Das hohe Göttliche, es ruht in ernster Stille; Mit stillem Geist will es empfunden sein.
Hilft Gott uns nicht, kein Kaiser kann uns helfen.
Die Götter wohnen überall! Sie anzuflehn steht schwachen Menschen schön.
O wie schön und wie göttlich ist die Berührung zweier Seelen, die sich auf ihrem Wege zur Gottheit begegnen.
Ihr stürzt nieder, Millionen?Ahndestdu den Schöpfer, Welt?
Hymne an den Unendlichen Zwischen Himmel und Erd, hoch in der Lüfte Meer, In der Wiege des Sturms trägt mich ein Zackenfels, Wolken türmen Unter mir sich zu Stürmen, Schwindelnd gaukelt der Blick umher, Und ich denke dich, Ewiger. Deinen schauernden Pomp borge dem Endlichen, Ungeheure Natur! Du, der Unendlichkeit Riesentochter, Sei mir Spiegel Jehovas! Seinen Gott dem vernünftgen Wurm Orgle prächtig, Gewittersturm! Horch! er orgelt – Den Fels, wie er herunterdröhnt! Brüllend spricht der Orkan Zebaoths Namen aus. Hingeschrieben Mit dem Griffel des Blitzes:Kreaturen, erkennt ihr mich?Schone, Herr! wir erkennen dich.
Die Götter leben, Erkenne sie, die furchtbar dich umgeben!
[...] Der weltregierenden Macht ist kein einzelner Mann unersetzlich.
Wer sich über die Wirklichkeit nicht hinauswagt, der wird nie die Wahrheit erobern.
Die Macht des Gesanges Ein Regenstrom aus Felsenrissen, Er kommt mit Donners Ungestüm, Bergtrümmer folgen seinen Güssen, Und Eichen stürzen unter ihm; Erstaunt, mit wollustvollem Grausen, Hört ihn der Wanderer und lauscht, Er hört die Flut vom Felsen brausen, Doch weiß er nicht, woher sie rauscht: So strömen des Gesanges Wellen Hervor aus nie entdeckten Quellen. Verbündet mit den furchtbarn Wesen, Die still des Lebens Faden drehn, Wer kann des Sängers Zauber lösen, Wer seinen Tönen widerstehn? Wie mit dem Stab des Götterboten Beherrscht er das bewegte Herz, Er taucht es in das Reich der Toten, Er hebt es staunend himmelwärts Und wiegt es zwischen Ernst und Spiele Auf schwanker Leiter der Gefühle. Wie wenn auf einmal in die Kreise Der Freude, mit Gigantenschritt, Geheimnisvoll nach Geisterweise Ein ungeheures Schicksal tritt. Da beugt sich jede Erdengröße Dem Fremdling aus der andern Welt, Des Jubels nichtiges Getöse Verstummt, und jede Larve fällt, Und vor der Wahrheit mächtgem Siege Verschwindet jedes Werk der Lüge. So rafft von jeder eiteln Bürde, Wenn des Gesanges Ruf erschallt, Der Mensch sich auf zur Geisterwürde Und tritt in heilige Gewalt; Den hohen Göttern ist er eigen, Ihm darf nichts Irdisches sich nahn, Und jede andre Macht muß schweigen, Und kein Verhängnis fällt ihn an, Es schwinden jedes Kummers Falten, Solang des Liedes Zauber walten. Und wie nach hoffnungslosem Sehnen, Nach langer Trennung bitterm Schmerz, Ein Kind mit heißen Reuetränen Sich stürzt an seiner Mutter Herz, So führt zu seiner Jugend Hütten, Zu seiner Unschuld reinem Glück, Vom fernen Ausland fremder Sitten Den Flüchtling der Gesang zurück, In der Natur getreuen Armen Von kalten Regeln zu erwarmen.
Wir gelangen nur selten anders als durch Extreme zur Wahrheit!
Was wir als Schönheit hier empfunden, Wird einst alsWahrheituns entgegengehn.
Falscher Studiertrieb O wie viel neue Feinde der Wahrheit! Mir blutet die Seele, Seh ich das Eulengeschlecht, das zu dem Lichte sich drängt.
Er muß Mich hören. Wahrheit muß er hören – Wahrheit! Und wär er zehenmal ein Gott!
Zucht Wahrheit ist niemals schädlich, sie straft – und die Strafe der Mutter Bildet das schwankende Kind, wehret der schmeichelnden Magd.
Was einer im Reiche der Wahrheit erwirbt, hat er für alle erworben.
Jede Fertigkeit der Vernunft, auch im Irrtum, vermehrt ihre Fertigkeit zur Empfängnis der Wahrheit.
Die Wahrheit verliert nichts, wenn ein heftiger Jüngling sie verfehlt, ebenso wenig als die Tugend und die Religion, wenn ein Lasterhafter sie verleugnet.
Muss ich ihn wandeln, den nächtlichen Weg? Mir graut, ich bekenn es! Wandeln will ich ihn doch, führt er zu Wahrheit und Recht.
Weh dem, der zu der Wahrheit geht durch Schuld, Sie wird ihm nimmermehr erfreulich sein.