so unmenschlich geführt werden, als die, welche Religionsfanatismus und Parteihass im Innern eines Staates entzünden.
Es ist sonderbar, daß Deutschland nie sein Glück durch Waffen machen konnte.
Der Krieg ist schrecklich wie des Himmels Plagen.
Der Bürger gilt nichts mehr, der Krieger alles, Straflose Frechheit spricht den Sitten Hohn, Und rohe Horden lagern sich, verwildert Im langen Krieg, auf dem verheerten Boden.
Die Römer und Batavier kriegen menschlich, denn sie kriegen nicht für die Religion.
Frommer Stab! O hätt ich nimmer Mit dem Schwerte dich vertauscht!
Der Degen hat den Kaiser arm gemacht; Der Pflug ists, der ihn wieder stärken muß.
Ein Schlachten war's, nicht eine Schlacht zu nennen.
Im Kriege selber ist das Letzte nicht der Krieg.
Die Waffen ruhn, des Krieges Stürme schweigen, Auf blutge Schlachten folgt Gesang und Tanz.
Loslassen Kann der Gewaltige den Krieg, doch nicht Gelehrig wie der Falk sich aus den Lüften Zurückschwingt auf des Jägers Hand, gehorcht Der wilde Gott dem Ruf der Menschenstimme.
Der Krieg hat kein Erbarmen.