Friedrich von Schiller (1759–1805)

366 Sprüche Klassik

Verderben, gehe deinen Gang!

Schiller, Die Verschwörung des Fiesco zu Genua, 1782. 5. Akt, 1. Auftritt, Fiesco

Denn mit der Freude Feierklange Begrüßt sie das geliebte Kind Auf seines Lebens erstem Gange, Den es in Schlafes Arm beginnt; Ihm ruhen noch im Zeitenschoße Die schwarzen und die heitern Lose, Der Mutterliebe zarte Sorgen Bewachen seinen goldnen Morgen. –

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Lied von der Glocke, 1799

Der kann nicht klagen über harten Spruch, den man zum Meister seines Schicksals macht.

Schiller, Wilhelm Tell, 1802-1804. 3. Akt, 3. Szene, Gessler

Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 3. Akt, 8. Auftritt, Thekla

In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 2. Akt, 6. Auftritt, Illo

Wie anders säet der Mensch, und wie anders läßt das Schicksal ihn ernten.

Schiller, F., Theoretische Schriften. Kleinere Schriften vermischten Inhalts. Ueber Völkerwanderung, Kreuzzüge und Mittelalter, 1789

Das Übel, was uns trifft, ist selten oder nie so schlimm als das, welches wir befürchten.

Hecker (Hg.), Schillers Persönlichkeit. Urtheile der Zeitgenossen und Documente gesammelt von Max Hecker, 3 Bde., 1904-09

Auch des Menschen Tun Ist eine Aussaat von Verhängnissen, Gestreuet in der Zukunft dunkles Land, Den Schicksalsmächten hoffend übergeben.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Die Piccolomini, 1799. 2. Akt, 6. Auftritt, Wallenstein

Was sein muß, das geschehe, doch nicht drüber.

Schiller, Wilhelm Tell, 1802-1804. 2. Akt, 2. Szene, Walter Fürst

Nicht ohne Schauder greift des Menschen Hand In des Geschicks geheimnisvolle Urne.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 1. Akt, 4. Auftritt, Wallenstein

Wahl, meine Mutter? Ists Wahl, wenn des Gestirnes Macht den Menschen Ereilt in der verhängnisvollen Stunde?

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Don Cesar

Wissend, schauend, unverwandt Muß ich mein Geschick vollenden, Fallend in dem fremden Land.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Kassandra, 1802

– Da kommt das Schicksal – Roh und kalt Faßt es des Freundes zärtliche Gestalt Und wirft ihn unter den Hufschlag seiner Pferde – – Das ist das Los des Schönen auf der Erde!

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 4. Akt, 12. Auftritt, Thekla

Es führt das Schicksal an verborgnem Band Den Menschen auf geheimnißvollen Pfaden, Doch über ihm wacht eine Götterhand, Und wunderbar entwirret sich der Faden.

Schiller, Turandot, Prinzessin von China. Ein tragicomisches Märchen nach Carlo Gozzi, 1801. 4. Aufzug, 5. Auftritt, Altoum. Originaltext

den Menschen adelt, Den tiefstgesunkenen, das letzte Schicksal.

Schiller, Maria Stuart, 1800. 5. Akt, 6. Auftritt, Maria

Recht stets behält das Schicksal; denn das Herz In uns ist sein gebieterischer Vollzieher.

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1. Akt, 7. Auftritt, Wallenstein

Verschmerzen werd ich diesen Schlag, das weiß ich; Denn was verschmerzte nicht der Mensch!

Schiller, Wallenstein (Trilogie), entstanden 1796-1799; Erstdruck 1800. Wallensteins Tod, 1799. 5. Akt, 3. Auftritt, Wallenstein

Jedweder ist des dunklen Schicksals Knecht.

Schiller, Demetrius. Fragment, 1805; uraufgeführt in Weimar am 15. Februar 1857. III, 1. Zitiert in: Alfred Hermann Fried, Lexikon deutscher Zitate, 1888

Es ist gesprochen, du hast es vernommen, Das Schlimmste weißt du, nichts ist mehr zurück! Wie die Seher verkündet, so ist es gekommen, Denn noch niemand entfloh dem verhängten Geschick. Und wer sich vermißt, es klüglich zu wenden, Der muß es selber erbauend vollenden.

Schiller, Die Braut von Messina oder die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören, 1803. Chor.

Die Äcker grenzen nachbarlich zusammen, Die Herzen stimmen überein – das stiftet Ein gutes Ehband!

Schiller, Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie, 1801. Prolog, 1. Auftritt, Thibaut d'Arc

Glücklich, wem der Gattin Treue Rein und keusch das Haus bewahrt.

Schiller, F., Gedichte. Aus: Das Siegesfest, 1803