Wie werther wird mir alle Tage Deine und meine Freundschaft, und wie wohlthätig ist sie mir schon gewesen.
Schöner malt sich mir die schöne Erde, Heller spiegelt in des Freunds Gebärde, Reizender der Himmel sich.
In dieses Lebens buntem Lottospiele Sind es oft nur Nieten, die wir ziehn. Der Freundschaft stolzes Siegel tragen viele, Die in der Prüfungsstunde treulos fliehn.
Wir wissen den getreuen Freund zu ehren. Dem falschen wehren ist der Klugheit Pflicht.
Ich glaube fast an jede Freundschaft, die auf den Charakteren ruht; denn man bleibt einander immer notwendig.
So wohl tut nicht der Sonne Blick im Lenz, Als Freundes Angesicht in solcher Stunde.
Freundlos war der große Weltenmeister, FühlteMangel– darum schuf er Geister. Selge SpiegelseinerSeligkeit! – Fand das höchste Wesen schon kein gleiches, Aus dem Kelch des ganzen Seelenreiches Schäumtihm– die Unendlichkeit.
Weisheit und Klugheit Willst du, Freund, die erhabensten Höhn der Weisheit erfliegen, Wag es auf die Gefahr, daß dich die Klugheit verlacht. Die kurzsichtige sieht nur das Ufer, das dir zurückflieht, Jenes nicht, wo dereinst landet dein mutiger Flug.
Die ganze Weisheit des Menschen sollte darin bestehen, jeden Augenblick mit voller Kraft zu ergreifen, ihn so zu benutzen, als wäre er der einzige, letzte. Es ist besser mit gutem Willen etwas schnell zu schnell thun, als unthätig zu bleiben.
Sokrates Dich erklärte der Pythia Mund für den weisesten Griechen. Wohl! Der Weiseste mag oft der Beschwerlichste sein.
Solange die Weisheit bei ihrem Vorhaben auf Weisheit rechnet oder sich auf ihre eignen Kräfte verläßt, entwirft sie keine andren als schimärische Pläne, und die Weisheit läuft Gefahr, sich zum Gelächter der Welt zu machen.
Weisheit mit dem Sonnenblick, große Göttin, tritt zurück, weiche vor der Liebe. Wer die steile Sternenbahn ging dir heldenkühn voran zu der Gottheit Sitze? Wer zerriß das Heiligtum, zeigte dir Elysium durch des Grabes Ritze? Lockte sie uns nicht hinein, möchten wir unsterblich sein? Suchten auch die Geister ohne sie den Meister? Liebe, Liebe leitet nur zu dem Vater der Natur, Liebe nur die Geister. Selig durch die Liebe Götter – durch die Liebe Menschen Göttern gleich. Liebe macht den Himmel Himmlischer – die Erde Zu dem Himmelreich.
Der Weg zu der Weisheit [führt] durch den schrecklichen Abgrund der Zweifel.
Der Erfolg ruht in des Himmels Hand.
Die Elemente hassen Das Gebild der Menschenhand.
Und wenn es glückt, so ist es auch verziehn.
Das Glück ist falsch, unsicher der Erfolg.
Zum Werke, das wir ernst bereiten, Geziemt sich wohl ein ernstes Wort; Wenn gute Reden sie begleiten, Dann fließt die Arbeit munter fort.
Des Dienstes immer gleichgestellte Uhr.
Das ists ja, was den Menschen zieret, Und dazu ward ihm der Verstand, Daß er im innern Herzen spüret, Was er erschafft mit seiner Hand.
Beschäftigung, die nie ermattet, Die langsam schafft, doch nie zerstört, Die zu dem Bau der Ewigkeiten Zwar Sandkorn nur für Sandkorn reicht, Doch von der großen Schuld der Zeiten Minuten, Tage, Jahre streicht.