Friedrich von Schiller (1759–1805)

366 Sprüche Klassik

Das Herz gefällt mir nicht, das streng und kalt Sich zuschließt in den Jahren des Gefühls.

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. Prolog, 2. Auftritt, Thibaut

Der Ring macht Ehen, Und Ringe sinds, die eine Kette machen.

Schiller, Maria Stuart, 1800. 2. Akt, 2. Auftritt, Elisabeth

Jetzige Generation War es immer wie jetzt? Ich kann das Geschlecht nicht begreifen. Nur das Alter ist jung, ach! und die Jugend ist alt.

Schiller, F., Gedichte. Hier: 1797

Weisere Fassung Ziemet dem Alter, Ich, der Vernünftige, grüße zuerst.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. 1. Chor

Erwartung und Erfüllung In den Ozean schifft mit tausend Masten der Jüngling, Still, auf gerettetem Boot treibt in den Hafen der Greis.

Schiller, F., Gedichte. Hier: 1797

Du wirst finden, daß mir ein vertrauter Umgang mit den Alten äußerst wohlthun, – vielleicht Classicität geben wird.

Schiller, F., Briefe. An Christian Gottfried Körner, 20. August 1788

Das Jahr übt eine heiligende Kraft; was grau vor Alter ist, das ist dem Menschen göttlich.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 1. Akt, 4. Auftritt, Wallenstein

Feigherzig und geschwätzig ist das Alter.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Chor

Der Naturkreis Alles, du Ruhige, schließt sich in deinem Reiche, so kehret Auch zum Kinde der Greis, kindisch und kindlich, zurück.

Schiller, F., Gedichte. Erstdruck 1797

Der Geist der grauen Haare spricht aus dir.

Schiller, Semele, Singspiel in zwei Szenen, 1782. 1. Szene, Semele

Das Jahrhundert ist im Sturm geschieden, Und das neue öffnet sich mit Mord. Und das Band der Länder ist gehoben, Und die alten Formen stürzen ein. …

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Antritt des neuen Jahrhunderts, Erstdruck 1801 unter dem Titel: An ***

Aller Dinge Gehalt, er wird durch dich nur entschieden, Leise Gottheit; auch mich richtest du, richte gelind.

Schiller, F., Gedichte. Xenien und Votivtafeln, in: Musenalmanach für das Jahr 1797

Das eigene Ideal Allen gehört, was du denkst, dein eigen ist nur, was du fühlest, Soll er dein Eigentum sein, fühle den Gott, den du denkst.

Schiller, F., Gedichte. Tabulae Votivae, in: Musenalmanach für das Jahr 1797

Es lebt ein Gott, zu strafen und zu rächen.

Schiller, Wilhelm Tell, 1802-1804. 4. Akt, 3. Szene, Tell

Das Herz ist Gottes Stimme, Menschenwerk Ist aller Klugheit künstliche Berechnung.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 4. Akt, 8. Auftritt, Gordon

Dem lieben Gotte weich nicht aus, Find'st du ihn auf dem Wege.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Der Gang nach dem Eisenhammer, 1797

Eine Wahrheit ist es, die, gleich einer festen Achse, gemeinschaftlich durch alle Religionen und alle Systeme geht – »Nähert euch dem Gott, den ihr meinet.«

Schiller, F., Gedichte. Aus: Triumph der Liebe, 1782

Wo Menschenkunst Nicht zureicht, hat der Himmel oft geraten.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Isabella

Was sollen deine Götter, Des kranken Weltplans schlau erdachte Retter, Die Menschenwitz des Menschen Notdurft leiht?

Schiller, F., Gedichte. Aus: Resignation, 1786

Inneres und Äußeres »Gott nur siehet das Herz.« – Drum eben, weil Gott nur das Herz sieht, Sorge, daß wir doch auch etwas Erträgliches sehn.

Schiller, F., Gedichte. Hier: 1797

Nehmt die Gottheit auf in euren Willen, Und sie steigt von ihrem Weltenthron.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Ideal und das Leben, Erstdruck 1795 unter dem Titel "Das Reich der Schatten", später auch unter dem Titel "Das Reich der Formen"