Friedrich von Schiller (1759–1805)

366 Sprüche Klassik

Glaube mir es steht unendlich viel in unserer Gewalt, wir haben unser Vermögen nicht gekannt – dieses Vermögen ist die Zeit. Eine gewissenhafte sorgfältige Anwendung dieser kann erstaunlich viel aus uns machen. Und wie schön wie beruhigend ist der Gedanke, durch den bloßen richtigen Gebrauch der Zeit, die unser Eigenthum ist, sich selbst, und ohne fremde Hilfe ohne Abhängigkeit von Außendingen, sich selbst alle Güter des Lebens erwerben zu können. Mit welchem Rechte können wir das Schicksal oder den Himmel darüber belangen, daß er uns weniger als andre begünstigte. – Er gab uns Zeit und wir haben alles sobald wir Verstand und ernstlichen Willen haben mit diesem Kapital zu wuchern.

Schiller, F., Briefe. An Ferdinand Huber, 28. August 1787

O was vermag nicht eine Stunde!

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 5. Akt, 6. Auftritt, Gordon

O, die Zeit, ein wundertät'ger Gott

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod

Wie sehr auch Euer Innres widerstrebe, Gehorcht der Zeit und dem Gesetz der Stunde!

Schiller, Maria Stuart, 1800. 3. Akt, 3. Auftritt, Shrewsbury

O die Zeit ist Ein wundertätger Gott. In einer Stunde rinnen Viel tausend Körner Sandes, schnell wie sie Bewegen sich im Menschen die Gedanken.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 5. Akt, 6. Auftritt, Gordon

Das Leben ist Nur ein Moment, der Tod ist auch nur einer!

Schiller, Maria Stuart, 1800. 3. Akt, 6. Auftritt, Mortimer

Die Zeiten sind schwer, drum muß der Mensch die Freude leicht ergreifen.

Schiller, Wilhelm Tell, 1802-1804. 4. Akt, 3. Szene, Stüssi

Ihr erinnert mich, Wie kostbar die Minuten sind.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 5. Akt, 6. Auftritt, Butler

Da alles, was in der Zeit ist,nacheinanderist, so wird dadurch, daß etwas ist, alles andere ausgeschlossen.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, 1793-1794. Zwölfter Brief

O die Zeit ist Ein wundertätger Gott. In einer Stunde rinnen Viel tausend Körner Sandes, schnell wie sie Bewegen sich im Menschen die Gedanken. Nur eine Stunde! Euer Herz kann sich, Das seinige sich wenden – Eine Nachricht Kann kommen – ein beglückendes Ereignis Entscheidend, rettend, schnell vom Himmel fallen – O was vermag nicht eine Stunde!

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 5. Akt, 6. Auftritt, Gordon

Ach! vielleicht, indem wir hoffen, Hat uns Unheil schon getroffen.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Lied von der Glocke, 1799

Die Welt wird alt und wird wieder jung, Doch der Mensch hofft immer Verbesserung.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Hoffnung, 1798

Hoffnung Es reden und träumen die Menschen viel Von bessern künftigen Tagen, Nach einem glücklichen goldenen Ziel Sieht man sie rennen und jagen. Die Welt wird alt und wird wieder jung, Doch der Mensch hofft immer Verbesserung. Die Hoffnung führt ihn ins Leben ein, Sie umflattert den fröhlichen Knaben, Den Jüngling locket ihr Zauberschein, Sie wird mit dem Greis nicht begraben, Denn beschließt er im Grabe den müden Lauf, Noch am Grabe pflanzt er – die Hoffnung auf. Es ist kein leerer schmeichelnder Wahn, Erzeugt im Gehirne des Toren, Im Herzen kündet es laut sich an: Zu was Besserm sind wir geboren! Und was die innere Stimme spricht, Das täuscht die hoffende Seele nicht.

Schiller, F., Gedichte. Hier: 1798

Wehe, wehe dem Mörder, wehe, Der sich gesät die tödliche Saat! Ein andres Antlitz, eh sie geschehen, Ein anderes zeigt die vollbrachte Tat.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Chor, Dritter

Nur ein verzweifelter Spieler setzt alles auf einen einzigen Wurf.

Schiller, Kabale und Liebe, entstanden 1782/83, Erstdruck 1784. 5. Akt, 5. Szene, Ferdinand

Sonnenblick und Hoffnung begleiten einander gerne.

Schiller, F., Briefe. An Charlotte von Lengenfeld, 8. Dezember 1789

Soweit die Sonne leuchtet, ist die Hoffnung auch, Nur von dem Tod gewinnt sich nichts!

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Chor

Etwas fürchten und hoffen und sorgen Muß der Mensch für den kommenden Morgen, Daß er die Schwere des Daseins ertrage, Und das ermüdende Gleichmaß der Tage, Und mit erfrischendem Windesweben Kräuselnd bewege das stockende Leben.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Chor

An der Hoffnung Liebesbrust erwarmet Starrende Verzweifelung.

Schiller, F., Gedichte. Anthologie auf das Jahr 1782. Aus: Phantasie an Laura

Ich kam voll Hoffnung und ich geh voll Schmerz.

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. 4. Akt, 8. Auftritt, Raimond

Empiriker Daß ihr den sichersten Pfad gewählt, wer möchte das leugnen? Aber ihr tappet nur blind auf dem gebahntesten Pfad.

Schiller, F., Gedichte. Tabulae Votivae, in: Musenalmanach für das Jahr 1797