Verderben, gehe deinen Gang!
Denn mit der Freude Feierklange Begrüßt sie das geliebte Kind Auf seines Lebens erstem Gange, Den es in Schlafes Arm beginnt; Ihm ruhen noch im Zeitenschoße Die schwarzen und die heitern Lose, Der Mutterliebe zarte Sorgen Bewachen seinen goldnen Morgen. –
Der kann nicht klagen über harten Spruch, den man zum Meister seines Schicksals macht.
Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme.
In deiner Brust sind deines Schicksals Sterne.
Wie anders säet der Mensch, und wie anders läßt das Schicksal ihn ernten.
Das Übel, was uns trifft, ist selten oder nie so schlimm als das, welches wir befürchten.
Auch des Menschen Tun Ist eine Aussaat von Verhängnissen, Gestreuet in der Zukunft dunkles Land, Den Schicksalsmächten hoffend übergeben.
Was sein muß, das geschehe, doch nicht drüber.
Nicht ohne Schauder greift des Menschen Hand In des Geschicks geheimnisvolle Urne.
Wahl, meine Mutter? Ists Wahl, wenn des Gestirnes Macht den Menschen Ereilt in der verhängnisvollen Stunde?
Wissend, schauend, unverwandt Muß ich mein Geschick vollenden, Fallend in dem fremden Land.
– Da kommt das Schicksal – Roh und kalt Faßt es des Freundes zärtliche Gestalt Und wirft ihn unter den Hufschlag seiner Pferde – – Das ist das Los des Schönen auf der Erde!
Es führt das Schicksal an verborgnem Band Den Menschen auf geheimnißvollen Pfaden, Doch über ihm wacht eine Götterhand, Und wunderbar entwirret sich der Faden.
den Menschen adelt, Den tiefstgesunkenen, das letzte Schicksal.
Recht stets behält das Schicksal; denn das Herz In uns ist sein gebieterischer Vollzieher.
Verschmerzen werd ich diesen Schlag, das weiß ich; Denn was verschmerzte nicht der Mensch!
Jedweder ist des dunklen Schicksals Knecht.
Es ist gesprochen, du hast es vernommen, Das Schlimmste weißt du, nichts ist mehr zurück! Wie die Seher verkündet, so ist es gekommen, Denn noch niemand entfloh dem verhängten Geschick. Und wer sich vermißt, es klüglich zu wenden, Der muß es selber erbauend vollenden.
Die Äcker grenzen nachbarlich zusammen, Die Herzen stimmen überein – das stiftet Ein gutes Ehband!
Glücklich, wem der Gattin Treue Rein und keusch das Haus bewahrt.