Friedrich von Schiller (1759–1805)

366 Sprüche Klassik

Die Belohnung Was belohnet den Meister? Der zart antwortende Nachklang Und der reine Reflex aus der begegnenden Brust.

Schiller, F., Gedichte. Tabulae Votivae, Erstdruck in: Musenalmanach für das Jahr 1797

Was ist vergeßlicher als Dankbarkeit?

Schiller, Don Carlos (ursprünglich Dom Karlos), Infant von Spanien, 1782-1787; Erstdruck des ganzen Dramas 1787. 3. Akt, 5. Auftritt, König

Wer treulos sich des Dankes will entschlagen, Dem fehlt des Lügners freche Stirne nicht.

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. 2. Akt, 2. Auftritt, Herzog von Burgund

Dichtungskraft Daß dein Leben Gestalt, dein Gedanke Leben gewinne, Laß die belebende Kraft stets auch die bildende sein.

Schiller, F., Gedichte. Tabulae Votivae, in: Musenalmanach für das Jahr 1797

Aber das Glückliche siehest du nicht, das Schöne nicht werden, Fertig von Ewigkeit her steht es vollendet vor dir. Jede irdische Venus ersteht wie die erste des Himmels, Eine dunkle Geburt aus dem unendlichen Meer; Wie die erste Minerva, so tritt mit der Ägis gerüstet Aus des Donnerers Haupt jeder Gedanke des Lichts.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Glück, 1798

Kühn durchs Weltall steuern die Gedanken, Fürchten nichts – als seine Schranken.

Schiller, F., Gedichte. Anthologie auf das Jahr 1782. Aus: Melancholie,

Ewig aus der Wahrheit Schranken Schweift des Mannes wilde Kraft, Unstet treiben die Gedanken Auf dem Meer der Leidenschaft.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Würde der Frauen, 1795

[…] Welchen Sturm gefährlicher Gedanken Weckst du mir in der stillen Brust!

Schiller, Wilhelm Tell, 1802-1804. 1. Akt, 2. Szene, Stauffacher

Es führt dich meilenweit ... Es führt dich meilenweit von dannen Und bleibt doch stets an seinem Ort, Es hat nicht Flügel auszuspannen Und trägt dich durch die Lüfte fort. Es ist die allerschnellste Fähre, Die jemals einen Wandrer trug, Und durch das größte aller Meere Trägt es dich mit Gedankenflug, Ihm ist ein Augenblick genug! Dies leichte Schiff, das mit Gedankenschnelle Mich durch die Lüfte ruhig trägt, Sich selbst nicht von dem Ort bewegt, Das Sehrohr ists, das in die Ferne Den Blick beflügelt bis ins Land der Sterne.

Schiller, F., Gedichte. Rätsel aus »Turandot«, 1803

Mein Glaube Welche Religion ich bekenne? Keine von allen, Die du mir nennst! »Und warum keine?« Aus Religion.

Schiller, F., Gedichte. Tabulae Votivae, in: Musenalmanach für das Jahr 1797

Wo Tausende anbeten und verehren, Da wird die Glut zur Flamme, und beflügelt Schwingt sich der Geist in alle Himmel auf.

Schiller, Maria Stuart, 1800. 5. Akt, 7. Auftritt, Maria

Vaterland und Familie, Gewissen und Ehre, die heiligen Gefühle der Gesellschaft und der Natur sind immer die ersten und nächsten, mit denen sich Religionen mischen, von denen sie Stärke empfangen, und denen sie sie geben.

Schiller, Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung, 1788

Wenn die Religion im Lande wankt, so wankt sie nicht allein.

Schiller, Geschichte des Abfalls der vereinigten Niederlande von der spanischen Regierung, 1788

Unser Verhältniß ist – wenn Du diesen Ausdruck verstehen kannst – wie die geoffenbahrte Religion, auf den Glauben gestützt. Die Resultate langer Prüfungen, langsamer Fortschritte des menschlichen Geistes sind bei dieser auf eine mystische Weise avanciert, weil die Vernunft zu langsam dahin gelangt seyn würde.

Schiller, F., Briefe. An Gottfried Körner, 8. August 1787

Ich denke einen langen Schlaf zu tun, denn dieser letzten Tage Qual war groß. […]

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 5. Akt, 5. Auftritt, Wallenstein

Der Bettler scheidet ebenso schwer von seiner Armut, als der König von seiner Herrlichkeit.

Schiller, Der Menschenfeind. Fragment, 1790. Achte Scene, v. Hutten

Alle Pfade, die zum Leben führen, alle führen zum gewissen Grab.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Ideal und das Leben, 1795; erschien zuerst in den Horen 1795 unter dem Titel: "Das Reich der Schatten", später auch unter "Das Reich der Formen". In späteren Ausgaben fehlten einige Strophen, u.a. auch die, aus dem dieser Text stammt.

O schwer ists, in der Fremde sterben unbeweint.

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. 2. Akt, 7. Auftritt, Montgomery

Immer besser, immer heiterer!

Schwab, Schiller's Leben in drei Büchern, 1840. Das antwortete er Karoline, als sie ihn kurz vor seinem Tode fragte, wie es ihm gehe.

… Mit des Geschickes Mächten Ist kein ewger Bund zu flechten, Und das Unglück schreitet schnell.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Lied von der Glocke, 1799

Dein Schicksal ruht in deiner eigenen Brust.

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. 3. Akt, 4. Autritt, Johanna